Cologne Pride

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Teilnehmer des ColognePride 2015

Der ColognePride (aus Englisch Cologne für Köln und Pride für Stolz, Selbstwertgefühl) ist ein jährlich über zwei Wochen stattfindendes Programm in und um Köln mit Rahmenveranstaltungen für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern.

Höhepunkt ist das dreitägige Christopher-Street-Day-Straßenfest am ersten vollständigen Juli-Wochenende, an dessen Ende eine Demonstrationsparade in der Kölner Innenstadt stattfindet. Der ColognePride wird seit 1991 vom Kölner Lesben- und Schwulentag e. V. (KLuST e. V.) veranstaltet.

Geschichte des ColognePride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demonstration 2015: Fußgruppe mit Banner gegen weltweite Homophobie

Alle Veranstaltungen weltweit mit Namen Pride, Christopher Street Day oder Stonewall Memorial gehen zurück auf den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Seit den 70er Jahren wird jährlich Anfang Juli mit Demonstrationen und Feiern an diesen Tag erinnert.

Seit den 80er Jahren wurde in Nordrhein-Westfalen unter dem Namen Gay Freedom Day in jährlich wechselnden Städten der Stonewall-Ausschreitungen gedacht. 1991 war Köln wieder Austragungsort des Lesbian/Gay Freedom Day. Der Trägerverein Kölner Lesben- und Schwulentag e. V. (KLuST) wurde gegründet, der den ColognePride veranstaltet. Neben den kulturellen Rahmenveranstaltungen hat die Demonstration jedes Jahr ein Motto. Ging es anfangs darum, dass Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender ihre Präsenz zeigen, sind die Demonstrationen seit 1998 durch politische Forderungen nach gleichgeschlechtlicher Ehe oder Schutz vor Diskriminierung geprägt.

Geschichte des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ColognePride wurde ursprünglich nach dem gleichnamigen Trägerverein Kölner Lesben- und Schwulentag benannt. In den Jahren 1992 bis 2001 setzte sich im Zuge der Harmonisierung mit anderen Veranstaltungen in Deutschland und der Schweiz die Bezeichnung Christopher Street Day, kurz CSD durch.

Inspiriert durch die Bezeichnung Europride und im Zuge zunehmender Europäisierung, verwenden die Veranstalter seit 2003 nur noch den Namen ColognePride. In ganz Europa setzt sich für ähnliche Veranstaltungen mit einer Schwulen- und Lesbenparade der Name Pride durch.[1]

Mottos und Besucherzahlen des ColognePride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Name Motto Teilnehmer Besucher (laut Veranstalter)
2019 ColognePride 50 YEARS OF PRIDE - Viele. Gemeinsam. Stark! 30.000 1.200.000 bis 1.300.000
2018 ColognePride Coming out in deinem style 48.000 1.200.000
2017 ColognePride Nie wieder! 30.000 950.000
2016 ColognePride “anders.Leben!” 950.000
2015 ColognePride Vielfalt: lehren, lernen, leben 20.000 950.000
2014 ColognePride Wir sind „nur“ der rosa Karneval 700.000 bis 800.000
2013 ColognePride Wir sind. So oder so. zwischen 900.000 und 1.000.000
2012 CSD Ja, ich will! 25.000[2] 550.000–600.000[3]
2011 ColognePride Liebe ist … 20.000[4] 900.000[5][6]
2010 ColognePride Stolz bewegt 10.000[7]
2009 ColognePride Unsere Freiheit hat Geschichte – 40 Jahre CSD 30.000[8]
2008 ColognePride Null Toleranz – für Null Toleranz 20.000[9]
2007 ColognePride homo europaeicus: geht aufrecht![10] 20.000[11]
2006 ColognePride 100 % NRW NUR MIT UNS 600.000[12]
2005 ColognePride lebenslang liebens:würdig 20.000[13] 600.000[14]
2004 ColognePride Schluss mit den Mogelpackungen 30.000[15] 800.000[16]
2003 CSD Köln / ColognePride Liebe deine Nächsten: Antidiskriminierungsgesetz jetzt! 40.000[17] 750.000[17]
2002 Europride Cologne celebrates diversity
let’s make Europe a place for all of us!
50.000[18] 1.200.000[19]
2001 CSD in Köln Im Namen des Volkes: Traut Euch! 35.000[20] 750.000[21]
2000 CSD in Köln Taten statt Worte
1999 CSD in Köln 30 Jahre Christopher-Street-Day:
Vielfalt in den Lebensformen, Gleichheit in den Rechten, JETZT!
1998 Christopher Street Day in Köln Ob „Freie Fahrt für Homoehe“ oder keine entscheiden wir alleine!
1997 Christopher Street Day Köln
und 18. ILGA Weltkonferenz
FLAGGE ZEIGEN
1996 Christopher Street Day ’96 in Köln FLAGGE ZEIGEN
1995 Christopher Street Day FLAGGE ZEIGEN – Lesben und Schwule stark in Köln!
1994 FLAGGE ZEIGEN – 25 Jahre Christopher-Street-Day
1993 CSD – Christopher-Street-Day Wir in Köln – wir halten zusammen!
1992 Kölner Lesben & Schwulentag ’92 Mir fiere uns + Kölle
1991 Cologne Lesbian/Gay Freedom Day And Celebration ’91
Kölner Lesben- und Schwulentag ’91
Jot Fründe kumme zosamme

Europride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 war Köln Austragungsort des jährlich stattfindenden Europride. Diese Großveranstaltung findet jährlich wechselnd in einer europäischen Metropole statt. Im Vorfeld des Europride kam es in Köln zu Widerstand der Initiative „Mehr Ruhe in der Altstadt“, die wegen der befürchteten Lärmbelästigung gegen die Großveranstaltung demonstrieren wollte. Durch Verhandlung des Oberbürgermeisters Fritz Schramma (CDU) mit den Sprechern der Bürgerinitiative wurde der Konflikt im Vorfeld gelöst. Der Europride brachte 53 Millionen Euro durch auswärtige Besucher in die Stadt.[22]

ColognePride heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosa Funken beim ColognePride 2006

Der ColognePride ist heute ein Dach für hunderte Veranstaltungen. Höhepunkt und Abschluss ist die mehrstündige Parade am ersten Juli-Sonntag durch die Kölner Innenstadt. Sie bildet damit eine Ausnahme zu den übrigen CSD-Paraden in Deutschland, die samstags stattfinden.

An diesem Wochenende findet in der Altstadt um Alter Markt, Heumarkt, Gürzenich und Rathausplatz das Stadtfest mit Ständen, Showbühnen und Freilicht-Disco statt. Weitere wichtige Veranstaltungen sind das Schaafenstraßenfest am letzten Juni-Wochenende und der WomenPride sowie der FantasyPride im Phantasialand in Brühl.

Die Cologne-Pride-Parade gilt hinsichtlich der vom Veranstalter angegebenen Besucherzahlen als größte Veranstaltung ihrer Art in Deutschland und als drittgrößte in Europa.[23][24]

WomenPride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WomenPride ist ein zweiwöchiges, ehrenamtlich organisiertes Eventprogramm für lesbische Frauen im Rahmen des ColognePride. Es ist nach eigener Darstellung das einzige Programm weltweit, das sich innerhalb eines Gay Prides nur an Frauen richtet.[25] Im Anschluss an das Programm demonstrieren die Teilnehmer ebenfalls auf der Demoparade des ColognePride für Gleichstellung und Rechte.

Das WomenPride Weekend wurde 2005 von einem lesbischen Vorstandsmitglied des KLuST e.V. in Köln ins Leben gerufen. Ein Wochenende lang gab es ein umfassendes Programm für Frauen, um gezielt den Anteil an lesbischen Programmpunkten und Besucherinnen zu steigern. Ein Jahr später wurde das Programm auf zwei Wochen ausgeweitet und als fester Bestandteil des ColognePride erstmals das WomenPride Festival veranstaltet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ibo Missen: Eher Queer. Portraits vom Kölner Christopher Street Day 1998 bis 2009. Mit einem Vorwort von Rüdiger Müller und Mario Kramp. Weilerswist 2010, ISBN 978-3-941037-54-0 (Rezension von Jürgen Kisters in Kölner Stadt-Anzeiger vom 9. Juli 2010, Seite 34)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: ColognePride – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankreich: Gay Pride (versch. Städte), Amsterdam: Amsterdam Pride, Stockholm: Stockholm Pride; Belgien: Belgian Lesbian & Gay Pride (Memento des Originals vom 19. Oktober 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/2012.thepride.be
  2. Nadin Hüdaverdi: Christopher Street Day CSD-Parade mit nassen Füßen. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 6. Juli 2012, abgerufen am 3. November 2019.
  3. CSD-Parade in Köln: Viel Regen, weniger Zuschauer (Memento vom 10. Juli 2012 im Internet Archive)
  4. Archivlink (Memento des Originals vom 5. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wdr.de
  5. [1]
  6. [2]
  7. [3]
  8. [4]
  9. [5]
  10. Christoph Driessen in Kölner Stadtanzeiger vom 8. Juli 2007: Schwul-lesbischer Ausnahmezustand in Köln
  11. [6]
  12. [7]@1@2Vorlage:Toter Link/wap.stern.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. [8]
  14. [9]
  15. Petra Wischgoll: Für den CSD mache ich alles In: Kölnische Rundschau vom 5. Juli 2004.
  16. Kölnische Rundschau: Mehr als 800 000 Menschen feiern CSD in Köln 4. Juli 2004
  17. a b [10]@1@2Vorlage:Toter Link/regenbogen.verdi.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. [11] (PDF)
  19. [12]
  20. [13]
  21. [14]
  22. Kölntourismus: Köln ist eines der Zentren des schwul-lesbischen Tourismus
  23. Die größten CSD-Paraden Deutschland, Europa und der Welt. Abgerufen am 3. November 2019.
  24. Die größten Pride Paraden national und international. In: STRAIGHT Universe. 23. Juni 2019, abgerufen am 3. November 2019 (deutsch).
  25. Angaben auf der Website der Veranstaltung, abgerufen am 12. April 2009.