Club León

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Club León
Vereinslogo
Voller Name Club León
Gegründet 20. August 1944
Stadion Estadio León, León
Plätze 33.943
Trainer Gustavo Matosas
Homepage club-leon.com.mx/ Offizielle Website
Liga Liga MX
Apertura 2013 Meister
Heim
Auswärts

Der Club León ist ein mexikanischer Fußballverein aus León im Bundesstaat Guanajuato.

Der Club León hat mehrfach die mexikanische Meisterschaft und den Pokal gewonnen. Größter internationaler Erfolg war das Erreichen des Finals im CONCACAF Champions Cup 1993, das allerdings gegen Deportivo Saprissa verloren ging.

Gespielt wird im Estadio León, bekannter unter seiner inoffiziellen Bezeichnung Estadio Nou Camp, mit einer Kapazität von 33.943 Zuschauerplätzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entstehungsgeschichte des Vereins ist äußerst ungewöhnlich und verrät zugleich, weshalb er von seinem bedeutendsten und älteren Stadtrivalen, Unión de Curtidores, stets angefeindet wurde.

Weil dieser Verein sich nämlich auf regionaler Ebene einen guten Ruf erworben hatte, bewarb die Stadt León sich um Aufnahme einer Mannschaft für die zweite Saison der noch jungen Profiliga. Diese Mannschaft sollte aus Auswahlspielern von ganz Guanajuato und schwerpunktmäßig aus Spielern von UC bestehen und unter dem Namen Union-León der Profiliga beitreten. Nachdem diese Mannschaft in einem Saisonvorbereitungsspiel gegen den Erstligisten Atlas jedoch eine herbe 1:5-Klatsche bezogen hatte, wichen die Fußballfunktionäre in León von ihrem ursprünglichen Vorhaben ab. Umgehend wurden professionelle Bedingungen geschaffen und mehrere argentinische Spieler verpflichtet. Auf diese Weise entstand der Club León, der den Spielbetrieb in der Primera División 1944/45 aufnahm.

Der neu gegründete (bzw. aus Sicht der alten UC-Fans „künstlich geschaffene“) Verein hatte mit seiner Einkaufspolitik genau ins Schwarze getroffen und die richtige Mischung für die neu aufgestellte Mannschaft gefunden. Denn der Aufsteiger beendete die erste Saison in der Profiliga mit einem beachtlichen vierten Platz. Auch in den nächsten Jahren setzte der Verein auf Legionäre aus Argentinien und verpflichtete zudem Mexikos spätere Torwartlegende Antonio Carbajal, der als erster Spieler an fünf WM-Turnieren (zwischen 1950 und 1966) teilgenommen hatte. Die Mannschaft steigerte sich in jedem Jahr. Nach einem dritten Platz in der Saison 1945/46 und der Vizemeisterschaft des Jahres 1947 folgte 1948 der erste Meistertitel, der 1949 sogar verteidigt werden konnte. Zwei weitere Meisterschaften folgten 1952 und 1956. Es steht daher ohne jeden Zweifel, dass León die Topmannschaft dieses Jahrzehnts (der späten 1940er und der frühen 1950er Jahre) in Mexiko war.

In den 1960er und 1970er Jahren bewegte sich León nahezu konstant im Mittelfeld der Tabelle, dabei sogar häufiger in der oberen Hälfte. Positiv herausragend waren die beiden Spielzeiten 1972/73 und 1974/75, als León sich jeweils die Vizemeisterschaft sichern konnte.

Von größter Brisanz war dabei der Meisterschaftsendkampf in der Saison 1974/75. Dieser wurde in jenem Jahr nämlich im Anschluss an die eigentliche Saison in Gruppenspielen ausgetragen, für die sich die vier bestplatzierten Mannschaften qualifiziert hatten. Das Pikante dabei: Unión de Curtidores - jener Verein, dessen Erstligaplatz damals vom Club León „gestohlen“ wurde -, war 1974 selbst (erstmals überhaupt) in die Primera División aufgestiegen und hatte sich auf Anhieb ebenfalls für die Endrunde qualifiziert. Die Folge davon war, dass es in jener Saison gleich vier knisternde Stadtderbys gab, die schon beinahe an einen Bürgerkrieg erinnerten; sowohl auf den Rängen als auch auf dem Rasen. Für den seit der Gründung des Club León zum sportlichen Underdog avancierten Club Unión de Curtidores war es schließlich eine große Genugtuung, dem ungeliebten Rivalen wenigstens die Meisterschaft verdorben zu haben. Denn León konnte sich in den Derbys gegen UC nicht durchsetzen (0:1 und 0:0) und verpasste dadurch den Titelgewinn wegen eines einzigen Punktes in der Endabrechnung gegenüber Toluca, das seinerseits beide Spiele gegen UC gewann.

In den 1980er Jahren geriet der Verein in ernsthafte finanzielle Turbulenzen, die Spielerverkäufe und Entlassungen nach sich zogen. Es war ein schleichender Prozess, der 1987 im Abstieg mündete. Es dauerte drei Jahre, bis der Wiederaufstieg gelang. In den 1990er Jahren knüpfte der Verein gelegentlich an seine erfolgreiche Vergangenheit an und gewann 1992 seinen fünften Meistertitel. Im darauf folgenden CONCACAF Champions Cup stieß León bis ins Finale vor, wo man aber gegen Deportivo Saprissa unterlag. In der einheimischen Meisterschaftsrunde qualifizierte man sich immerhin für das Halbfinale, scheiterte dort aber gegen den späteren Meister Atlante.

Die bisher letzte Vizemeisterschaft datiert aus der Saison 1997/98. In der Apertura hatte León sich als punktbestes Team dieser Runde für die Play-offs qualifiziert, in denen man sich gegen die Toros Neza (0:1 und 6:3) und den Club América (0:1 und 3:1) durchsetzen konnte. Doch in den Finalspielen gegen Cruz Azul unterlag man etwas unglücklich durch ein „Golden Goal“, nachdem die reguläre Spielzeit 0:0 (Hinspiel 1:1) geendet hatte.

Nach einem weiteren Abstieg am Ende der Saison 2001/02 verbrachte León zehn Jahre in der zweiten Liga, ehe am Ende der Saison 2011/12 die lang ersehnte Rückkehr ins Fußballoberhaus gelang.

Die Meistermannschaften[Bearbeiten]

Die sechs Meistertitel der Vereinsgeschichte wurden von folgenden Spielern gewonnen:

  • Saison 1947/48: Eugenio Arenaza – Raúl Varela, Antonio Bataglia, Alfonso Montemayor, Juan Costa – Óscar Flores, Conrado Muñoz, Luis Luna – Edmundo Manzotti, Marcos Aurelio, Chancharas Pérez
  • Saison 1948/49: Eugenio Arenaza – Raúl Varela, Antonio Bataglia, Alfonso Montemayor, Juan Costa – Óscar Flores, Guillermo Flores, Antonio Muñiz – Edmundo Manzotti, Luis Luna, Adalberto López
  • Saison 1951/52: Antonio Carbajal – Raúl Varela, Antonio Battaglia, Alfonso MontemayorSaturnino Martínez, Alfredo Costa – Sergio Bravo, José Luis Molina, Marcos Aurelio – Leonel Bossa, Luis Luna
  • Saison 1955/56: Antonio Carbajal – Novoa, Gutierrez, José Luis MolinaAlfredo "Fello" Hernández, Jorge MarikSergio Bravo, Mateo de la Tijera, Oswaldo Martinolli – Leonel Boza, Luis Luna
  • Saison 1991/92: Luis Martín Ferreira, Alejandro Murillo, Leonel Ortiz, Adrián Martínez – Guadalupe Castañeda, Edgardo Enrique Fuentes, Carlos Turrubiates, Carlos Humberto González, Ricardo Rayas, Sergio Martínez, Roberto García Reza, Ricardo Martínez, Benedicto Bravo, Juan Andrade – José Alfredo Murguía, Alberto Coyote, Martin Peña, Milton Queiroz "Tita", Marco Antonio Benatto "Marquinho", Marco Fabián, Tomás Jaime López, Martín Castañeda, Ricardo Enriquez, Víctor García Reza – Francisco Uribe, Zé Roberto, Roberto Carlos Segoviano, José Roberto Muñiz
  • Apertura 2013: William Paul YarbroughJonny Magallón, Juan Ignacio González, Edwin William Hernández, Rafael Márquez, Fernando Navarro Morán, Onay Pineda, Arturo Ortiz, Luis Antonio Delgado, Juan Carlos Pineda – José Juan Vázquez, Hernán Darío Burbano, Carlos Alberto Peña, Elias Hernández, Eisner Iván Loboa, Luis Montes, Aldo Rocha – Matias Britos, Mauro Boselli, Franco Faustino Arizala, Mauricio Castañeda, Jorge Calderón[1]

Historische Vereinslogos[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Es werden nur Spieler genannt, die in der Meisterschaftsspielzeit mindestens einen Einsatz absolviert haben.