Catherine Spaak

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Catherine Spaak im Juni 2008

Catherine Spaak (* 3. April 1945 in Boulogne-Billancourt bei Paris; † 17. April 2022 in Rom)[1] war eine französisch-italienische Schauspielerin und Sängerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Catherine Spaak kam frühzeitig zu kleinen Rollen und wurde durch die Hauptrolle in dem Film Wenn Mädchen Frauen werden als lolitahafte Männerverführerin bekannt.

Sie zog bald darauf nach Rom, wo sie mit Lockende Unschuld das erworbene Filmklischee weiter ausbaute. Zugleich berichtete die Klatschpresse in diesem Sinne über sie, wobei permanent darauf hingewiesen wurde, dass sie die Nichte des belgischen Premierministers sei. Später wirkte sie in vielen italienischen Komödien mit und spielte nebenher auch Theater.

Beim Internationalen Film wurde sie nur selten eingesetzt. Ihr Auftritt in der Hollywood-Produktion Hotel, in der sie Rod Taylors Geliebte verkörperte, blieb eine Episode.

Sie wandte sich schließlich dem Journalismus zu, interviewte verschiedene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und schrieb für den Corriere della Sera und viele andere Zeitungen und Zeitschriften.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spaak ist eine Tochter des Drehbuchautors Charles Spaak, Schwester der Schauspielerin Agnès Spaak und Nichte der Widerstandskämpferin Suzanne Spaak und des früheren stellvertretenden belgischen Ministerpräsidenten und Außenministers Paul-Henri Spaak.

Catherine Spaak war 1963/64 für 14 Monate mit dem italienischen Schauspieler Fabrizio Capucci verheiratet.[2] Seinetwegen war sie nach halbjährigem Unterricht bei dem Jesuitenpater Virginio Rotondi zum Katholizismus übergetreten.[3] Aus der Ehe ging Tochter Sabrina Capucci (* 1963) hervor, die ebenfalls Schauspielerin wurde. Auch diese Ehe wurde, von den Betroffenen werbewirksam gefördert, von Anfang an in der Boulevardpresse mit erhobenem Zeigefinger argwöhnisch verfolgt. So titelte der Stern am 8. Dezember 1963 unter der Überschrift „Wird das Glück von Dauer sein? Zwei Junge Schauspieler und die Gefahren ihrer Ehe“ und gab sich im Text seiner Bildreportage neben einem riesigen Bild der mädchenhaften Mutter im kniefreien Nachthemd besorgt: „Die Ehebilder von Catherine Spaak und Fabrizio Capucci zeigen stilles Mutterglück und innige Gattenliebe. Aber; Sie ist 18, er ist erst 23 Jahre alt. Wird ihr Familienidyll eines Tages zerbrechen wie viele andere Schauspieler-Ehen?“[4]

Vorübergehend war Catherine Spaak auch mit Johnny Dorelli verheiratet. Ihr letzter Ehemann war Vladimiro Tuselli.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1959: L’Hiver
  • 1960: Das Loch (Le trou)
  • 1960: Wenn Mädchen Frauen werden / Süße Begierde (I dolci inganni)
  • 1961: Die drei Wahrheiten (Le puits aux trois vérités)
  • 1962: Lockende Unschuld (La voglia matta)
  • 1962: Verliebt in scharfe Kurven (Il sorpasso)
  • 1963: Das Mädchen aus Parma (La parmigiana)
  • 1963: Le monachine
  • 1963: Die Nackte (La noia)
  • 1963: Erotica (L’Amore difficile)
  • 1964: Drei Liebesnächte (Tre notti d’amore)
  • 1964: Der Reigen (La ronde)
  • 1964: Das heisse Leben (La calda vita)
  • 1964: Dünkirchen, 2. Juni 1940 (Week-end à Zuydcoote)
  • 1965: La bugiarda
  • 1965: Oggi, domani, dopodomani
  • 1965: Breakup (L’uomo dei cinque palloni)
  • 1965: Die unglaublichen Abenteuer des hochwohllöblichen Ritters Branca Leone (L’armata Brancaleone)
  • 1966: Geh ins Bett, nicht in den Krieg (Non faccio la guerra, faccio l’amore)
  • 1966: Seitensprung auf italienisch (Adulterio all’italiana)
  • 1966: Madamigella di Maupin
  • 1966: Das Hotel (Hotel)
  • 1968: Huckepack (La matriarca)
  • 1968: Die längsten Finger hat Madame (La notte è fatta per... rubare)
  • 1969: So reisen und so lieben wir (If It’s Tuesday, This Must Be Belgium)
  • 1969: Die Freundin war immer dabei (Certo, certissimo, anzi... probabile)
  • 1969: Una ragazza piuttosto complicata
  • 1970: Con quale amore, con quanto amore
  • 1971: Die neunschwänzige Katze (Il gatto a nove code)
  • 1972: Der große Schwarze mit dem leichten Knall (La schiava io ce l’ho e tu no)
  • 1972: Champ Cherokee (L’uomo dalla pelle dura)
  • 1972: Mord bleibt Mord (Un meurtre est un meurtre)
  • 1973: Liebe Eltern (Cari genitori)
  • 1973: Der Nonnenspiegel (Storia di una monaca di clausura)
  • 1973: Ein Glücksschwein muß kein Ferkel sein (La schiava io ce l'ho e tu no)
  • 1974: La via dei babbuini
  • 1975: Los pájaros de Baden-Baden
  • 1975: Der schwarze Cowboy (Take a Hard Ride)
  • 1975: Einen vor den Latz geknallt (La parola di un fuorilegge… è legge!)
  • 1976: Bruciati da cocente passione
  • 1976: Horse Fever (Febbre da cavallo)
  • 1978: Per vivere meglio, divertitevi con noi
  • 1979: Ein Bankangestellter in Nöten (Rag. Arturo De Fanti, bancario - precario)
  • 1980: Sunday Lovers
  • 1980: Ich und Katharina (Io e Caterina)
  • 1981: Honigmund (Miele di donna)
  • 1983: Machen Sie Ihr Spiel (La Martingale)
  • 1984: Claretta
  • 1986: Affari di famiglia (Fernsehfilm)
  • 1990: Scandalo segreto
  • 2000: Der kleine Lord – Retter in der Not (Il ritorno del piccolo lord)
  • 2002: Joy – scherzi di gioia
  • 2004: Promessa d’amore
  • 2004: Julie – Agentin des Königs (Julie, chevalier de Maupin)
  • 2007: L’uomo privato
  • 2010: Alice
  • 2011: I più grandi di tutti
  • 2014: Ti sposo ma non troppo
  • 2019: La vacanza

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Catherine Spaak – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachruf auf Catherine Spaak
  2. Catherine Spaak. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1964, S. 100.
  3. Catherine Spaak. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1962, S. 117.
  4. Wird das Glück von Dauer sein? Zwei Junge Schauspieler und die Gefahren ihrer Ehe, Stern Nr. 49 [8. Dezember 1963]