Christoph Müllerleile

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Christoph Müllerleile (* 6. Dezember 1946 in Diez) ist ein deutscher Journalist und Kommunalpolitiker ehemaliger Stadtverordnetenvorsteher in Oberursel, Initiator und Mitgründer des Deutschen Fundraising Verbandes und des Deutschen Spendenrates sowie ehemaliger Vorsitzender des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ).

Christoph Müllerleile

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1966 machte Müllerleile das Abitur am Gymnasium Oberursel. Anschließend absolvierte er eine journalistische Ausbildung bei der Frankfurter Neue Presse, bevor er sein Studium der Publizistik und Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz begann, welches er im Jahr 1976 mit dem Magister abschloss. Im Jahr 1993 erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. mit einem Thema zur politischen Integration[1].

Von 1976 bis 1977 war er Redakteur der Deutschen Kriminalfachredaktion bei Eduard Zimmermann in Mainz, von 1977 bis 1981 stellvertretender Sprecher der CDU in Bonn und von 1981 bis 1985 Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung für die englischsprachige Karibik mit Sitz in Kingston.[2]

Seit 1985 ist er beruflich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising für Nonprofit-Organisationen tätig, hierbei unter anderem beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, beim Hilfswerk Kirche in Not/Ostpriesterhilfe, der Umweltstiftung WWF Deutschland und der Deutschen Herzstiftung. Im Jahre 1993 war er Initiator, Mitgründer und bis 2002 Vorsitzender des Deutschen Fundraising Verbands e.V.[3] sowie Mitgründer des Deutschen Spendenrats e.V.[4] Von 2007 bis 2011 war er Mitglied des Ausschusses „Standards für eine gute, ethische Fundraising-Praxis“ des Deutschen Fundraising Verbands, seit 2014 ist er Mitglied der Schiedskommission und Vorsitzender der Jury für den Deutschen Fundraising-Preis.[5]

Im Jahre 1998 gründete er das Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising in Oberursel. Er spezialisierte sich auf die Beratung von Nonprofit-Organisationen im Fundraising. Von 1993 bis 2004 war er Redaktionsleiter der Fachzeitschrift „BSM-Newsletter“, später „Fundraising aktuell“, die bis 2008 als „Fundraising aktuell online“ weitergeführt wurde.

Er verfasste zahlreiche Buch- und Zeitschriftenbeiträge zum Thema Mittelbeschaffung für gemeinnützige Zwecke. Er hatte Lehraufträge am Institut für Publizistik der Universität Mainz, an der Theologischen Fakultät Paderborn sowie der Hochschule Darmstadt. Seit 2007 ist er Dozent am Master-Fernstudiengang Management von Kultur- und Nonprofit-Organisationen der Technischen Universität Kaiserslautern.[6]

Ehrenamtliche Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1972 bis 1977, 1997 bis 2000 und 2001 bis 2003 war Müllerleile Stadtverordneter in Oberursel für die CDU. Im Jahr 2003 kandidierte er bei der Bürgermeisterwahl in Oberursel vergeblich als Unabhängiger, erzielte aber 24,51 % der Stimmen. Im Jahr 2006 wurde er Stadtverordneter für die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) und war von 2011 bis 2016 Stadtverordnetenvorsteher.[7][8] Von 2006 bis 2016 war er Kreistagsabgeordneter für die Freie Wählergemeinschaft Hochtaunuskreis (FWG) und dort stellvertretender Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses.

Müllerleile war unter anderem Vorstandsmitglied von CARE Deutschland, Vorsitzender des Stiftungsrats der Deutschen CARE-Stiftung. Von 2010 bis 2016 war er Vorsitzender des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) in Hürth.

Auf lokaler und regionaler Ebene war Müllerleile Pfarrjugendleiter der katholischen Jugend, Vorsitzender des Stadtjugendrings Oberursel und der Jungen Union Oberursel. Er ist Mitgründer und Vorstandsmitglied der Fördervereine des Gymnasiums Oberursel und der Pfarrgemeinde Liebfrauen sowie der Oberurseler Initiative Opferdenkmal e.V. und war Pfarrgemeinderat in den katholischen Gemeinden St. Ursula und Liebfrauen in Oberursel. Von 1999 bis 2010 war er Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften.[9] Seit 2006 ist er Vorsitzender des Fördervereins der Förderschule Hans-Thoma-Schule (Oberursel).

Auf Landesebene war Müllerleile Vorstandsmitglied der Jungen Union Hessen[10] und des Bezirksverbands Westhessen. Während seiner Auslandstätigkeit war er Vorstandsmitglied der Jamaican-German Society, des Rotary-Club Kingston-Downtown, der Cherry Gardens Citizens Association, alle in Kingston, und danach der Deutsch-Jamaikanischen Gesellschaft in Bonn. [11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Müllerleile: Spendensendungen und Spendenabwicklungspraxis der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. Untersuchung im Auftrag der Stiftung Fliege. (Opusculum Nr. 16; PDF; 237 kB) Berlin: Maecenata-Institut, 2005.
  • Christoph Müllerleile: CARICOM Integration - Progress and Hurdles - A European View. Foreword by Rex Nettleford. LMH Publishing Limited, Kingston (Jamaica), Second Edition 2003. ISBN 976-8184-61-2
  • Christoph Müllerleile: Die Integration der CARICOM-Staaten - Fortschritte und Hindernisse auf dem Weg zur Karibischen Gemeinschaft. Politikwissenschaftliche Perspektiven Bd. 9, herausgegeben von Manfred Mols. Münster und Hamburg: Lit 1993. (Dissertation Mainz 1993).
  • Fundraising Akademie (Hrsg.): Fundraising – Handbuch für Grundlagen, Strategien und Instrumente. Gabler Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-409-21672-3. Redaktion der 1. und 2. Auflage des Buches und Verfassen der Beiträge Fundraising-Kodex, Verbände, Fundraising-Märkte, Massenmedien, Ehrenamt, Zahlwege, 4. Auflage Wiesbaden 2009 ISBN 978-3-8349-0820-9. Beitrag Die Rolle der Massenmedien im Fundraising
  • Zahlreiche Beiträge in Fachbüchern und Zeitschriften.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Müllerleile: Die Integration der CARICOM-Staaten, Diss Mainz 1993.
  2. Christoph Müllerleile: Jamaika 1981 bis 1985. :n: Konrad-Adenauer-Stiftung Internationale Zusammenarbeit (Hrsg.): In der Welt und für die Welt - 40 Jahre internationale Zusammenarbeit. Persönliche Erfahrungsberichte. herausgegeben von Josef Thesing. Sankt Augustin: Konrad-Adenauer-Stiftung 2002, S. 162–168. ISBN 3-933714-77-X
  3. 20 Jahre Deutscher Fundraising Verband. Sonderausgabe FUNDStücke 2-2013. S. 6. ISSN 2190-1783
  4. Arm rechnen, arm reden. In: Der Spiegel 07.02.1994, Nr. 6, Seite 63.
  5. Schiedskommission des Deutschen Fundraising Verbands (Memento des Originals vom 23. März 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fundraisingverband.de abgerufen 1. Oktober 2016.
  6. Lebenslauf von Dr. Christoph Müllerleile abgerufen 1. Oktober 2016
  7. Kandidat für die Stadtverordnetenversammlung
  8. Ohne Amt mehr Zeit fürs Privatleben. Frankfurter Rundschau, 07.04.2026, S.R6
  9. Mann der ersten Stunde. In Frankfurter Neue Presse, Taunus Zeitung 15.01.2015, S. 4.
  10. Wir werden uns eines Tages umarmen. In: Frankfurter Neue Presse, Taunus Zeitung vom 17. Juni 2015, S. 5
  11. Bürgerschaftliches Engagement Dr. Christoph Müllerleile abgerufen 1. Oktober 2016
  12. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger 12.05.2016.
  13. Veröffentlichungen Christoph Müllerleile, abgerufen 2. Oktober 2016.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karlheinz Arbogast: Christoph Müllerleile feiert heute den 50. Geburtstag. In: Frankfurter Neue Presse, Taunus Zeitung, 6. Dezember 1996, S. 21 .
  • Jürgen Streicher: Als Profi-„Fundraiser“ könnte er Geschichten schreiben. Der Oberurseler Christoph Müllerleile sammelt (zur Zeit) hauptberuflich Spenden/Heute wird er 50 Jahre alt. In: Frankfurter Rundschau, Lokalrundschau, Ausgabe Hochtaunuskreis, 6. Dezember 1996, S. 3.
  • Christoph Rech: Ein „Großer Organisator“ wird 60. In: Frankfurter Neue Presse, Taunus Zeitung Viordertaunus 6. Dezember 2006, S. 4.Permanente Adresse.
  • Namen und Nachrichten. (60. Geburtstag). In: Usinger Anzeiger, 7. Dezember 2006.
  • Stadtverordneter Dr. Christoph Müllerleile abgerufen 1. Oktober 2016.