Carl Matthiesen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Carl Matthiesen

Carl Matthiesen (* 30. Mai 1866 in Hadersleben; † 7. Januar 1947 in Flensburg) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Matthiesen war ein Sohn des Kaufmanns Peter Matthiesen (* 3. November 1821 in Tyrstrup; † 4. November 1881 in Hadersleben) und dessen Ehefrau Sophie Gertrude, geborene Sörensen (* 1839 oder 1840). Er hatte einen Bruder namen Thomas. Dieser arbeitete von 1909 bis 1939 als Pastor an der Flensburger St.-Petri-Kirche und schrieb mehrere Arbeiten über die Kirchengeschichte Schleswig-Holsteins, die ihn bekannt machten.[1]

Matthiesen besuchte ein Gymnasium in Hadersleben und studierte ab 1883 Theologie an der Universität Leipzig. Einen Schwerpunkt setzte er dabei auch auf geschichtliche Themen. Später besuchte er Universitäten in Erlangen und Kiel. Nach der Theologischen Abschlussprüfung 1889 ging er an das von Propst Valentiner[2] geleitete nordschleswigsche Predigerseminar.[3] Danach arbeitete er drei Jahre in Hügum und machte hier Bekanntschaft mit Emil Wacker, der die Flensburger lutherische Konferenz gegründet hatte, in die auch Matthiesen eintrat.

Von 1893 bis 1903 wirkte Matthiesen als Pastor in Sonderburg, danach bis 1910 als Pastor von Rödding. An beiden Orten pflegte er Kontakte zur Flensburger Diakonissenanstalt. Hierhin wechselte er als Nachfolger Wackers und wirkte dort 24 Jahre lang als Pastor und Rektor der Anstalt. Bei der Arbeit unterstützte ihn Oberin Hanny Funcke, deren Vater Otto Funcke ein bekannter Theologe war. Bis Lebensende galt er als einer der renommiertesten Theologen der Landeskirche.

Matthiesens Worte fanden Gehör bei den Diakonissen, Gemeinden und auf Synoden in Deutschland und Dänemark. Die Theologische Fakultät der Universität Kiel verlieh ihm 1930 die Ehrendoktorwürde. Während des Kirchenkampfes galt er für viele junge Studenten und Pastoren als geistiger Vater und Berater. Seine Wirkung entfaltete er insbesondere durch seine Predigten, die stark von der nordschleswigschen Erweckungsbewegung beeinflusst waren.

Matthiesen war verheiratet mit Auguste Wolf aus Warnitz, die am 12. Juni 1927 in Flensburg starb.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die persönliche Bekehrung als Predigt der Kirche. In: Rechtgläubigkeit und Frömmigkeit, Band 1. Furche-Verlag Berlin 1938, S. 21–59, hrsg. v. Hans Asmussen.
  • Die Ev.-luth. Diakonissenanstalt Flensburg. Band 1: 1874–1924; Band 2: 1924–1934, Flensburg 1939.
  • Aus meinem Leben. Reich und Heidrich, Ev. Verlag, Hamburg 1948.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DNB 106570099
  2. Eduard Alberti: Valentiner, Christian August. In: Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller von 1829 bis Mitte 1866 (1867 bis 1868). 2. Abt. M-Z. Akademische Buchhandlung, Kiel 1868, S. 496 f. (urn:nbn:de:bvb:12-bsb10730449-2). L. Koch: Valentiner, Christian August. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 18: Ubbe–Wimpffen. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1904, S. 204 (dänisch, runeberg.org).
  3. A. Popp: Das Predigerseminar für Nordschleswig. In: Gothart Magaard, Gerhard Ulrich (Hrsg.): 100 Jahre Preetz. Eine Festschrift. Lutherische Verlagsgesellschaft, Kiel 1996, S. 85–92, vikariat-nordkirche.de (PDF); Valentiner war freilich Propst in Tyrstrup (in Nordschleswig), nicht wie S. 86 angegeben in Tystrup (auf Seeland)!