Canon de 240 mm modèle 1884

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Canon de 240 mm modèle 1884


Canon de 240 mm modèle 1884 in gedeckter Stellung

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: Canon de 240 mm modèle 1884
Herstellerland: FrankreichFrankreich Frankreich
Entwickler/Hersteller: Schneider et Cie
Entwicklungsjahr: 1876
Produktionsstart: 1884
Modellvarianten: 240 mm côtier mle 1884
240 mm long tractés mles 1884 und 1884/17
240 mm long „TAZ“ mle 1884 und 1884/17 sur affût Batignolles
240 mm long mle 1884 sur affût-truck Schneider
Waffenkategorie: Küstenartillerie / Schwere Feldartillerie
Technische Daten
Rohrlänge: 5,365 m
Kaliber:

240 mm

Kaliberlänge: L 29
Kadenz: 0,25 Schuss/min
Höhenrichtbereich: – 5° bis + 30° Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 360°
Ausstattung
Verschlusstyp: System de Bange
Munitionszufuhr: Manuell

Die Canon de 240 mm modèle 1884 war ein französisches Geschütz vom Ende des 19. Jahrhunderts. Entwickler war Charles Ragon de Bange. Aus diesem Grunde wurde das Geschütz auch Canon de Bange de 240 genannt. Das Rohr war mit Zügen und Feldern versehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Mai 1874 legte das französische Kriegsministerium die Kaliber 120 mm, 155 mm und 220 mm für die schwere Feldartillerie und die Kaliber 220 mm und 270 mm für die Mörser als Standard fest. Am 31. Dezember 1875 wurde die Entwicklung der „Canon de 240 mm“ für beendet erklärt, und eine erste Bestellung wurde am 22. Januar 1876 erteilt. Die Kanone war im Original auf einer Lafette G montiert und wurde als Küstengeschütz eingesetzt.

Während des Ersten Weltkrieges sah sich das französische Oberkommando mit einer übermächtigen deutschen schweren Artillerie konfrontiert. Man beschloss daraufhin die Schaffung einer eigenen schweren verstärkten Artillerie, genannt (Artillerie lourde à grande puissance – ALGP – schwere Artillerie großer Wirkung), um jeglicher Beschießung der Städte hinter der Front entgegenzutreten. Das Gewicht des Geschützes verringerte die Transportmöglichkeit erheblich. Der Colonel Leduc führt eine Studie durch, um eine neue Artillerielafette zu schaffen. Sie war aus Holz und Stahl gefertigt. Diese Version wurde in zwei Lasten transportiert und auf der Lafette Saint-Chamond (hergestellt von der Compagnie des forges et aciéries de la marine et d'Homécourt). 14 dieser Lafetten wurden ab 1915 bestellt.

Eine weitere Version wurde während des Krieges als Eisenbahngeschütz mit 360° Seitenrichtbereich in Dienst gestellt.

Unterschiede in der Bezeichnung der Beutegeschütze in der Wehrmacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschütz mit seiner hölzernen, stahlverstärkten Hilfslafette im August 1916 bei Dannemarie. Es ist zum Transport in zwei Lasten zerlegt.
Einsatzart Französische Bezeichnung Deutsche Bezeichnung
Küstenartillerie Canon de 240 modèle 1884
Feldartillerie Canon de 240 long tracté modèle 1884 sur affût Saint-Chamond[1] 24-cm-Kanone 556(f)
Feldartillerie Canon de 240 long tracté modèle 1884/17 sur affût Saint-Chamond[2] 24-cm-Kanone 556/1(f)
Eisenbahngeschütze Canon de 240 long TAZ modèle 1884 sur affût Batignolles[3] 24-cm-Kanone (Eisenbahn) 557(f)
Eisenbahngeschütze Canon de 240 long TAZ[4] modèle 1884/17 sur affût Batignolles[5] 24-cm-Kanone (Eisenbahn) 557/1(f)
Eisenbahngeschütze Canon de 240 long modèle 1884 sur affût-truck Schneider[6]

Nach dem Ende des Krieges mit Frankreich 1940 waren noch 31 Feldartilleriegeschütze und 18 Eisenbahngeschütze vorhanden. Die meisten wurden von der Wehrmacht im Atlantikwall eingebaut.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 240-mm-Kanone, Langrohr, Modell 1884 auf Saint-Chamond-Lafette
  2. 240-mm-Kanone, Langrohr, Modell 1884/17 auf Saint-Chamond-Lafette
  3. 240-mm-Kanone, 360° drehbar, Langrohr, Modell 1884 auf Batignolles-Lafette
  4. „TAZ“ steht für tous azimut – rundum drehbar
  5. 240-mm-Kanone, 360° drehbar, Langrohr, Modell 1884/17 auf Batignolles-Lafette
  6. 240-mm-Kanone, Langrohr, Modell 1884 auf Schneider-Raupenfahrgestell

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]