Christoph Hubig

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Christoph Hubig (* 15. April 1952 in Saarbrücken) ist ein deutscher Philosoph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hubig studierte von 1970 bis 1974 Philosophie, Soziologie, Germanistik und Musikwissenschaft in Saarbrücken und an der TU Berlin.[1] Die Promotion erfolgte im Jahr 1976 im Fach Philosophie zum Thema "Dialektik und Wissenschaftslogik",[2][1] die Habilitation im Jahr 1983 zum Thema "Handlung - Identität - Verstehen"[3][1]. Im Jahre 1986 erhielt er eine Professur für Praktische Philosophie an der TU Berlin,[1] 1992 die Gründungsprofessur für Praktische Philosophie der Universität Leipzig,[1] 1997 den Lehrstuhl für Philosophie mit den Schwerpunkten Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie an der Universität Stuttgart,[1] er war seit 2004 Gastprofessor und Senior Consultant an der Dalian University of Technology/China[1] und seit März 2010 Professor für Praktische Philosophie sowie Philosophie der wissenschaftlich-technischen Kultur an der TU Darmstadt,[1] dort seit 2015 Dekan des Fachbereichs Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften.[1]

Hubig war Prorektor der Universität Stuttgart (2000–2002),[1] Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (1993–2005), Kurator und Leiter des Studienzentrums Deutschland der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung (2002–2010),[1] Direktor des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart (2005–2010).[1] An der Universität Stuttgart war er als Projektleiter im Sonderforschungsbereich (SFB) 627 "Nexus" Ubiquitous Computing (2002–2010) und Principal Investigator (Integrative Platform of Reflection and Evaluation) des Exzellenzclusters "Simulation Technology" (2007–2010). Für den Verein deutscher Ingenieure (VDI) war Hubig in verschiedenen Funktionen tätig, so als Vorsitzender des Bereichs "Mensch und Technik" (1997–2003[1]) und seitdem als Mitglied zahlreicher Ausschüsse.

Hubig wurde mit dem Sonderpreis der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (IGIP) sowie der Ehrenmedaille des VDI ausgezeichnet. 2012 erschien die Festschrift "Reflexion des Möglichen".

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage seiner Forschungen in den Bereichen Technikphilosophie, Kultur- und Sozialphilosophie, Handlungstheorie, Anwendungsbezogene Ethik und Wissenschaftstheorie sind Untersuchungen zur Genese, Fortschreibung, Disponibilität, Normierbarkeit und Reflexion einschlägiger Strukturen und Praktiken. Entsprechend wurden Analysen zur Technik als Medium/System, als Macht (Instanz der Ermöglichung), zu normativen Fragen der Systemgestaltung und Vorstellbarkeit systemischer Zusammenhänge (simulation technology) vorgelegt.[4] Philosophiehistorische Anknüpfungspunkte liegen bei Aristoteles, Hegel und dem Pragmatismus.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Technik- und Wissenschaftsethik. Ein Leitfaden, Berlin/Heidelberg/New York 1993, 2. überarb. Aufl. 1995.
  • Funkkolleg Technik: Einschätzen – Beurteilen – Bewerten, Weinheim 1996.
  • Technologische Kultur, Leipzig 1997.
  • Unterwegs zur Wissensgesellschaft, Berlin 2000.
  • Mittel, Bielefeld 2002.
  • Die Kunst des Möglichen. Grundlinien einer Philosophie der Technik, Bd. 1: Philosophie der Technik als Reflexion der Medialität, Bielefeld 2006.
  • Die Kunst des Möglichen. Grundlinien einer Philosophie der Technik, Bd. 2: Ethik der Technik als Provisorische Moral, Bielefeld 2007.
  • Bildung und Kompetenz, Göttingen 2009.
  • Die Kunst des Möglichen. Grundlinien einer Philosophie der Technik, Bd. 3: Macht der Technik, Bielefeld 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Christoph Hubig: Prof. Dr. phil. Christoph Hubig, Wissenschaftlicher Werdegang. TU-Darmstadt, abgerufen am 15. September 2016.
  2. Christoph Hubig: Dialektik und Wissenschaftslogik. Eine sprachphilosophisch-handlungstheoretische Analyse. Promotion, Reprint 2015 (= Grundlagen der Kommunikation und Kognition / Foundations of Communication and Cognition). de Gruyter, 1978, ISBN 978-3-11-007373-7.
  3. Christoph Hubig: Handlung, Identitat, Verstehen: Von der Handlungstheorie zur Geisteswissenschaft. Habilitation (= Beltz Monographie). Beltz, Weinheim 1985, ISBN 978-3-407-54687-6.
  4. siehe Artikel "Medialität/Medium" und "Möglichkeit" in der Enzyklopädie Philosophie (Hamburg 2010)