Christian Reitz (Sportschütze)

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Christian Reitz Sportschießen
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 29. April 1987
Geburtsort Löbau, DDR
Karriere
Disziplin Sportschießen
Klassen OSP, Sport- (SP),
Luft- (LP), Freie Pistole (FP)
Zentralfeuer- (ZFP), Standardpistole (STP)
Verein SV Kriftel
Trainer Detlef Glenz
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Europaspiele Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
EM-Medaillen 6 × Gold 4 × Silber 3 × Bronze
JWM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JEM-Medaillen 5 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
letzte Änderung: 13. August 2016

Christian Reitz (* 29. April 1987 in Löbau, DDR) ist ein deutscher Sportschütze. Er schießt mit der Schnellfeuerpistole.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Reitz ist Polizeioberkommissar, startete für den SV Kriftel und wird von Detlef Glenz trainiert. Er ist Angehöriger der Sportfördergruppe der hessischen Bereitschaftspolizei. Zunächst erreichte er große Erfolge im Juniorenbereich. 2003 wurde er bei den Europameisterschaften in Pilsen Sechster, ein Jahr später in München Achter und 2005 in Belgrad Siebter. Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Zagreb konnte Reitz die Goldmedaille ebenso gewinnen wie im Jahr darauf bei der EM in Granada. Mit der Luftpistole wurde er 2007 in Deauville Vierter.

Seit 2008 tritt Reitz im Männerbereich an und gewann in Mailand und in Rio de Janeiro erstmals Weltcups, in München wurde er Zweiter. In Mailand stellte er mit 591 Ringen den Weltrekord ein und stellte mit 794,0 Ringen (alter Finalmodus) einen neuen Weltrekord im Finaldurchgang auf. Reitz qualifizierte sich damit für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Dort gewann er die Bronzemedaille mit der Pardini SP electronic Schnellfeuerpistole hinter dem Ukrainer Oleksandr Petriw und dem Deutschen Ralf Schumann. Vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler wurde Reitz im November 2008 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Zudem wurde er in die „Hall of Fame“ des Deutschen Schützenbundes aufgenommen und war Polizeisportler des Jahres 2008 in Hessen.

2010 siegte Reitz bei den Polizeiweltmeisterschaften gleich in zwei Wettbewerben, vierzehn Tage später belegte er bei der Schnellfeuerwoche in Wiesbaden den vierten Platz.[1]

Reitz ist in der Sportfördergruppe der hessischen Polizei, wo er sein Studium zum Polizeikommissar an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung abschloss.[2]

Bei den erstmals ausgetragenen Europaspielen in Baku gewann Reitz zweimal Gold und avancierte damit zum erfolgreichsten Schützen innerhalb des Deutschen Schützenbundes.

2016 gewann er bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro die Goldmedaille mit der Schnellfeuerpistole. Dafür wurde ihm am 1. November 2016 von Bundespräsident Joachim Gauck erneut das Silberne Lorbeerblatt – die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland – verliehen.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwachsenenklasse
  • Olympische Spiele
    • Olympia-Teilnehmer 2008, 2012 und 2016.
    • Olympia-Bronze 2008 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • Olympia-Gold 2016 (Olympische Schnellfeuerpistole)
  • Weltmeisterschaften
    • WM Bronze (Einzel) 2014 (Standardpistole)
    • WM Gold (Team) 2014 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • WM Silber (Team) 2010 (Standardpistole)
  • Weltcup
    • Weltcup-Finale (Gold) 2011 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • Weltcup-Finale (Silber) 3-mal 2008, 2009 und 2012 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • Weltcup-Finale (Bronze) 2013 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • Weltcup (Gold) 9-mal (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • Weltcup (Silber) 6-mal (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • Weltcup (Bronze) 3-mal (Olympische Schnellfeuerpistole)
  • Europaspiele
    • ES Gold (Einzel) 2015 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • ES Gold (Team) 2015 (Mixed Luftpistole)
  • Europameisterschaften
    • EM Gold (Einzel) 2015 (Zentralfeuerpistole)
    • EM Silber (Einzel) 2011 und 2015 (Standardpistole)
    • EM Silber (Einzel) 2013 (Zentralfeuerpistole)
    • EM Bronze (Einzel) 2011 und 2013 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • EM Gold (Team) 2011 und 2015 (Standardpistole)
    • EM Gold (Team) 2013 und 2015 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • EM Gold (Team) 2015 (Zentralfeuerpistole)
    • EM Silber (Team) 2011 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • EM Bronze (Team) 2011 (Zentralfeuerpistole)
Juniorenklasse
  • Juniorenweltmeisterschaften
    • WM Gold (Einzel) 2006 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • WM Silber (Team) 2006 (Olympische Schnellfeuerpistole)
  • Junioreneuropameisterschaften
    • EM Gold (Team) 2003 (Olympische Schnellfeuerpistole), 2005 (Olympische Schnellfeuerpistole), 2007 (Luftpistole)
    • EM Gold (Einzel) 2007 (Olympische Schnellfeuerpistole), 2007 (Standardpistole)
    • EM Silber (Team) 2004 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • EM Silber (Einzel) 2007 (Sportpistole)
    • EM Bronze (Team) 2007 (Sportpistole)
Polizeimeisterschaften
  • Weltmeisterschaften
    • WM Gold 2010 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • WM Gold 2010 (Zentralfeuerpistole)
  • Europameisterschaften
    • EM Gold 2007 und 2011 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • EM Gold 2011 (Zentralfeuerpistole)
    • EM Bronze 2011 (Freie Pistole)
Studentenmeisterschaften
  • Weltmeisterschaften
    • WM Gold 2010 (Olympische Schnellfeuerpistole)
    • WM Silber 2010 (Luftpistole)
Bundesliga
  • Luftpistolen Bundesliga
    • BL-Bronzemedaille mit dem SV Kriftel (Saison 2010/2011)
    • BL-Silbermedaille mit dem SV Kriftel (Saison 2011/2012)
    • BL-Silbermedaille mit dem SV Kriftel (Saison 2015/2016)
    • BL-Goldmedaille mit dem SV Kriftel (Saison 2012/2013)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Silbernes Lorbeerblatt 2008[3] und 2016[4]
  • „Hall of Fame“ des Deutschen Schützenbundes
  • Polizeisportler des Jahres 2008 in Hessen
  • Ehrenmitglied des Sächsischen Schützenbundes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Reitz knapp an den Medaillenrängen vorbei Meldung des Deutschen Schützenbundes (abgerufen am 8. Mai 2010)
  2. Ulrich Schwaab: Sportstars als Vorbild auch auf der Polizeiwache. In: Wiesbadener Kurier. Nr. 110. Wiesbaden 13. Mai 2010, S. 1.
  3. „Silbernes Lorbeerblatt“ für deutsche Medaillengewinner. In: dsb.de. Deutscher Schützenbund e. V., 25. November 2008, abgerufen am 6. November 2016.
  4. Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes. Bundespräsidialamt, 1. November 2016, abgerufen am 3. November 2016.