Canon de 155 C modèle 1917 S

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Canon de 155 C modèle 1917 S


Geschütz 155 C modèle 1917 an der Westfront

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: Canon de 155 C modèle 1917 S
Herstellerland: FrankreichFrankreich Frankreich
Entwickler/Hersteller: Schneider et Cie
Entwicklungsjahr: 1917
Produktionsstart: 1917
Waffenkategorie: Schwere Feldartillerie
Technische Daten
Rohrlänge: 2,325 m
Kaliber:

155 mm

Kaliberlänge: L 15
Kadenz: 3 Schuss/min
Höhenrichtbereich: 0–42° Winkelgrad
Seitenrichtbereich:
Ausstattung
Munitionszufuhr: Manuell

Die schwere Feldhaubitze Canon de 155 C modèle 1917 S (Kurzbezeichnung: C17S) war ein Geschütz der französischen Feldartillerie, das von der Firma Schneider et Cie während des Ersten Weltkrieges entwickelt und gebaut wurde. Es wurde in mehrere Länder exportiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als eine Privatinitiative der Firma Schneider entwickelt, wurde das Geschütz zunächst von der russischen Armee bestellt. Sofort nach der Präsentation des Modells im September 1915 wurde es von der französischen Artillerie für sich reklamiert und ab April 1916 ausgeliefert. Im August waren 46 Geschütze in Dienst gestellt.

Diese moderne Haubitze wurde zur Hauptausstattung der französischen schweren Artillerie während des Ersten Weltkrieges. Das Modell 1915 verwendete noch Messingkartuschen für die Treibladung. Das Modell 1917 verfügte über einen verbesserten Verschluss, der es erlaubte, für die Treibladung Stoffbeutel zu verwenden, die billiger waren und den Transport erleichterten.[1]

Das Geschütz war mit einem Gewicht von 3230 bis 3300 kg in Feuerstellung relativ leicht für seine Klasse. Die maximale Reichweite lag mit einer Granate von 43,45 kg bei 11.200 Metern. Es konnten fünf Sorten Munition verschossen werden: Sprenggranaten, Kartätschen, Schrapnelle, Rauchgranaten/Gasgranaten oder Leuchtgranaten. Der Höhenrichtbereich lag bei 0 bis 42 Grad und der Seitenrichtbereich des Rohres bei 6 Grad.

Die Haubitze zeigte hervorragende Schießeigenschaften und eine zufriedenstellende Wirkung. Die effektive Reichweite von 10 Kilometern erlaubte die Bekämpfung der gegnerischen Batterien auf eine respektable Distanz, weiterhin war sie bei der Bekämpfung bzw. Zerstörung von Verschanzungen sehr wirksam.

Unter der Bezeichnung M1917A1 wurde sie auch von den American Expeditionary Forces eingesetzt. Bei Kriegsende 1918 waren mehr als 1500 Exemplare vorhanden, von denen eine Anzahl von der französischen Armee noch 1940 eingesetzt wurden.

Die von der deutschen Wehrmacht erbeuteten Geschütze wurden unter der Bezeichnung 15.5 cm sFH 414 (f) weiter eingesetzt, während die erbeuteten belgischen Exemplare die Bezeichnung 15.5 cm sFH 414 (b) erhielten.[2]

SOMUA MCG

Eines der Zugfahrzeuge während des Westfeldzuges im Jahre 1940 war die Halbkettenzugmaschine SOMUA MCG, aber eine große Zahl wurde noch im Pferdezug bewegt.

Ein bespanntes Geschütz bestand aus:

Das Geschütz wurde von acht Pferden gezogen, der Wagen von sechs Pferden. In diesem wurden 28 Granaten, drei Behälter mit Kartuschenbeuteln und das notwendige Werkzeug mitgeführt. Die Haubitze und der Munitionswagen wurden von Sattelpferden aus gelenkt.[3]

Modernisierungen betrafen hauptsächlich das Räderwerk. Hier wurden die eisenbereiften Holzspeichenräder durch Einzel- oder auch Zwillings-Luftbereifung ersetzt.

Im Motorzug entfiel die Protze.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernard Plumier: 155mm M1917 Howitzer. In: Passion & Compassion 1914–1918, 3. Juni 2010.
  2. Terry Gander, Peter Chamberlain: Weapons of the Third Reich. An Encyclopedic Survey of All Small Arms, Artillery and Special Weapons of the German Land Forces 1939–1945. Doubleday, New York 1979, ISBN 0-385-15090-3.
  3. Le 287e Régiment d’Artillerie Lourde Divisionnaire sur l’Ailette, mai–juin 1940. In: 18e RTA 1940 – 11 novembre 2013 Quierzy (PDF; 69 kB).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Règlement provisoire de manœuvre de l’artillerie lourde. Dispositions spéciales aux batteries armées de canons de 155 court, modèles 1915 S et 1917 S. Imprimerie nationale, Paris 1922 (Digitalisat auf Gallica).