Tellerkräuter

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Tellerkräuter

Claytonia virginica

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Quellkrautgewächse (Montiaceae)
Gattung: Tellerkräuter
Wissenschaftlicher Name
Claytonia
L.

Die Tellerkräuter (Claytonia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Montiaceae. Nur eine der etwa 26 Arten ist nur außerhalb der Neuen Welt beheimatet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 14 vom Gewöhnlichen Tellerkraut (Claytonia perfoliata)
Blütenstand mit Blüten von oben und der Seite von Claytonia cordifolia
Schwarze Samen vom Gewöhnlichen Tellerkraut (Claytonia perfoliata) mit kleinem weißen Elaiosom
Habitus, Laubblätter und Blüten von Claytonia parviflora subsp. utahensis
Sibirisches Tellerkraut (Claytonia sibirica)

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claytonia wachsen meist als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen; nur Claytonia rubra ist eine zweijährige Pflanze. Die ausdauernde Arten bilden unterirdische Knollen, Rhizome oder sogar leicht holzige unterirdische Stämmchen als Überdauerungsorgane. Die oberirdischen Stängel sind aufrecht bis kriechend mit kahlen Knoten (Nodien).

Die Laubblätter sind zu wenigen bis einigen in grundständigen Rosetten und gegenständig oder selten zu dritt in Wirteln am Stängel verteilt angeordnet. Die Laubblätter können mehr oder weniger sukkulent sein. Die Grundblätter besitzen eine lineale, lanzettliche, verkehrt-lanzettliche, spatelförmige, deltoide, rhomboide oder eiförmige Blattspreite mit stumpfem oder bespitzem oberen Ende. Die zu zweit oder selten zu dritt zusammenstehenden Stängelblätter sind untereinander frei oder teilweise bis vollkommen verwachsen oder vom Stängel durchwachsen (perfoliat) mit lienaler oder eiförmiger Blattspreite.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen in endständigen traubigen oder doldigen Blütenständen zusammen. Die Tragblätter sind laubblattähnlich, häutig oder schuppenförmig.

Die relativ auffälligen, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf ungleichen, lange haltbaren Kelchblätter sind laubblattähnlich und grün. Die fünf Kronblätter sind oft weiß. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden, deren Staubfäden mit der Basis der Kronblätter verwachsen sind. Drei Fruchtblätter sind zu einem kugeligen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen, der drei oder sechs Samenanlagen enthält. Der Griffel endet in drei Narben.

Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dreifächerigen Kapselfrüchte öffnen sich longitudinal vom oberen Ende her und die Ränder der Fächer sind hygroskopisch. Jede Kapselfrucht enthält selten ein bis, meist drei bis sechs Samen. Die schwarzen, glänzenden Samen sind rundlich mit einer glatten oder warzigen Oberfläche und besitzen ein weißes Elaiosom.

Chromosomenzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 5, 6, 7, 8.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbreitung der Samen erfolgt ballistisch (Ballochorie) oder durch Ameisen (Myrmekochorie), die von den Elaiosomen angelockt werden.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Claytonia wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 204[1] aufgestellt. Der wissenschaftliche Gattungsname Claytonia ehrt den Botaniker John Clayton (1694–1773).[2] Als Lectotypus wurde 1913 Claytonia virginica L. von Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An illustrated flora of the northern United States, Canada and the British possessions ..., ed. 2, vol. 2, S. 37 festgelegt.[3] Synonyme für Claytonia L. sind Belia Steller ex J.G.Gmelin, Limnia Haworth. Einige Arten wurden früher in die Gattung Montia gestellt.

Von den etwa 26 Arten sind etwa 25 in Nordamerika, einschließlich Mexiko beheimatet und wenige Arten reichen bis Guatemala in Zentralamerika. Einige Arten reichen vom nördlichen Nordamerika bis ins nördliche Russland. Einzig Claytonia joanneana ist nur im Altai in Sibirien und in der Mongolei beheimatet. In Europa und Neuseeland sind einzelne Arten Neophyten.

Es gibt etwa 26 Claytonia-Arten:

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John M. Miller: Claytonia, S. 465 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1. Oxford University Press, New York und Oxford, 2003, ISBN 0-19-517389-9. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • John M. Miller, Kenton L. Chambers: Systematics of Claytonia (Portulacaceae). In: Systematic Botany Monographs, Volume 78, 2006, S. 1–236.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carl von Linné: Species Plantarum, Tomus I, 1753, S. 20. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
  3. Claytonia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tellerkräuter (Claytonia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien