Burkhard Garweg

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Burkhard Garweg (* 1. September 1968 in Bonn[1]) gilt als ehemaliges Mitglied der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF). Nach ihm wird gefahndet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als er sechs Jahre alt war, zog Garweg mit seinen Eltern von Bonn nach Hamburg, wo er seine Jugend verbrachte. 1987 brach er die Schule ab und begann sich in der linken Szene der Hafenstraße zu bewegen,[2] in der er sich laut Michael Sontheimer radikalisierte.[3] Etwa 1990 ging er in den Untergrund und schloss sich vermutlich der dritten Generation der RAF an.[4] Ihm wird von der Bundesanwaltschaft die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.[5]

Zusammen mit Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und anderen soll er 1993 am Sprengstoffanschlag gegen die JVA Weiterstadt beteiligt gewesen sein. Dies gab die Bundesanwaltschaft im Oktober 2007 bekannt. Die drei Tatverdächtigen wurden mittels hinterlassener DNA-Spuren identifiziert.[6]

Bei einem missglückten Überfall auf einen Geldtransport im Juni 2015 in Groß Mackenstedt bei Bremen wurden neben DNA-Spuren Garwegs auch solche von Staub und Klette gefunden.[7] Das Amtsgericht Verden (Aller) hat deshalb gegen die drei Personen Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes und versuchten schweren Raubes erlassen. Auch bei einem weiteren gescheiterten Überfall auf einen Geldtransport in Wolfsburg im Dezember 2015 wurde DNA der drei Genannten gefunden. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Verden und von Butz Peters haben die Taten keinen terroristischen Hintergrund, sondern sollten der Finanzierung des Lebens im Untergrund dienen.[8][9]

Garweg wird der dritten Generation der RAF zugerechnet und ist neben Klette und Staub eine der drei Personen, nach denen im Zusammenhang mit der RAF bis heute steckbrieflich gefahndet wird. Seit 2015 wurde die öffentliche Fahndung nach ihnen deutlich intensiviert.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Butz Peters: Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF. Argon, Berlin 2004, S. 709.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Garweg, Burkhard. Fahndungshinweis. In: BKA.de. 18. Mai 2016. Dieselben Angaben bei Butz Peters: Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF. Argon, Berlin 2004, S. 709.
  2. Butz Peters: Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF. Argon, Berlin 2004, S. 709.
  3. Michael Sontheimer: Spur zur RAF: Überfall aus dem revolutionären Ruhestand. In: Spiegel Online, 19. Januar 2016.
  4. Sie werden noch immer gesucht. In: Die Welt, 4. Februar 2007.
  5. Philipp Wittrock: Weiterstadt-Anschlag: Ermittler suchen RAF-Trio. In: Spiegel Online, 24. Oktober 2007.
  6. Drei Täter identifiziert. (Memento vom 26. September 2008 im Internet Archive) In: Hessischer Rundfunk, 24. Oktober 2007.
  7. Spuren nach Raubüberfall führen zu RAF-Mitgliedern. In: Zeit Online, 18. Januar 2016.
  8. Überfall auf Geldtransporter in Stuhr – drei ehemalige Mitglieder der RAF verdächtig. Keine Hinweise auf terroristischen Hintergrund. Pressemitteilung. In: Staatsanwaltschaften.Niedersachsen.de, 19. Januar 2016; Überfälle auf Geldtransporter führen zu RAF-Mitgliedern In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 18. Januar 2016 (aktualisiert am 19. Januar 2016; DPA-Meldung).
  9. DPA: Ex-RAF offenbar weiter aktiv, in: Süddeutsche Zeitung, 28. Mai 2016, S. 7
  10. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof: Pressemitteilung 2/2016: Ermittlungsverfahren gegen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette. In: generalbundesanwalt.de. 19. Januar 2016, abgerufen am 4. Juli 2016.