Cologne Pride

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Parade 2004

Cologne Pride (von Engl. Cologne für Köln und pride für Stolz, Selbstwertgefühl), auch CSD Köln, ist der Name der in Köln jährlich durchgeführten Demonstrationsparade mit mehrwöchigen Rahmenveranstaltungen für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern. Cologne Pride wird seit 1991 vom Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLuST) veranstaltet und ist nach Angaben der Ausrichter die größte Veranstaltung ihrer Art in Europa.[1]

Geschichte des Cologne Pride[Bearbeiten]

Cologne Pride 2007

Alle Veranstaltungen weltweit mit Namen Pride, Christopher Street Day oder Stonewall Memorial gehen zurück auf eine Polizeirazzia am 28. Juni 1969 um 1.20 Uhr in der New Yorker Bar Stonewall-Inn auf der Christopher Street. Im Anschluss an diese Razzia kam es zu mehrtägigen gewalttätigen Ausschreitungen von Schwulen bei Demonstrationen gegen Polizeiwillkür. Seit Mitte der 1970er Jahre erinnern Schwule (später zusammen mit Lesben) an diesen Tag.

Seit den 1980er Jahren wurde in Nordrhein-Westfalen unter dem Namen Gay Freedom Day in jährlich wechselnden Städten der Stonewall-Ausschreitungen gedacht. 1991 war Köln wieder Austragungsort des Lesbian/Gay Freedom Day. Der Trägerverein Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. wurde gegründet. Seither veranstaltet der Verein jährlich Gedenkfeiern.

Neben den kulturellen Rahmenveranstaltungen hat die Parade jedes Jahr ein Motto. Ging es anfangs darum, dass Schwule und Lesben ihre Präsenz zeigen, sind die Paraden seit 1998 durch politische Forderungen nach Homoehe und Diskriminierungsschutz geprägt.

Der Cologne Pride dauerte zu Beginn nur ein Wochenende von Freitag bis Sonntag; heute finden unter dem Namen Veranstaltungen über mehrere Wochen verteilt statt.

Geschichte des Namens[Bearbeiten]

Der heutige Cologne Pride wurde ursprünglich nach dem gleichnamigen Trägerverein Kölner Lesben- und Schwulentag benannt. In den Jahren 1992 bis 2001 setzte sich im Zuge der Harmonisierung mit anderen Veranstaltungen in Deutschland und der Schweiz die Bezeichnung Christopher Street Day, kurz CSD durch.

Inspiriert durch die Bezeichnung Europride und im Zuge zunehmender Europäisierung verwenden die Veranstalter seit 2003 nur noch den Namen Cologne Pride. In ganz Europa setzt sich für ähnliche Veranstaltungen mit einer Schwulen- und Lesbenparade der Name Pride durch.[2] Die Parade selbst wird in Köln allgemein CSD-Parade genannt.

Mottos und Besucherzahlen der Cologne Prides[Bearbeiten]

Jahr Name Motto Teilnehmer Besucher
2014 ColognePride Wir sind „nur“ der rosa Karneval
2013 ColognePride Wir sind. So oder so. 900.000 bis 1.000.000[3]
2012 ColognePride Ja, ich will! 20.000[4] oder 25.000[5] 600.000[6]
2011 ColognePride Liebe ist ... 20.000[7] 900.000[8][9][10]
2010 ColognePride Stolz bewegt 10.000[11] 900.000[12] oder 800.000 bis 1 Mill. [13]
2009 ColognePride Unsere Freiheit hat Geschichte – 40 Jahre CSD 30.000[14] 700.000[15]
2008 ColognePride Null Toleranz – für Null Toleranz 20.000[16] 500.000[15]
2007 ColognePride homo europaeicus: geht aufrecht![17] 20.000[18] 600.000[19]
2006 ColognePride 100 % NRW NUR MIT UNS[20] 30.000[21] 600.000[22]
2005 ColognePride lebenslang liebens:würdig[23] 20.000[24] 600.000[25]
2004 ColognePride Schluss mit den Mogelpackungen[26] 30.000[27] 800.000 [28]
2003 CSD Köln / ColognePride Liebe deine Nächsten: Antidiskriminierungsgesetz jetzt![29] 40.000[30] 750.000[31]
2002 Europride Cologne celebrates diversity
let’s make Europe a place for all of us![32]
50.000[33] 1 Mill.+ [34]1,2 Mill.[35]
2001 CSD in Köln Im Namen des Volkes: Traut Euch![36] 35.000[37] 750.000[38]
2000 CSD in Köln Taten statt Worte[39]
1999 CSD in Köln 30 Jahre Christopher-Street-Day:
Vielfalt in den Lebensformen, Gleichheit in den Rechten, JETZT![40]
1998 Christopher Street Day in Köln Ob „Freie Fahrt für Homoehe“ oder keine entscheiden wir alleine![41]
1997 Christopher Street Day Köln
und 18. ILGA Weltkonferenz
FLAGGE ZEIGEN[42]
1996 Christopher Street Day ’96 in Köln FLAGGE ZEIGEN[43]
1995 Christopher Street Day FLAGGE ZEIGEN – Lesben und Schwule stark in Köln![44]
1994 FLAGGE ZEIGEN – 25 Jahre Christopher-Street-Day[45]
1993 CSD – Christopher-Street-Day Wir in Köln – wir halten zusammen![46]
1992 Kölner Lesben & Schwulentag ’92 Mir fiere uns + Kölle[47]
1991 Cologne Lesbian/Gay Freedom Day And Celebration ’91
Kölner Lesben- und Schwulentag ’91
Jot Fründe kumme zosamme[48]

Europride[Bearbeiten]

2002 war Köln Austragungsort des jährlich stattfindenden Europride. Diese Großveranstaltung findet jährlich wechselnd in einer europäischen Metropole statt.

Im Vorfeld des Europride kam es in Köln zu Widerstand der Initiative „Mehr Ruhe in der Altstadt“, die wegen der befürchteten Lärmbelästigung gegen die Großveranstaltung demonstrieren wollte. Durch Verhandlung des Oberbürgermeisters Fritz Schramma (CDU) mit den Sprechern der Bürgerinitiative[49] wurde der Konflikt im Vorfeld gelöst.

Der Europride brachte 53 Millionen Euro durch auswärtige Besucher in die Stadt.[50]

Cologne Pride heute[Bearbeiten]

Rosa Funken beim Cologne Pride 2006

Der Cologne Pride besteht heute aus drei tragenden Säulen:

  • Straßenfest in der Altstadt am gesamten Wochenende
  • Gala der AIDS-Hilfe am Freitag im Hotel Maritim
  • Parade durch die Kölner Innenstadt am Sonntag

Der Cologne Pride ist heute ein Dach für hunderte Veranstaltungen. Höhepunkt und Abschluss ist die mehrstündige Parade am ersten Juli-Sonntag durch die Kölner Innenstadt und bildet damit eine Ausnahme zu den übrigen CSD-Paraden in Deutschland, die samstags stattfinden.

An diesem Wochenende findet in der Altstadt um Alter Markt, Heumarkt, Gürzenich und Rathausplatz das Stadtfest mit Ständen, Showbühnen und Freilicht-Disco statt. Weitere wichtige Veranstaltungen sind das Schaafenstraßenfest (Veedelfest) am letzten Juni-Wochenende, der Women Pride (als weltweit einzigartige Veranstaltungsreihe für Lesben im Rahmen eines Pride) und der Fantasypride am vorletzten Juniwochenende im Phantasialand in Brühl bei Köln, wo auch eine der beiden Auftaktveranstaltungen stattfindet.

Women Pride[Bearbeiten]

Women Pride ist ein zweiwöchiges Eventprogramm für lesbische Frauen im Rahmen des Cologne Pride. Es ist nach eigener Darstellung das einzige Programm weltweit, das sich innerhalb eines Gay Prides nur an Frauen richtet.[51]

Der Women Pride ist keine eigene Veranstaltungsreihe, sondern ein fester Bestandteil des Cologne Pride und wird ehrenamtlich organisiert. Im Anschluss an das Programm demonstrieren die Teilnehmer gemeinsam mit Schwulen, Bisexuellen und Transgendern auf der Parade des Cologne Pride für Gleichstellung und Rechte.

Das Women Pride Weekend wurde 2005 von einem lesbischen Vorstandsmitglied des KLuST e.V. in Köln ins Leben gerufen. Ein ganzes Wochenende lang gab es ein umfassendes Programm für Frauen, um gezielt den Anteil an lesbischen Programmpunkten und Besucherinnen zu steigern.

Ein Jahr später wurde als fester Bestandteil des Cologne Pride in Köln erstmals das Programm auf zwei Wochen ausgeweitet und das Women Pride Festival veranstaltet. Dadurch sollten alle Veranstaltungen für Lesben gezielt hervorgehoben werden, um dem Cologne Pride eine weibliche Seite zu verleihen. Die Partys, Konzerte und Kinoabende, die sich als kulturelle und politische Events darstellten, wurden in unterschiedlichen Locations angeboten.

2008 wurde das Programm auf 40 Punkte aufgestockt und bot über zwei Wochen verteilt fast jeden Tag die Möglichkeit der Unterhaltung. Neben der Fantasypride im Phantasialand als gemeinsame Eröffnungsveranstaltung des Cologne Pride und Women Pride, war die offizielle Eröffnungsparty des Women Pride die „WomenPride meets WomenPleasure Party“ im Bürgerhaus Stollwerck.

Das Women Pride Festival 2009 beging das Jubiläum „5 Jahre weiblich-lesbisches Programm“ und stand im Gedenken an den Stonewall-Aufstand am 28. Juni 1969. Es fanden verschiedene Veranstaltungen statt, die den Aufstand und seine Hintergründe und Einflüsse thematisierten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ColognePride – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ColognePride: "CSD Köln / ColognePride Eine Historie"
  2. Frankreich: Gay Pride (versch. Städte), Amsterdam: Amsterdam Pride, Stockholm: Stockholm Pride; Belgien: Belgian Lesbian & Gay Pride
  3. http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/videocsd100.html
  4. http://www.express.de/csd/hier-erste-bilder-csd-parade-trotzt-dem-miesen-wetter-,4363474,16572394.html
  5. http://www.ksta.de/koeln/christopher-street-day-csd-parade-mit-nassen-fuessen,15187530,16574166.html
  6. http://www1.wdr.de/themen/panorama/csd136.html
  7. http://www.wdr.de/Fotostrecken/wdrde/Panorama/2011/07/csd.jsp?hi=Panorama
  8. http://www.express.de/regional/koeln/csd/eine-demo-fuer-die-liebe/-/4363474/8629632/-/index.html
  9. http://www.express.de/csd/csd-in-koeln-eine-demo-fuer-die-liebe,4363474,8629632.html
  10. http://www.spiegel.de/panorama/csd-in-koeln-jecken-in-lack-leder-und-lametta-a-772074.html
  11. http://www.koeln.de/koeln/jahresrueckblick_koeln_2010_in_bildern_407063.html
  12. http://www.ksta.de/html/artikel/1278069124864.shtml
  13. http://wiki.piratenpartei.de/CSD/K%C3%B6ln/2011
  14. http://www.gj-koenigswinter.de/schlagwort/csd
  15. a b [1]
  16. http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/so-feiert-koeln-den-csd-1.2024024
  17. http://www.ksta.de/html/artikel/1183845697659.shtml Kölner Stadtanzeiger: Schwul-lesbischer Ausnahmezustand in Köln
  18. http://www.sueddeutsche.de/panorama/csd-in-koeln-lack-und-leder-in-der-domstadt-1.665070
  19. Regenbogenumzug: CSD-Parade durch Köln, n-tv.de, Sonntag, 8. Juli 2007
  20. Plakat 2006
  21. Kölnische Rundschau: 600 000 Menschen feiern den CSD 16. Juli 2006
  22. http://wap.stern.de/op/stern/de/ct/-X/detail/gesundheit/Christopher-Street-Day-Sexy-/565771/
  23. Plakat 2005
  24. http://www.stern.de/reise/service/christopher-street-day-parade-der-toleranz-541626.html
  25. http://www.n-tv.de/panorama/600-000-beim-CSD-in-Koeln-article153536.html
  26. Plakat 2004
  27. Petra Wischgoll: „Für den CSD mache ich alles”, Kölnische Rundschau 5. Juli 2004
  28. Kölnische Rundschau: Mehr als 800 000 Menschen feiern CSD in Köln 4. Juli 2004
  29. Plakat 2003
  30. http://regenbogen.verdi.de/events/events_2003/ver-di-ak-beim-koelner-csd-2003-antidiskriminierungsgesetz-jetzt
  31. http://regenbogen.verdi.de/events/events_2003/ver-di-ak-beim-koelner-csd-2003-antidiskriminierungsgesetz-jetzt
  32. Plakat Europride 2002
  33. http://www.gruenekoeln.de/pages/rr/147/RR147-neu.pdf
  34. http://www.tagesspiegel.de/berlin/stadtleben/party-demonstration-christopher-street-day-ist-eroeffnet/1863356.html oder
  35. [http://www.bboard.de/foren-archiv/4/233600/232640/csd-christopher-street-day-12350221-8265-87.html Blog: ''CSD – Christopher Street Day'' ''3. Juni 2006''] (Link nicht abrufbar) (Besucher und Teilnehmer)
  36. Plakat 2001
  37. http://www.rp-online.de/panorama/koeln-parade-zum-christopher-street-day-gestartet-1.2049344
  38. http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2001/07/09/a0029
  39. Plakat 2000
  40. Plakat 1999
  41. Plakat 1998
  42. Plakat 1997
  43. Plakat 1996
  44. Plakat 1995
  45. Plakat 1994
  46. Plakat 1993
  47. Plakat 1992
  48. Plakat 1991
  49. [http://www.stadt-koeln.de/presse/mitteilungen/artikel/00047/index.html Inge Schürmann: ''Demonstration wird abgesagt'', Stadt Köln – Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit ''8. Januar 2002''] (Link nicht abrufbar) (Demo wird abgesagt)
  50. Kölntourismus: Köln ist eines der Zentren des schwul-lesbischen Tourismus
  51. Angaben auf der Website der Veranstaltung, abgerufen am 12. April 2009