Cimicomorpha

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Cimicomorpha
Deraeocoris ruber, Miridae

Deraeocoris ruber, Miridae

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Teilordnung: Cimicomorpha
Wissenschaftlicher Name
Cimicomorpha
Leston, Pendergrast & Southwood, 1954

Die Cimicomorpha sind neben den Nepomorpha, Gerromorpha, Dipsocoromorpha, Pentatomomorpha, Enicocephalomorpha und Leptopodomorpha eine Teilordnung der Wanzen (Heteroptera) innerhalb derer diese die größte Verwandtschaftsgruppe bildet. Sie umfasst unter anderem die beiden großen Familien der Weich- oder Blindwanzen (Miridae) und der Raubwanzen (Reduviidae). Weltweit sind über 20.000, ausschließlich terrestrisch lebende Arten der Cimicomorpha bekannt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Vertreter der Cimicomorpha sind nicht zuletzt aufgrund ihrer Artenfülle in ihrer Gestalt und Lebensweise außerordentlich vielfältig. Gitter- oder Netzwanzen (Tingidae) sind, wie der Name schon andeutet, durch eine netzartige Struktur der Halbdecken (Hemielytren) und des Halsschildes (Pronotum) gekennzeichnet. Die räuberisch lebenden Raubwanzen (Reduviidae) sind zum Großteil robust gebaut. Weichwanzen (Miridae) verfügen dagegen über eine schwächer sklerotisierte Körperdecke. Insgesamt überwiegen grünliche und bräunlich-gelbe Tarnfärbungen. Schwarz-rote oder schwarz-gelbe Warntrachten sind seltener. Neben vielen Pflanzensaftsaugern, so die meisten Weichwanzenarten, enthält die Gruppe die im Vergleich zu den übrigen Teilordnungen meisten räuberisch und parasitisch lebenden Formen. Unter den Plattwanzen (Cimicidae) befinden sich etliche blutsaugende Arten. Sie saugen an Säugetieren und Vögeln; die Bettwanze (Cimex lectularius) auch das Blut von Menschen.

Die Mehrzahl der Cimicomorpha verfügt über eine Reihe spezifischer Merkmale, die sie von den übrigen Großgruppen unterscheidet: Auf der Körperunterseite sind keine Grubenhaare (Trichobothrien) entwickelt. Das Genitalsegment wird meistens durch das 9. Segment gebildet. Bei den Weibchen gibt es keine Spermatheken (Receptaculum seminis). Wenige Ausnahmen bilden einige Arten der Reduvioidea und der Tingoidea, bei denen diese paarweise vorhanden sind. Verbreitet ist eine sogenannte „traumatische Insemination“, wobei die Spermaübertragung durch die Penetration der weiblichen Körperhöhle erfolgt, so zum Beispiel bei den Sichelwanzen (Nabidae). Die Eier werden meist mit Hilfe des Legebohrers (Ovipositor) in Pflanzenteile versenkt.

Systematik[Bearbeiten]

Unterfamilien und Familien in Europa:[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatCimicomorpha. Fauna Europaea, abgerufen am 26. Juli 2007.

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Wachmann, A. Melber, J. Deckert: Wanzen. Band 1: Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha (Teil 1), Neubearbeitung der Wanzen Deutschlands, Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz, Goecke & Evers, Keltern 2006, ISBN 3-931374-49-1
  • E. Wachmann, A. Melber, J. Deckert: Wanzen. Band 2: Cimicomorpha: Microphysidae (Flechtenwanzen), Miridae (Weichwanzen). Neubearbeitung der Wanzen Deutschlands, Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz, Goecke & Evers, Keltern 2004, ISBN 3-931-37457-2
  • E. Wagner: Heteroptera Hemiptera. - In: Brohmer, P., P. Ehrmann, G. Ulmer (Hrsg.): Die Tierwelt Mitteleuropas. IV, 3 (Xa). - Leipzig 1959, 173 S.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cimicomorpha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien