Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode

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Dieser Artikel handelt von Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691–1771);
siehe auch Christian-Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1864–1940)
Exlibris von Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1721)

Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (* 2. April 1691 in Gedern; † 25. Oktober 1771 in Wernigerode) regierte von 1710 bis 1771 über die seit 1714 unter unmittelbarer Oberhoheit Brandenburg-Preußens stehende Grafschaft Wernigerode im Harz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Ernst ist das 10. Kind der 2. Ehe des Grafen Ludwig Christian zu Stolberg. Seine Mutter war die Fürstin Christine von Mecklenburg-Güstrow, Tochter von Gustav Adolf von Mecklenburg-Güstrow.

Gemäß dem väterlichen Testament vom 23. Januar 1699 erhielt er nach dessen Tod die Grafschaft Wernigerode, über die bislang sein Onkel Graf Ernst zu Stolberg regierte, den Hohnsteinschen Forst südlich von Benneckenstein und die Ansprüche auf das verpfändete Amt Elbingerode (Harz). Nach dem Tod des Vaters 1710 trat er unter Vormundschaft seiner Mutter das Erbe an und nannte sich fortan Graf zu Stolberg-Wernigerode. Er verlegte den Regierungssitz von Ilsenburg zurück nach Wernigerode, dessen Schloss er renovieren und baulich erweitern ließ.

1714 musste Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode in einem Rezess die Oberhoheit Brandenburg-Preußens über die Grafschaft Wernigerode anerkennen.

Am 21. Mai 1738 erließ er eine Primogeniturordnung, die die Erbfolge nur in männlicher Linie vorsah und damit künftige Teilungen der Grafschaft Wernigerode untersagte.

Durch Ableben seines Bruders Heinrich August erbte er 1748 die fränkische Herrschaft Schwarza.

Christian Ernst war Ritter des königlich-preußischen Schwarzen Adlerordens und des königlichen-dänischen Ordens de l'union parfaite. Von 1735 bis 1745 leistete er als Geheimer Rat seinem Cousin, dem König Christian VI. von Dänemark hilfreiche Dienste.

Unter der Regierung des Grafen Christian Ernst entwickelte sich eine rege Bautätigkeit innerhalb der Grafschaft Wernigerode, so ließ er den Lustgarten im französischen Stil umgestalten und das Gebäude einer Orangerie errichten. Ferner ist ihm die Errichtung des später so genannten Wolkenhäuschen auf dem Brocken zu verdanken.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 31. März 1712 war er mit Sophie Charlotte Gräfin zu Leiningen-Westerburg (* 22. Februar 1695; † 10. Dezember 1762) verheiratet. Sie war die Tochter von Johann Anton Graf zu Leiningen-Westerburg in Schadeck und Christine Luise Gräfin zu Sayn-Wittgenstein. Die beiden hatten einen Sohn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Förstemann: Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, Hannover 1886.
  • Eduard Jacobs: Stolberg-Wernigerode, Christian Ernst Graf zu. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 381–386.
  • Friedrich Wilhelm Bautz: CHRISTIAN ERNST Graf von Stolberg-Wernigerode. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 1003–1004.
  • Kai Festerling: Christian Ernst (1691–1771) und Heinrich Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1716–1778). Ein Beitrag zur Erforschung adeliger Vater-Sohn-Beziehungen in der Frühen Neuzeit (Magisterarbeit; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg), Magdeburg 2011.
  • Mareike Säck: Christian Ernst und Sophie Charlotte zu Stolberg-Wernigerode als Begründer eines herrschaftlichen Pietismus in ihrer Grafschaft, in: Claus Veltmann [u.a.] (Hg.), Mit göttlicher Güte geadelt. Adel und Hallescher Pietismus im Spiegel der fürstlichen Sammlungen Stolberg-Wernigerode, Halle/Saale 2014, S. 38-49
Vorgänger Amt Nachfolger
--- Graf zu Stolberg-Wernigerode
17101771
Heinrich Ernst