Kerzenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kerzenheim
Kerzenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kerzenheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 35′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Eisenberg (Pfalz)
Höhe: 201 m ü. NHN
Fläche: 17,88 km2
Einwohner: 2114 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67304
Vorwahl: 06351
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 038
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 86
67304 Eisenberg (Pfalz)
Webpräsenz: Ortsgemeinde Kerzenheim
Ortsbürgermeister: Alfred Wöllner (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Kerzenheim im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Kerzenheim ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Göllheimer Häuschen“ auf der Kerzenheimer Gemarkung

Kerzenheim liegt am nördlichen Rand des Pfälzerwalds und dessen Teilbereich Stumpfwald. Unmittelbar nördlich und östlich schließt sich bereits das Alzeyer Hügelland an. Im Westen liegt der nach dem Kloster Rosenthal benannte Ortsbezirk Rosenthal,[2] der sich in die Ortschaften Göllheimer Häuschen, Grauwald-Siedlung, Kerzweilerhof, Rosenthalerhof und Steinäcker-Siedlung gliedert. Zu Kerzenheim gehören auch die Wohnplätze Arles-Siedlung und Haus Dietrich.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Göllheim, Lautersheim, Ebertsheim, Eisenberg (Pfalz), Ramsen (Pfalz), Enkenbach-Alsenborn, Sippersfeld und Breunigweiler.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südwesten der Gemarkung an der Grenze zu Sippersfeld erhebt sich der 377,1 Meter hohe Pfrimmerberg. Der in West-Ost-Richtung verlaufende Rodenbach entspringt beim Rosenthalerhof und durchfließt den Rosenthaler Weiher; danach verläuft er südlich des Siedlungsgebiets der Kerngemeinde. Mitten durch letztere fließt der Kerzenheimer Bach, der danach von links in den Rodenbach mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemarkung scheint schon in römischer Zeit besiedelt gewesen zu sein. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde neben der Landstraße in Richtung Göllheim ein Dianarelief aus der Zeit um 200 n. Chr. aufgefunden, Teil eines Viergöttersteins, vom Sockel einer Jupitergigantensäule. Es kam 1875 ins Historische Museum der Pfalz, zu Speyer und wird dort in der römischen Sammlung gezeigt.[4]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als Kentzenheim erfolgte im Jahre 1143, 1194/98 wurde er Chercenheim genannt. Der Ortsname ist möglicherweise von einem Personennamen Kernzo hergeleitet.[5]

Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zu Nassau-Weilburg. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Kertzenheim – so die damalige Schreibweise – in den Kanton Göllheim eingegliedert und war Sitz einer eigenen Mairie, die zusätzlich Rodenbach und Lautersheim umfasste. 1815 wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Kerzenheim dem Landkommissariat Kirchheim – später Kirchhheimbolanden an; aus diesem ging das Bezirksamt Kirchhheimbolanden hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kerzenheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Ramsen 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Kerzenheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][6]

Jahr Einwohner
1815 653
1835 1.092
1871 1.002
1905 1.262
1939 1.398
1950 1.495
Jahr Einwohner
1961 1.932
1970 1.950
1987 1.905
1997 2.239
2005 2.282
2017 2.114

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dianarelief aus Kerzenheim (um 200 n. Chr.), heute Historisches Museum der Pfalz, Speyer

Der Gemeinderat in Kerzenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2014 10 1 1 4 16 Sitze
2009 11 1 4 16 Sitze
2004 10 2 4 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kerzenheim
Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau. Rechts über einem grünen Berg im Schildfuß eine rote Kirche mit gotischem Glockenturm begleitet von einem schwebenden blauen Schild, darin eine silberne Rose. Links der silberne Buchstabe K.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Kerzenheim von Johann Georg Christian Hess

Die Ebertsheimer Straße, die Göllheimer Straße und das westlich liegende ehemalige Kloster Rosenthal im Ortsteil Rosenthalerhof sind als Denkmalzonen ausgewiesen. Letzteres wurde 1241 durch Graf Eberhard II. von Eberstein gestiftet. Hinzu kommen insgesamt 13 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das frühere Rat- und Schulhaus und die Hofanlage mit der Anschrift Eisenberger Straße 3. Im Ortskern stehen einige weitere Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert. 1783 wurde eine neue lutherische Pfarrkirche erbaut, ein bedeutsamer lutherischer Zentralraumkirchenbau von Johann Georg Christian Hess, einem Vertreter des Klassizismus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am westlichen Siedlungsrand befanden sich zu spätrömischer Zeit Gruben, in denen Eisen abgebaut wurde. Vor Ort existierte zudem die 1997 geschlossene Regency Net Communications Facility Kerzenheim der US Army. Im Nordosten der Gemarkung liegt der Windpark Kerzenheim.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerzenheim liegt an der B 47. In kurzer Entfernung befinden sich die A 63 im Norden und die A 6 im Süden. Die nächstgelegene Bahnstation ist der Bahnhof Eisenberg (Pfalz).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara von Heppenheim genannt vom Saal. Sie regierte 32 Jahre lang als Zisterzienser-Äbtissin in Rosenthal, starb dort und ihr Epitaph ist in der Kirchenruine erhalten

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kerzenheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Ortsgemeinde Kerzenheim (PDF; 28 kB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2018 liegt vor.], S. 89 (PDF; 1,9 MB).
  4. Digitalscan zum Fund, aus Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, 1876
  5. Rheinische Vierteljahrsblätter, Band 65, Röhrscheid, 2001, S. 177 (Google Books)
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen