Claus Clausen

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Claus Clausen (* 15. August 1899 in Eisenach; † 25. November 1989 in Essen), ein Sohn des Schriftstellers Ernst Clausen (1861–1912), war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.

Portraitaufnahme des Schauspielers Claus Clausen von Alexander Binder, um 1928

Leben und Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clausen wurde am 15. August 1899 als Sohn des preußischen Offiziers und Prosaautors Ernst Clausen und dessen Ehefrau Emilie Kron in Eisenach geboren. Er war einer von drei Söhnen, als seine Mutter 1901 starb und der Vater erneut heiratete. Von seinem Vater von Zuhause fortgejagt, ging er zum Dresdner Kadettenkorps. Im Ersten Weltkrieg noch Soldat, debütierte er nach dem Abitur 1920 am Nationaltheater Weimar. Er ging 1924 an das Reußische Theater in Gera, wo er sich unter anderem als Woyzeck im gleichnamigen Theaterstück einen Namen machte.[1] 1927 ging er an das Schauspielhaus Zürich, 1929 an die Berliner Volksbühne und 1930 an das Neue Schauspielhaus in Königsberg. Clausens erste Filmrolle war 1930 der Leutnant in Westfront 1918 unter der Regie von Georg Wilhelm Pabst. 1933 wurde der Film von den Nationalsozialisten verboten. Im selben Jahr kehrte Clausen nach Berlin zurück und spielte dort bis 1938 am Deutschen Theater und am Staatstheater unter Gustaf Gründgens, danach bis 1944 am Schillertheater unter Heinrich George. Ab 1942 inszenierte er auch, unter anderen am Berliner Hebbeltheater in Berlin.

Clausen war seit April 1933 Mitglied der NSDAP.[2] und übernahm im Dritten Reich eine Handvoll Kinorollen fast ausschließlich propagandistischer Art, darunter auch in Hitlerjunge Quex als Bannführer Kaß oder in Der alte und der junge König als Katte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges trat er nur noch zweimal in Filmen auf, und konzentriert sich mit seiner Arbeit ausschließlich auf das Theater als Schauspieler und Regisseur. Seine Arbeit fand größtenteils auf bundesdeutschen Bühnen und Sommerbühnen statt, so in Karlsruhe, Berlin, Bonn, Essen, Hannover, Wunsiedel und Wuppertal. Außerdem war er im Jahr 1953 und in den darauffolgenden zwei Jahren als „Tod“ bei den Salzburger Festspielen im Stück Jedermann neben Will Quadflieg zu sehen.

Clausen war noch bis in die 1970er-Jahre als Schauspieler aktiv und widmete sich im hohen Alter zunehmend der Anthroposophie, mit der er bereits während seiner Zeit im Studententheater in Berührung kam. Er starb am 25. November 1989 in Essen. Offiziell befindet sich sein Grab in Berlin-Spandau, wo es allerdings unauffindbar ist.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine spätere Stiefmutter war die Übersetzerin Rita Öhquist, seine Schwägerin war die Theaterfotografin Rosemarie Clausen. Außerdem sind bzw. waren, sein Neffe wie auch seine Großnichte Andrea Clausen als Schauspieler tätig.[3] 1928 heiratete Clausen seine Ehefrau Erika, mit der er bis zum Ende seines Lebens verheiratet war. Seine Frau starb ein Jahr nach ihm am 12. Mai 1990.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 85.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfram Viehweg: Georg Büchners "Woyzeck" auf dem deutschsprachigen Theater: 2 Teil: 1918-1945 - Band 1: 1918-1933. BoD – Books on Demand, 2008, ISBN 978-3-8334-7546-7 (google.de [abgerufen am 25. Juli 2020]).
  2. Thomas Blubacher: Gustaf Gründgens Biografie. Leipzig, ISBN 978-3-89487-702-6.
  3. Andrea Clausen: Die Menschendarstellerin. Abgerufen am 29. Juli 2020.