Champaka

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Champaka
Champaka (Magnolia champaca)

Champaka (Magnolia champaca)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Magnoliengewächse (Magnoliaceae)
Gattung: Magnolien (Magnolia)
Art: Champaka
Wissenschaftlicher Name
Magnolia champaca
(L.) Baill. ex Pierre

Magnolia champaca, selten Joy Parfümbaum und in den Heimatgebieten auch Champaka, Champak, Huang Yu Lan oder Safa genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Magnolien (Magnolia) in der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borke
Früchte und einfache, ledrige Laubblätter
Illustration aus Francisco Manuel Blanco: Flora de Filipinas ...

Habitus und Blatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnolia champaca wächst in der Regel als immergrüner mittelgroßer bis großer Baum mit Wuchshöhen von 9 bis 24 Metern, in Kultur aus Platzgründen manchmal als Strauch. Die Borke ist dunkelgrau. Die Rinde junger Zweige ist rostfarben wollig behaart.

Die einfachen, ledrigen Laubblätter sind mit einer Länge von 13 bis 25 Zentimetern und einer Breite von 4,5 bis 8,5 Zentimetern lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich. Beide Blattflächen sind rostfarben behaart, höchstens an den Blattadern kahl. Die Nebenblätter sind intensiv rostfarben flaumig behaart.

Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. Die früh abfallenden Tragblätter sind rost- oder goldfarben behaart. Der Blütenstiel ist 3 bis 5 mm lang.

Die duftenden, zwittrigen Blüten weisen einen Durchmesser von 5 bis 7 Zentimetern auf. Es sind 12 bis 15, selten bis zu 20 fast gleichgestaltige Blütenhüllblätter vorhanden; sie sind 2 bis 3,5 Zentimeter lang, 0,3 bis l,2 Zentimeter breit und hellgelb bis orangefarben. Die vielen Staubblätter weisen eine Länge von 5 bis 7 mm auf mit l,5 bis 2 mm langen Staubfäden. Die vielen freien, einkammerigen Fruchtblätter weisen eine Länge von 4 mm auf und enthalten jeweils zwei bis mehrere Samenanlagen.

Frucht und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einer 5 bis 10 Zentimeter langen Fruchtstandsachse sind viele Balgfrüchte angeordnet. Die braunen Balgfrüchte sind mit l bis 2 Zentimeter fast gleich breit wie lang, spärlich behaart und mit warzigen Auswucherungen bedeckt. Sie öffenen sich von oben nach unten an einer oder manchmal beiden Seiten und enthalten eine bis zwei oder einige Samen. Die braunen, glänzenden Samen weisen eine Länge von 5 bis 12 mm auf und sind meist am Rücken gerundet.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Duft der Blüten ist so verführerisch wie ein edles Parfüm, und genau dafür werden die Aromastoffe auch gewonnen und verwendet. Champaka dient der Verwendung zur Herstellung von „Joy“, dem teuersten Parfumaroma der Welt.

Champaka ist eine wichtige Blüte, die in fast allen südostasiatischen Ländern wie Indonesien, Thailand, Malaysia und Indien für Ayurveda, Zeremonien und Massagen verwendet wird und ist dort meist nahe den Tempeln kultiviert. In Bali legt man die Blüte in Wasser ein. Das wohlduftende Wasser wird anschließend für die Segnung des Hauses und beim Beten rituell versprengt. Die Blüten werden auch traditionell im Haar getragen und sind Bestandteil von zeremoniellem Tanzkopfschmuck. Der Duft kann hunderte Meter weit wahrgenommen werden; eine einzelne Blüte reicht als Duftspender für einen Raum oder ein Auto aus.

Die Inhaltsstoffe haben nicht-ölige Konsistenz und werden durch Destillation, Pressung und Extraktion mittels Lösung gewonnen. Verwendung für Parfümöl, Aromatherapie, Kosmetik, Düfte, Seifen, Aromen in der Lebensmittelindustrie, alternativmedizinische Anwendung bei Gastritis, Stärkung der Bänder und Muskeln, chronische Arthritis, Koliken, wirkt diuretisch, hat eine Reputation als wirksames Aphrodisiakum. Laut einigen Herstellern von Räucherstäbchen ein Bestandteil von Nag Champa. Der bekannteste Hersteller ist Agarbatti.

Ayurveda-Zuordnung: Kehlkopfchakra (Vishudda), „Reinheit“, Reinigende Mischung, Element Äther. Empfohlen bei Atembeschwerden und Verschleimungen. Blume Michelia champaka und Pflanze Ocimum sanctum. Ein Dekokt der Rinde wird im Osten fiebersenkend eingesetzt.

Champaka zählt zu den asiatischen, ozeanischen und australischen Exporthölzern. Das Holz ist weich und bricht leicht.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Michelia champaca durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, Seite 536.[1] Synonyme für Michelia champaca L. sind: Magnolia champaca (L.) Baill. ex Pierre, Magnolia membranacea P.Parm., Michelia blumei Steud., Michelia euonymoides Burm. f., Michelia pilifera Bakh. f., Michelia rufinervis Blume, Michelia suaveolens Pers., Michelia tsiampacca Blume, Michelia tsiampacca var. blumei Moritzi, Michelia velutina Blume, Sampacca suaveolens (Pers.) Kuntze, Sampacca velutina Kuntze[1][2]

Magnolia champaca gehört zur Sektion Michelia in der Gattung Magnolien (Magnolia).[3] Andere Autoren sehen Michelia champaca L. in einer eigenen Gattung Michelia L..[2]

Je nach Autor gibt es von Magnolia champaca zwei Varietäten:[3]

  • Magnolia champaca (L.) Baill. ex Pierre var. champaca: Sie stammt vermutlich aus dem südlichen Indien. Sie wird in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan sowie in Taiwan als Zier- und Heilpflanze angebaut.[2]
  • Magnolia champaca var. pubinervia (Blume) Figlar & Noot. (Syn.: Michelia champaca var. pubinervia (Blume) Miq., Michelia pubinervia Blume): Sie ist von Indien über Nepal, Myanmar, Thailand sowie Vietnam, südliches Tibet, südliches bis südwestliches Yunnan bis Indonesien und Malaysia weitverbreitet.[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Magnolia champaca bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 15. Januar 2020.
  2. a b c d Yuhu Liu, Nianhe Xia, Liu Yuhu, Hans P. Nooteboom: Magnoliaceae.: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7 – Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. Michelia champaca Linnaeus, S. 79 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  3. a b Rafaël Govaerts (Hrsg.): Magnolia champaca. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 26. September 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Champaka (Magnolia champaca) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien