Burg Stauf (Pfalz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. Januar 2018 um 22:44 Uhr durch AF666 (Diskussion | Beiträge) (→‎Herrschaft Stauf). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Burg Stauf
Alternativname(n) castellum Stoufenburc
Staat Deutschland
Ort Eisenberg-Stauf
Entstehungszeit um 1000
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Ruine
Ständische Stellung Grafen
Geographische Lage 49° 33′ N, 8° 2′ OKoordinaten: 49° 33′ 0″ N, 8° 1′ 37″ O
Höhenlage 327,1 m ü. NHN
Burg Stauf (Rheinland-Pfalz)
Burg Stauf (Rheinland-Pfalz)

Die Burg Stauf ist die Ruine einer Spornburg beim Ortsteil Stauf der Stadt Eisenberg im Donnersbergkreis (Rheinland-Pfalz).

Geographische Lage

Burg Stauf liegt südlich des nach ihr benannten Ortsteils auf einem 327,1 m hohen Berggrat, der sich nördlich über dem Tal des Eisbachs erstreckt. Sie ist von Stauf her über einen Waldweg zu erreichen.

Geschichte

Die Burg ist wohl noch vor dem Jahr 1000 entstanden und als „castellum Stoufenburc“ um 1012[1] belegt. Damit ist sie die älteste urkundlich nachgewiesene Anlage ihrer Art in der Pfalz.

Hochmittelalter

  • Im Zusammenhang mit einem Aufenthalt des Saliers Herzog Konrad I. von Kärnten (975–1011) liegt der erste geschichtlich gesicherte Nachweis von Burg Stauf vor.[2] Dessen Sohn Herzog Konrad II. (~1003–1039) bekleidete neben der Herzogswürde auch das Amt eines Grafen im Wormsgau, Speyergau und Nahegau. Wegen eines Aufstandes gegen seinen Vetter König Konrad II. musste er einige seiner Burgen schleifen. Das mag ein Grund dafür sein, dass für die nächsten 2 Jahrhunderte Nachrichten über Burg Stauf fehlen. Er starb ohne Nachkommen.
  • Gottfried von Staufen († wohl 1187/1188), Sohn von Konrad dem Staufer (* 1134/36; † 1195) und Nachfahre des Königs und Kaisers Konrad II., kann als Besitzer der Burg identifiziert werden.[3]
  • Graf Eberhard III. von Eberstein (* (1144); † vor 1219) gelangt bis 1190 in den Besitz von Burg Stauf, offensichtlich durch Heirat mit Kunigunde (* ca. 1165), die demnach Nachfahrin Konrad des Staufers und nach dem Tod von dessen männlichen Nachkommen (bis 1188) Erbin der Herrschaft Stauf gewesen sein muss.[4] Die andere Tochter Konrads, Agnes von Staufen († 1204), erbte die Pfalzgrafschaft bei Rhein.
  • Eberhard IV. von Eberstein (* um 1190; † 18. März 1263), war nach einer Erbteilung Inhaber der Herrschaft Stauf und Gründer des Zisterzienserinnenklosters Rosenthal.
  • Agnes III. von Eberstein, dessen Tochter, heiratete 1238 Heinrich II. von Saarbrücken-Zweibrücken, wodurch die Herrschaft Stauf und Kloster Rosenthal an diese Familie fiel. Deren Tochter Kunigunde († vor 1283) wurde die erste Äbtissin von Rosenthal, welche den Konvent auch dem Zisterzienser-Orden anschloss. 1282 ist Kurtrier als Lehensgeber für Burg Stauf Heinrich II. gegenüber belegt.[5]

Spätmittelalter und Neuzeit

Inschrift-Tafel an Burg Stauf bei Eisenberg (Pfalz)

Graf Heinrich II. von Sponheim-Bolanden kaufte zwischen 1378 und 1388 die Burg auf. Auf dem Erbweg kam die Herrschaft Stauf nach dem Tod von Graf Heinrich II. (1393) an den Gatten seiner Enkelin, Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb sie zusammen mit der Herrschaft Kirchheim im nassauischen Besitz.[6]

Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg, die aus einer Vorburg (Südburg), einer „Mittelburg“ und der Kernburg (Nordburg) bestand, zerstört.

Von 1871 an war der Historische Verein Rosenthal Eigentümer der Ruine, bis sie im Juni 2000 an die Stadt Eisenberg überging.

Herrschaft Stauf

Seit dem 14. Jahrhundert gehörten zur Herrschaft Stauf die folgenden Ortschaften: Breunigweiler, Eisenberg, Göllheim, Kerzenheim, Kerzweiler (Korbsweiler), Pfrimm (Pfrimmerhof), Ramsen, Rosenthal, Sippersfeld und Stauf sowie die sogenannten Rheindörfer Bobenheim, Hochheim, Horchheim, Leiselheim, Mörsch, Pfiffligheim, Roxheim, Weinsheim und Wiesoppenheim.[7]

Sage „Das Fräulein vom Stauferberg“

Die Burg Stauf spielt eine zentrale Rolle bei der Sage „Das Fräulein vom Stauferberg“.[8] 

Einst sollen auf der Burg Stauf drei Jungfrauen gelebt haben, eine rothaarige, eine schwarzhaarige und eine blonde. Die Blonde soll die Schönste von ihnen gewesen sein, aber sie erblindete in ihrer Jugend. Die jungen Frauen waren sehr reich, da sie allen Bewerbern um ihre Hand zwar die mitgebrachten Geschenke abnahmen, aber ihre sonstigen Bedingungen nie erfüllt werden konnten.

Eines Tages wollten die Frauen ihren Reichtum aufteilen, doch die sehenden Schwestern versuchten ihre blinde Schwester zu betrügen. Sie bemerkte den Betrug, sagte jedoch nichts.

Ritter Berthold von Winzingen, noch Junggeselle, hörte von einem Bergmann von den schönen Jungfrauen auf der Burg Stauf und dass die Blonde die schönste von ihnen sei. Daraufhin machte sich der Ritter auf zur Burg, um sich selbst davon zu überzeugen. Er wurde von den beiden sehenden Schwestern begrüßt, doch als er nach der blonden Schwester fragte, wurden die Hunde auf ihn gehetzt und er aus der Burg gejagt. Der Ritter gab jedoch nicht auf und legte sich in der Nähe auf die Lauer. Nach einigen Tagen sah er, wie die sehenden Schwestern aus der Burg ritten, und nutzte die Gelegenheit. Er bestach den Burgknecht am Tor und ging in die Burg. Er traf auf die blonde Jungfrau und war ihrer Schönheit und ihrer Anmut überwältigt. Sie war gewillt, mit ihm zu kommen, und begleitete ihn auf die Burg Winzingen. Als die Schwestern dies erfuhren, fürchteten sie um ihren Reichtum, da ihre Schwester ihren Teil einfordern konnte. So ließen sie den Burgknecht den Schatz in der Nähe ihrer Burg vergraben. Nachdem er den Schwestern erzählt hatte, wo die Stelle war, stachen sie ihm die Augen aus und warfen ihn in den Sumpf, wo er ertrank.

Nach nicht langer Zeit führte es die Schwestern bei einer Entenjagd wieder in diesen Sumpf, und sie wurden von etwas in die Tiefe gezogen. Kurz bevor auch sie ertranken, hörten sie eine tiefes Lachen aus dem Sumpf.

Als die blonde Schwester vom Tod ihrer Schwestern hörte, trat sie ihr Erbe an und zog mit ihrem Ehemann auf die Burg Stauf. Eines Abends machte sie einen Spaziergang an der Burgmauer entlang, als sie eine tiefe Stimme hörte: „Ich war es, der deine Schwestern getötet hat, und ich weiß, wo die Reichtümer vergraben sind. Ich will sie dir geben, aber du musst einen Teil davon verwenden, um ein Kloster zu bauen und die Armen zu unterstützen. Der Rest soll dein sein. Das musst du mir versprechen.“ Sie versprach es. „Gut, dann komm morgen Nacht zur Buche im Tal am Rosenberg und bring deinen Mann mit!“. Der Sprecher verschwand.

Das Ehepaar begab sich in der Nacht an die bezeichnete Stelle. Dort trafen sie auf einen freundlichen Bergmann, der sie zu den Schätzen führte.

Die blonde Schwester hielt ihr Versprechen, und es wurde der Grundstein einer Kirche für das spätere Kloster Ramsen gelegt. Als das Gotteshaus geweiht wurde, erinnerte man sich an die beiden anderen Schwestern. Doch es wurde keine Messe für sie gelesen und kein Gebet für sie gesprochen, so bestimmte es Berthold.

Deswegen fanden sie in ihrem nassen Grab bis heute keine Ruhe. Sie sollen zur Geisterstunde noch immer mit wallenden Gewändern und ihren roten und schwarzen Haaren durch das Tal irren und wehmütige Lieder singen. Am Ende der Geisterstunde soll sie ein grünes Ungeheuer wieder in die Tiefe des Sumpfes ziehen und dabei fürchterlich tief lachen.[9]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Burgruine Stauf. In: www.hist-verein-rosenthal.de. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  2. Hermann Schreibmüller: Burg und Herrschaft Stauf in der Pfalz, Band 1: bis 1263, Kaiserslautern: Thieme, 1913. S. 10 (dilibri.de)
  3. Hermann Schreibmüller: Burg und Herrschaft Stauf in der Pfalz, Band 1: bis 1263, Kaiserslautern: Thieme, 1913. S. 34 (dilibri.de)
  4. Hermann Schreibmüller: Burg und Herrschaft Stauf in der Pfalz, Band 1: bis 1263, Kaiserslautern: Thieme, 1913. S. 38 (dilibri.de). In Abweichung von Schreibmüller erscheint es naheliegender, Kunigunde als Tochter denn als Enkelin Konrad des Staufers (* 1134/36) anzusehen. Als Enkelin wäre der Altersunterschied zu Eberhard III. (*1144) recht erheblich, wenn auch nicht unmöglich
  5. Hermann Schreibmüller: Burg und Herrschaft Stauf in der Pfalz, Band 1: bis 1263, Kaiserslautern: Thieme, 1913. S. 20 (dilibri.de)
  6. Wilhelm Fabricius: Die Herrschaften des unteren Nahegebietes, Bonn: Behrendt, 1914, S. 404 (dilibri.de)
  7. Hermann Schreibmüller: Burg und Herrschaft Stauf in der Pfalz, Band 2 (Schluß): bis 1393, Kaiserslautern: Thieme, 1914. S. 16 (dilibri.de)
  8. Werner Müller: Stauf. Abgerufen am 13. September 2017.
  9. Viktor Carl: Geldgier – Betrug – Mord – Strafe. In: Pfälzer Sagen und Legenden. Arwid Hennig Verlag, Edenkoben 2000, ISBN 3-9804668-3-3, S. 628