Rafael Márquez

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rafael Márquez
Rafael Márquez 2014.jpg
Rafael Márquez (2014)
Personalia
Name Rafael Márquez Álvarez
Geburtstag 13. Februar 1979
Geburtsort ZamoraMexiko
Größe 182 cm
Position Verteidiger
Defensiver Mittelfeldspieler
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1996–1999 Atlas Guadalajara 77 0(6)
1999–2003 AS Monaco 87 0(5)
2003–2010 FC Barcelona 162 0(9)
2010–2012 New York Red Bulls 51 0(1)
2013–2014 Club León 48 0(1)
2014–2015 Hellas Verona 35 0(0)
2016– Atlas Guadalajara 56 0(1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
1999 Mexiko U20 4 0(2)
1997– Mexiko 143 (17)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: Saisonende 2017/18

2 Stand: 10. Juni 2018

Rafael Márquez Álvarez [rafaˈel ˈmaɾkes ˈalβaɾes] (* 13. Februar 1979 in Zamora de Hidalgo, Michoacán) ist ein mexikanischer Fußballspieler, der seit Januar 2016 bei Atlas Guadalajara in der mexikanischen Liga MX unter Vertrag steht.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Márquez begann seine Profifußballkarriere bei Atlas Guadalajara in der höchsten mexikanischen Fußballklasse. Sein Debüt absolvierte er bereits im Alter von 17 Jahren. Nach insgesamt 77 Spielen für den Club Atlas wechselte er zur Saison 1999/2000 für 4,5 Millionen Euro nach Frankreich zum AS Monaco. Hier etablierte sich Márquez und wurde mit Monaco im ersten Jahr französischer Meister. Nach vier Jahren wechselte er 2003 für die Ablösesumme von 5,25 Millionen Euro zum FC Barcelona nach Spanien. In seiner ersten Saison kam er auf 21 Einsätze und wurde mit seinem Team Zweiter in der spanischen Liga. In seiner zweiten Saison wurde Márquez meist als defensiver Mittelfeldspieler aufgestellt, da auf dieser Position ein Personalmangel herrschte, und wurde spanischer Meister. 2006 gewann er mit Barcelona die Champions League und war damit der erste Mexikaner überhaupt, der den prestigeträchtigsten europäischen Vereinspokal gewann. Nach der WM 2006 unterschrieb Márquez bei Barcelona einen neuen Vertrag, der ihm in vier Jahren rund 24 Millionen Euro einbringen sollte. Im November 2009 verlängerte er seinen Vertrag bis 2012,[1] einigte sich am 31. Juli 2010 jedoch mit dem FC Barcelona auf die sofortige Auflösung seines Vertrages.[2]

Anfang August 2010 unterzeichnete Márquez einen Vertrag bei den New York Red Bulls aus der US-amerikanischen Profiliga Major League Soccer. Damit folgte er seinem ehemaligen Mannschaftskameraden aus der Zeit bei Barcelona Thierry Henry. Márquez trug bei Red Bull die Trikotnummer 4.[3] Am 9. August 2010 kam er beim 0:0 gegen Chicago Fire erstmals für Red Bull zum Einsatz, in seinem dritten Spiel gegen FC Toronto erzielte er mit dem 1:0 (Endstand 4:1) sein erstes Tor.

Nach der Saison 2012 einigte sich Márquez mit dem Verein auf eine Vertragsauflösung. Er wechselte daraufhin zurück in seine Heimat zum Club León, mit dem er in der Apertura 2013 erstmals auch den Meistertitel in seinem Heimatland gewann.

Zum Abschluss seiner Karriere wollte er nochmals in Europa spielen und unterzeichnete 2014 beim italienischen Serie-A-Verein Hellas Verona einen Einjahresvertrag. Er beendete seine Karriere jedoch nicht in Italien, sondern wechselte zum 1. Januar 2016 zurück nach Mexiko zu seinem Heimatclub Atlas Guadalajara.[4]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Debüt für die mexikanische Nationalmannschaft absolvierte Márquez am 5. Februar 1997 im Alter von nur 17 Jahren in Mexiko-Stadt gegen Ecuador, das die Gastgeber mit 3:1 gewannen. Márquez nahm unter anderem an der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea sowie am Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland teil. Bei der Weltmeisterschaft 2006 führte er das mexikanische Nationalteam als Kapitän über den Iran (3:1), Angola (0:0) und Portugal (1:2) ins Achtelfinale. Obwohl ihm gegen Argentinien, dem späteren Gegner der DFB-Elf, bereits in der 6. Minute das 1:0 gelang, verlor Mexiko das Spiel mit 1:2 nach Verlängerung und schied aus dem Turnier aus. Auch nach der Weltmeisterschaft blieb Rafael Márquez Kapitän der mexikanischen Nationalmannschaft und wird in seiner Heimat in Anlehnung an Franz Beckenbauer Kaiser von Michoacán genannt.[5]

Bei der WM 2010 in Südafrika schoss Márquez das erste Tor für Mexiko. Im Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber traf er in der 79. Minute zum 1:1-Endstand.[6]

Am 26. März 2011 machte er gegen Paraguay sein 100. Länderspiel.[7]

2014 war er mit Mexiko bei der WM 2014 in Brasilien dabei. Im Gruppenspiel gegen Kroatien am 23. Juni 2014 in der Arena Pernambuco in Recife wurde er beim 1:3 Sieg zum Man of the Match gewählt.[8] Im Achtelfinale gegen Niederlande führte die Gelbe Karte gegen Rafael Márquez zum entscheidenden Elfmeter und Weiterkommen für die Niederlande.[9]

Verstrickung in Drogenhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Márquez wurde im August 2017 als einer von 22 Personen von den Vereinigten Staaten vorgeworfen, als Strohmann in den internationalen Drogenhandel verstrickt zu sein. So soll über mehrere Firmen und Stiftungen Márquez’ Geld des Drogenkartells von Raúl Flores Hernández gewaschen worden sein. Laut einer mexikanischen Zeitung soll Márquez zudem private Kontakte zum Sohn des inzwischen verhafteten Hernández besitzen, dieser sei Taufpate von Márquez’ ältester Tochter.[10][11]

Das US-Finanzministerium verhängte wegen der Geldwäsche Sanktionen gegen Márquez.[12]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2001 heiratete Rafael Márquez die mexikanische Soap-Darstellerin Adriana Lavat, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat. Das Paar trennte sich Anfang 2007.

Erfolge/Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nationalspieler

Mit seinen Vereinen

Auszeichnungen

  • Bester Verteidiger der Französischen Liga: 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rafael Márquez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. focus.de: Spanien: Barcelona verlängert Márquez-Vertrag bis 2012, 30. November 2009
  2. fcbarcelona.com: Márquez to make his farewell on Saturday@1@2Vorlage:Toter Link/www.fcbarcelona.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. newyorkredbulls.com: New York Red Bulls sign Mexican National Team captain Rafa Marquez
  4. www.fussballeuropa.com: Rafael Marquez zurück zu den Wurzeln, 22. Dezember 2015
  5. sport.ard.de: Der Star - Rafael Marquez (Memento vom 2. Dezember 2012 im Webarchiv archive.is) (abgerufen am 5. Juli 2008).
  6. fifa.com: Spielbericht Südafrika - Mexiko 1:1(0:0)
  7. Rafael Márquez, 100 Partidos con la Selección Mayor (Memento des Originals vom 15. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.femexfut.org.mx
  8. Mexico beat Croatia to spark Recife fiesta, FIFA.com, abgerufen am 30. Juni 2014
  9. WM 2014 - 2:1 gegen Mexiko: Holland dank Sneijder und Huntelaar im Viertelfinale, focus.de, 29. Juni 2014, abgerufen am 25. Juli 2018
  10. Boris Herrmann: Kaiser mit verdrehten Kleidern. Süddeutsche Zeitung, 9. Juni 2018, abgerufen am 23. Juni 2018.
  11. David Hamza: Rafael Márquez: Zwischen Drogenbaron und Volksheld. fussballtransfers.com (Abgerufen am 10. Juni 2018)
  12. https://www.tagesspiegel.de/sport/fussball-wm-2018-warum-mexikos-kapitaen-rafael-marquez-us-sanktionen-drohen/22726684.html