Claus Böhmler

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Claus Böhmler (* 29. Oktober 1939 in Heilbronn; † zwischen 20. Februar und 26. Februar 2017 in Hamburg[1]) war ein deutscher Bildender Künstler, Zeichner und Medienkünstler. Er lebte und arbeitete in Hamburg.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böhmler besuchte zunächst ab 1961 die Werkschule Pforzheim. Von 1963 bis 1968 absolvierte er ein Kunststudium an den Kunstakademien Stuttgart und Düsseldorf und war Schüler von Joseph Beuys. Sein erstes bekanntes Werk Pinocchio stammt aus dem Jahr 1969.[2] Von 1974 bis 2005 war er Professor an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Claus Böhmler war Mitglied der Lord Jim Loge und ab 1994 im Deutschen Künstlerbund.[3]

Böhmler war einer der ersten Künstler in Deutschland, die sich für moderne Techniken der Bildreproduktion interessierten. Durch einfaches Fragen nach den Mechanismen der Technik und durch das Spielen mit den Möglichkeiten des Mediums macht er auf Regeln und Funktionen aufmerksam, die der Wahrnehmung sonst meist entgehen. Sein Umgang mit Radio, Cassettengerät, Fotoapparat, Film- oder Videokamera ist ironisch.

In Böhmlers Bildern und Objekten kommt der Verwendung von Sprache als Kommentar, Erläuterung oder Wortspiel eine zentrale Rolle zu. Die Sprache als Grundlage der Kommunikation ist für ihn das Medium höchster Authentizität. Aber auch hier zielt seine Untersuchung immer wieder auf den tatsächlichen Sinngehalt der Wörter, Sätze und Begriffe.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„In seinen Readymades aus Bildschirmfragmenten (‚Elektronisches Notizbuch‘, 1993/94) und Radiocollagen (‚Stumme Pappen‘, 1993/94) deckt Böhmler nach dem Prinzip der Demontage die Mechanismen der suggestiven Medienpraxis auf. Er zerlegt sie in ihre Bestandteile und kombiniert sie zu neuen, teils komisch-grotesken, teils tiefsinnig-ironischen multimedialen Objekten. Die vermeintliche Eindeutigkeit des vertrauten Konsumgegenstandes wird so zu überraschender Vieldeutigkeit, zu deren gedanklicher Entschlüsselung der Rezipient aufgefordert ist.“[4]

„Die Manipulation durch und in den Bildern, das Verhältnis von Sein und Schein, das hier deutlich entgegentritt, das Verhältnis von Bild und Welt sowie von Original und Kopie thematisiert Böhmler in seinen Arbeiten mithin in vielfältiger Weise: schreibend, redend, agierend, zeichnend und konstruierend. Die Zeichnungen, Installationen und Objekte zeigen die Dinge, wie sie wirklich sind oder wie sie außerhalb ihres angestammten Einsatzes gesehen werden können. Schmunzelnd wird dem Betrachter der Arbeiten deutlich, wie die elektronischen Medien unsere Wahrnehmung bestimmen, das Verhältnis zur Wirklichkeit verwischen und schließlich das Reale überlagern.“[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968 Düsseldorf, Galerie Schmela
  • 1970 Köln, Galerie Art Intermedia
  • 1971 Krefeld, Kaiser-Wilhelm-Museum
  • 1973 Bonn, Galerie Philomene Magers
  • 1974 Köln, Kölnischer Kunstverein
  • 1976 Berlin, Galerie Block
  • 1979 London, Goethe Institut All good things come in two's
  • 1980 Köln, Galerie Herta Klang
  • 1981 Hamburg, Produzentengalerie
  • 1982 Hamburg, Griffelkunst
  • 1984 Berlin, Galerie Gelbe Musik
  • 1982 Hamburg, Hamburger Kunsthalle
  • 1986 Berlin, Künstlerhaus Bethanien
  • 1989 Köln, Moltkerei-Werkstatt
  • 1989 Galerie Siegfried Sander, Kassel
  • 1993 Nürnberg, Albrecht-Dürer-Gesellschaft
  • 1994 Berlin, Hochschule für Bildende Künste Berlin
  • 1995 Kassel, Kunstverein
  • 1995 Köln, Galerie Hundertmark
  • 1997 Hamburg, Griffelkunst
  • 1999 Hamburg, Hamburger Kunsthalle
  • 2001 Kassel, Kunsthalle Fridericianium
  • 2004 Hamburg, Galerie Krobot
  • 2005 Hamburg, Multiple Box
  • 2009 Hamburg, Galerie Renate Kammer
  • 2012 Köln, Galerie Warhus Rittershaus, ´Visuelle Musik`
  • 2013 Köln, Galerie Warhus Rittershaus, ´Video Cité`
  • 2017 Köln, Galerie Warhus Rittershaus, ´Untitled #3`

Ehemalige Studenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinen Studenten gehörten u. a. Martin Kippenberger, Nicole Wermers, Albert Oehlen und Dirk Meinzer, Frau Kraushaar, Manfred Kroboth und Jutta Konjer.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Medienkünstler Claus Böhmler gestorben (Memento des Originals vom 28. Februar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www1.wdr.de, Todesort in der FAZ vom 27. Februar
  2. artype.de: Claus Böhmler in der Sammlung Heimbach (abgerufen am 7. Dezember 2015)
  3. kuenstlerbund.de: Ausstellungen seit 1951 / 1994 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kuenstlerbund.de (abgerufen am 7. Dezember 2015)
  4. Claus Böhmler bei Museumsführer.de
  5. Bärthel, Regina: Claus Böhmler In: 40 Jahre: Fluxus und die Folgen: 1. September bis 13. Oktober 2002 / Red. u. Texte: Regina Bärthel. - Wiesbaden: Kulturamt, 2002.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]