Phantasialand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Phantasialand
Phantasialand Logo.svg
Ort Brühl, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Eröffnung 30. April 1967
Besucher 1,995 Millionen[1] (2016)
Fläche 28 Hektar
Personal rund 500 feste Mitarbeiter und bis zu 850 Saisonkräfte[2]
Website www.phantasialand.de
Phantasialand (Deutschland)
Phantasialand
Phantasialand
Lage des Parks

Koordinaten: 50° 48′ 0″ N, 6° 52′ 46″ O

Das Phantasialand ist ein Freizeitpark in Brühl bei Köln, Nordrhein-Westfalen. Mit knapp zwei Millionen Besuchern im Jahr 2016 ist er der am zweithäufigsten besuchte Freizeitpark Deutschlands und einer der 15 besucherstärksten saisonalen Freizeitparks in Europa.[1] In sechs Themenbereichen bietet das Phantasialand seinen Besuchern zahlreiche Fahrgeschäfte und Shows. Die reguläre Saison dauert von Ende März bis Anfang November; in den Wintermonaten öffnet der Park für einige Wochen mit einem speziellen Winterprogramm.

Mit einer Betriebsfläche von ungefähr 28 Hektar[2], von denen der eigentliche Park (ohne Parkplätze und Hotels) etwa 12 Hektar[3] belegt, gehört das Phantasialand flächenmäßig zu den kleineren Themenparks. Eine verdichtete Bauweise mit teilweise ineinander verflochtenen Attraktionen sowie ein vergleichsweise häufiger Abriss alter Attraktionen zugunsten neuer sind daher charakteristisch für den Park. Dem Phantasialand angegliedert sind zwei Themenhotels sowie Veranstaltungs- und Konferenzräume.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnung als Märchenwald 1967[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottlieb Löffelhardt (2010)
Wikinger-Bootsfahrt und Hawaii-Restaurant (1981)

Das Phantasialand wurde 1967 von Gottlieb Löffelhardt (1934–2011) und Richard Schmidt (* 1926)[4] in der ehemaligen Grube Berggeist, einem Braunkohle-Tagebau im Süden Brühls, eröffnet und gehört damit zu den ältesten Freizeitparks Europas. Schmidt hatte zahlreiche Fernsehpuppenspiele betreut und wollte die Puppen und Kulissen aus seinem Fundus dauerhaft der Allgemeinheit zugänglich machen.[5] Zu diesem Zweck schloss er sich mit dem befreundeten Schausteller Gottlieb Löffelhardt zusammen und errichtete rund um einen See einen Märchenpark sowie einige weitere Attraktionen wie Oldtimerfahrt, Westerneisenbahn, Abenteuerspielplatz und Hawaii-Restaurant.

Bereits im ersten Jahr wurden 400.000 Besucher gezählt.[6] Dieser Erfolg führte dazu, dass das Parkgelände in den Folgejahren mehrfach für neue Attraktionen erweitert wurde, die zudem stärker auch auf ein erwachsenes Publikum ausgerichtet waren.[7]

Expansion und Entwicklung zum Themenpark in den 1970er und 1980er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silver City mit Gebirgsbahn (1984)
China Town (2016)

Im Jahr 1970 eröffnete unter dem Namen Alt Berlin eine Nachbildung der Berliner Straße Unter den Linden im Stile der 1920er und 1930er Jahre, inklusive Neptunbrunnen und Brandenburger Tor im Maßstab 1:2. Der Straßenzug, der unter anderem das Show-Theater Wintergarten beherbergte, schloss sich unmittelbar an den ebenfalls neu errichteten Haupteingang des Parks an und war somit in seiner Anlage und Funktion vergleichbar mit der aus den Disneyland-Parks bekannten Main Street, U.S.A. Zweite Neueröffnung des Jahres war die Gondelbahn 1001 Nacht, die als erster stationärer Dark Ride Deutschlands gilt.[8]

Ab 1972 wurde sukzessive weiteres Gelände jenseits des Lenterbachswegs erschlossen. Es entstand die Westernstadt Silver City mit der ersten Wildwasserbahn Deutschlands sowie zwei Achterbahnen, die aus Lärmschutzgründen mit einem künstlichen Gebirgsmassiv umbaut wurden. Ab 1974 fuhr die Einschienenbahn Phantasialand-Jet auf einem Rundkurs über das Parkgelände. Die Idee, die Strecke bis zum Brühler Bahnhof zu verlängern, um den Jet als Nahverkehrsmittel zu nutzen, wurde nicht umgesetzt.[9]

Im Jahr 1981 wurde mit China Town ein weiterer neuer Themenbereich eröffnet. Für eine möglichst authentische Umsetzung hatte man 1,3 Millionen Bauteile in Taiwan fertigen lassen und chinesische Facharbeiter nach Brühl geholt[5]. Das Ergebnis gilt als größte Ansammlung chinesischer Gebäude außerhalb Asiens. Schmidt und Löffelhardt wurden für die Verbreitung der chinesischen Kultur als erste Europäer mit der taiwanischen Kulturmedaille ausgezeichnet.[10]

Modernisierung mit schnellen Fahrgeschäften ab 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colorado Adventure (2003)

Mit der Errichtung von China Town erreichte die Betriebsfläche des Parks ihre heutige Größe.[2] Um den Besuchern auch in der Folgezeit neue Attraktionen bieten zu können, wurde einerseits das Parkgelände nachverdichtet, und andererseits wurden bestehende Attraktionen wieder zurückgebaut. Dabei erhöhte sich der Anteil schneller und aufregender Fahrgeschäfte.

Im Jahr 1988 eröffnete das Space Center als längste Dunkelachterbahn der Welt in einer neuen Halle am bisherigen Standort der Kinder-Fahrgeschäfte aus dem Gründungsjahr des Parks. Die Weltraumthematik erfuhr 1994 ihre Fortführung im Bau der Simulatorfahrt Galaxy, deren goldene Kuppel bis zu ihrem Abriss 2016 eines der markantesten Gebäude des Phantasialands war.

Im Jahr 1996 wurde die Minenachterbahn Colorado Adventure eröffnet. In der Nacht vor der Eröffnung verursachte ein bei Schweißarbeiten ausgelöster Brand einen Sachschaden in Millionenhöhe; fünf Arbeiter wurden dabei leicht verletzt.[11] Wenige Wochen nach der Eröffnung taufte Popstar Michael Jackson die Bahn bei einem seiner Besuche.[12] Wie bereits die beiden Achterbahnen aus den 1970er Jahren, musste auch Colorado Adventure nach Beschwerden von Anwohnern nachträglich mit Lärmschutzeinrichtungen versehen werden.

Ein weithin sichtbares Wahrzeichen erhielt der Park im Jahr 1998 mit dem 65 Meter hohen Mystery Castle, in dem sich eine Vertikalfahrt befindet. Im selben Jahr übernahm Robert Löffelhardt, Sohn des Parkgründers Gottlieb Löffelhardt, die alleinige Geschäftsführung des Phantasialands, nachdem er bereits 1995 die Anteile von Mitgründer Richard Schmidt übernommen hatte.[13]

Der Großbrand 2001 und die Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 2001 ereignete sich ein Großbrand, bei dem 63 Personen leicht verletzt wurden und ein Sachschaden in Höhe von 38 Millionen Mark entstand. Das Feuer brach infolge eines technischen Defekts in der Grand-Canyon-Bahn aus und griff auf das künstliche Gebirgsmassiv über, das auch die Gebirgsbahn beherbergte und durch das die Schienen des Phantasialand-Jets führten. Darüber hinaus zerstörte das Feuer das Dach des angrenzenden Tanagra-Theaters und Teile der Westernstadt.[14] Das Phantasialand blieb während der Abriss- und Aufräumarbeiten für 15 Tage geschlossen.[15] Als Konsequenz aus den Ereignissen verschärfte der Park seine Sicherheitsvorschriften und investierte knapp zwei Millionen Euro in den Brandschutz.[16]

Die ursprünglich für 2001 vorgesehene Eröffnung des Wuze-Town-Komplexes, einer zweistöckigen Halle mit zwei Hallenachterbahnen und diversen Kinderattraktionen, wurde in der Folge auf 2002 verschoben. Im selben Jahr öffneten auch bereits die Ersatzbauten für die dem Feuer zum Opfer gefallenen Attraktionen: die Rafting-Anlage River Quest und das Mad House Feng Ju Palace. Auch die Bauarbeiten für das erste Themenhotel verzögerten sich durch die Ereignisse.[14]

Entwicklung zum Kurzreiseziel und Veranstaltungsort sowie Parkerneuerung ab 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deep in Africa (2006)
Chiapas (2016)

Mit der Eröffnung des Themenhotels PhantAsia (heute Ling Bao, → Hotels) im Jahr 2003 starteten die Bemühungen, das Phantasialand als Kurzreiseziel zu etablieren und neue Zielgruppen wie z. B. Geschäftskunden anzusprechen. Ein Jahr später erlebte die Dinner-Show Fantissima ihre Premiere, eine Kombination aus einem Gourmetmenü und einer Show mit Artistik, Livemusik und Tanz, die als separate abendliche Veranstaltung nach Parkschluss stattfindet.

Im Jahr 2006 erfuhr der Park die erste nennenswerte Erweiterung seit der Fertigstellung von China Town 1981, allerdings innerhalb der bestehenden Betriebsfläche. Auf einem ehemaligen Park- und Lagerplatz entstand der Themenbereich Deep in Africa mit der Achterbahn Black Mamba, der ersten Bahn mit Überschlagselementen im Phantasialand. Um den Bereich möglichst authentisch ausstatten zu können, hatte das Phantasialand in Kamerun ein Künstlerdorf einrichten und dort Kunstgegenstände fertigen lassen.[17] Zwei Jahre später wurde der Themenbereich mit dem Hotel Matamba (→ Hotels) komplettiert.

Der Abriss des Märchenwaldes, der Keimzelle des Phantasialands, im Jahr 2007 markierte den Beginn weitreichender Umgestaltungen, bei denen viele ältere Attraktionen, insbesondere aus den Anfangsjahren, weichen mussten. In den Jahren 2008 und 2009 wurden der Phantasialand-Jet, die Gondelbahn samt Bootsfahrt sowie Neptunbrunnen und Brandenburger Tor abgebaut. Am Ende der Straße in Alt Berlin entstand ab 2010 auf völlig verändertem Grundriss der weitläufige Kaiserplatz. Dahinter wurde mit dem Quantum eine Eventlocation mit Veranstaltungsräumen errichtet, die für Tagungen, Firmenfeiern etc. angemietet werden können.

In den Jahren 2012 und 2013 wurde der Themenbereich Mexico in großen Teilen neu gebaut. Der Abriss der Wildwasserbahnen und des ehemaligen Jet-Bahnhofs schaffte Platz für eine neue Felslandschaft mit der Wasserbahn Chiapas. Die benachbarte Westernstadt inklusive der Silbermine musste im Folgejahr weichen und wurde bis 2016 durch das mittelalterliche Klugheim ersetzt, eine Erweiterung des Themenbereichs Mystery mit den zwei neuen Achterbahnen Taron und Raik inmitten einer auch aus Lärmschutzgründen errichteten Landschaft aus hohen Basaltsäulen. Am ehemaligen Standort der Simulatorfahrt Race for Atlantis und angrenzenden Betriebsflächen entsteht seit Anfang 2017 der neue Abschnitt Rookburgh, der den Launched Flying Coaster F.L.Y. beinhalten wird.

Themenbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Themenbereiche und Attraktionen des Phantasialands
Eingang zu Wuze Town im Themenbereich Fantasy (2016)

Im Jahr 2009 nahm das Phantasialand die offizielle Einteilung des Parks in sechs Themenbereiche vor. Jedem Bereich ist eines der sechs Drachen-Maskottchen zugewiesen, die jeweils vor Ort als Lauffiguren anzutreffen sind.

Name Charakteristik Maskottchen Eröffnung
Berlin Historisches Berlin mit dem nostalgischen Flair des frühen 20. Jahrhunderts; Prachtstraße und Kaiserplatz Drago 1970
Mexico Plaza Mariachi mit mexikanischen Gebäuden; Felslandschaft von Chiapas; Azteken- und Maya-Kultur Quetzal 1973
China Town Traditionelle chinesische Gebäude und Gärten Wang 1981
Mystery Mittelalterliches Dorf Klugheim mit nordischer Symbolik in mystisch-dunkler Atmosphäre; Basaltgebirge; düstere Burgkomplexe Schneck 1998
Fantasy Verspielte, kindgerechte Fantasiewelt rund um das Volk der Wuze in Wuze Town und Baumbergen am Mondsee Phenie 2002
Deep in Africa Savannen- und Regenwaldlandschaft mit westafrikanischen Lehmbauten Kroka 2006
von den 1973 errichteten Mexico-Gebäuden ist keines mehr erhalten; ihr damaliger Standort befindet sich heute teilweise im Themenbereich Mystery

Viele Attraktionen, die im Laufe der Jahre errichtet wurden, hatten ihre eigene Thematik (z. B. Hawaii-Restaurant, Wikinger-Bootsfahrt, Hollywood Tour) oder kamen gänzlich ohne spezielle Gestaltung aus (z. B. Delfinarium, Condor). Andere bildeten heute nicht mehr vorhandene Themenbereiche (z. B. Westernstadt, Orient, Weltraum). Mit der konsequenten Durchgestaltung ab 2009 wurden noch verbliebene themenfremde Attraktionen den neuen Bereichen angepasst (z. B. wurde im Fantasy-Bereich das Space Center zum Temple of the Night Hawk und Galaxy zum Race for Atlantis) oder umgedeutet (Silver City und Colorado Adventure wurden Teil Mexicos).

Attraktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Attraktionen des Parks bilden eine Mischung aus schnellen, aufregenden und langsamen, gemütlichen Fahrgeschäften sowie Fahrten und Spielbereichen speziell für Kinder. Aus Lärmschutzgründen wurden einige Fahrgeschäfte im Innern von Gebäuden errichtet oder mit Verkleidungen versehen.

Eine Reihe von Fahrgeschäften früherer Jahre wurde später wieder abgerissen. Die folgende Tabelle listet Attraktionen auf, die das Bild des Phantasialands über viele Jahre prägten und daher besonders bekannt waren.

Shows und Vorführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspielhaus (2003)

Das Phantasialand verfügt über mehrere Show-Theater und Veranstaltungsflächen. Hier werden den Besuchern Shows geboten, deren Spielzeiten meist mehrere Saisons umfassen. Die größten Theater sind der Wintergarten (seit 1970 Revuen, Zauber- und Artistikshows), die Arena de Fiesta (ab 1976 Delfinarium und Aquatheater, seit 1997 Eistheater), das Silverado Theatre (seit 1989 Stunt- und Actionshows) und das Schauspielhaus (seit 1999 4D-Kino). Hinzu kommen regelmäßige Open-Air-Veranstaltungen auf dem zentralen Kaiserplatz sowie in einigen Themenbereichen.

Im Laufe der Jahre wechselten nicht nur die Shows, sondern es wurden auch einige Veranstaltungsorte abgerissen oder umgebaut. So existierten mit der Scala (1977–1997) und dem Tanagra-Theater (1981–2001) zwei elektronische Puppentheater. In der ehemaligen Westernstadt war der Western-Saloon ab 1974 Spielort für Musikshows, die Casa Magnetica präsentierte zwischen 1973 und 2011 optische Illusionen, und von 1986 bis 1989 gastierten die Acapulco Todesspringer in einem eigenen Wassersprung-Theater am heutigen Standort des Silverado Theatre. Mit dem Cine 2000 gab es von 1978 bis 1995 zudem ein Kuppelzelt für Rundum-Projektionen. Der ehemalige Bahnhof des Phantasialand-Jets wurde nach Rückbau der Bahn 2009 für einige Jahre als Tula-Tempel für Kindertheater genutzt.

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Besondere Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandenburger Tor während der Winteröffnung 2006/2007

Seit 2002 öffnet das Phantasialand unter dem Titel Wintertraum auch außerhalb der regulären Saison für einige Wochen. Der Park wird dazu weihnachtlich und winterlich dekoriert, und es werden spezielle Attraktionen (z. B. Rodelbahn, Rentierreiten, Kindermotorschlitten, Eislauffläche, Eisstockschießen, Weihnachtsmannbüro) und Shows geboten. Die meisten Wasserattraktionen bleiben während der Winteröffnung geschlossen.

Seit 2004 findet einmal im Jahr der Fantasypride statt, ein Event für Lesben, Schwule und deren Freunde, mit dem das Phantasialand ein Zeichen für Toleranz setzen möchte. Im Jahr 2006 fand der Fantasypride unter dem Namen Snowpride erstmals auch im Winter statt.

Weitere Sonderveranstaltungen, die über mehrere Jahre hinweg regelmäßig stattfanden, waren unter anderem das Festival der Lichter (1998–2006) und die Asia Nights (2005–2015).

Anlässlich des 50-Jährigen Jubiläums im Jahr 2017 fanden an insgesamt vier Samstagen im Juli und August die Celebration Days mit verlängerter Parköffnung bis Mitternacht und abschließendem Feuerwerk statt.

Hotels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hotel Ling Bao

Ling Bao[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Jahre 2003 unter dem Namen PhantAsia eröffnete Vier-Sterne-Hotel[18] Ling Bao („heiliges Juwel“, seit 2007) gilt als größtes chinesisches Gebäude außerhalb Chinas.[19] Seine Architektur und Einrichtung folgen der Harmonielehre des Feng Shui. Wie bereits bei der Errichtung des Themenbereichs China Town wurden viele Einzelteile aus China importiert, und es waren über 200 chinesische Handwerker vor Ort am Bau beteiligt.[20] Das Hotel bewirkte im ersten Jahr nach seiner Eröffnung eine Steigerung der Übernachtungszahlen und einen erhöhten Anteil ausländischer Gäste in Brühl.[21]

Matamba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2008 wurde mit dem Matamba das zweite Themenhotel des Parks eröffnet. Das Drei-Sterne-Superior-Hotel[18], dessen Architektur sich an die Lehmbauten der westafrikanischen Dogon-Kultur anlehnt, schließt den Bereich Deep in Africa nach Süden ab. Der Name des Hotels ist vom ehemaligen Königreich Matamba inspiriert.[22]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit den 1970er Jahren sieht sich das Phantasialand auch Kritik aus der Bevölkerung ausgesetzt.

Blick aus nordwestlicher Richtung: Im Bereich des Sees (im Bild unten) grenzt der Park unmittelbar an die Wohnbebauung; rechts die geplante Erweiterungsfläche

Lärmbelästigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgrund für Konflikte ist die unmittelbare Nachbarschaft des Parkgeländes zur Wohnbebauung der Brühler Stadtteile Badorf und Eckdorf, was insbesondere zu Problemen mit Lärmemissionen führt. So mussten nach Beschwerden von Anwohnern im Laufe der Jahre einige Attraktionen nachträglich mit Lärmschutzeinrichtungen versehen werden; andere wurden bereits beim Bau mit solchen ausgestattet oder sie wurden in Gebäuden errichtet. Die Wasserfahrt Wakobato wird nach der erfolgreichen Klage eines Anwohners gegen die ursprüngliche Baugenehmigung wegen der Lärmbelästigung nur noch werktags betrieben.[23]

Parkerweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Widerstand gibt es außerdem gegen eine großflächige Parkerweiterung, um die sich das Phantasialand bereits seit 2003 bemüht.[24] Es sollen unter anderem ein Wasserpark mit Hotel sowie eine Theater- und Konzerthalle entstehen. Die ursprünglichen Pläne sahen zusätzliche ca. 30 Hektar in Gebieten vor, die von Wald bestanden und als Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind. Sowohl Umweltschutzorganisationen als auch Anwohner, die eine weitere Zunahme der Lärmbelastung befürchten, stellten sich diesen Planungen von Beginn an entgegen, während das Phantasialand die Erweiterung als notwendig bezeichnete, um auf Dauer wettbewerbsfähig zu bleiben.[2]

Auf regionaler politischer Entscheidungsebene wurde ein Kompromiss ausgehandelt und Ende 2012 eine Änderung des Regionalplans beschlossen, die eine Erweiterung um 15 Hektar im Naturschutzgebiet Ententeich sowie um weitere 4 Hektar östlich des bestehenden Geländes ermöglicht.[25][26] Das Phantasialand erklärte im Gegenzug den Verzicht auf weitere Expansion in der Zukunft.[27] Infolge der Regionalplanänderung wurde im Jahr 2015 das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.[28] Aufgrund der nach wie vor bestehenden gegensätzlichen Interessenslage vor Ort und da die potenziellen Erweiterungsflächen sich überwiegend im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen befinden, das einen Verkauf bislang abgelehnt hat, ist der Beginn einer möglichen Erweiterung noch nicht absehbar.[27]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralph Latotzki u. a.: Vom Märchenwald zu River Quest, Eine Zeitreise durch 35 Jahre Phantasialand; Sonderausgabe der Vereinszeitschrift park+ride des Freundeskreis Kirmes und Freizeitparks e. V. zum 35. Jubiläum des Phantasialands, 2002.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Phantasialand – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Phantasialand – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Global Attractions Attendance Report 2016. TEA, abgerufen am 2. Juni 2017 (PDF, englisch).
  2. a b c d Geplante Erweiterung des Phantasialandes Brühl – Abschlussbericht des Moderationsverfahrens 2010. Arbeitskreis zur Erweiterung des Freizeitparks „Phantasialand“, abgerufen am 20. September 2016 (PDF).
  3. gemessen mit Google-Earth-Polygonen
  4. Puppen, Tiere, Sensationen – Richard Schmidt und sein Phantasialand. Abgerufen am 2. April 2017 (YouTube-Video, Teil 1 von 5).
  5. a b Schmidt-Löffelhardt GmbH (Hrsg.): Phantasialand – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Parkmagazin, Brühl 1988.
  6. Lothar Theodor Lemper: Phantastisches Phantasialand – Das vergnüglichste Unternehmen Brühls. Brühler Heimatbund e. V., Juli 2014, abgerufen am 20. September 2016 (PDF).
  7. Interview mit dem Phantasialand-Gründer Gottlieb Löffelhardt im Jahr 1988. Abgerufen am 23. September 2016 (YouTube-Video, Mitschnitt aus der ZDF-Sommerhitparade im Phantasialand am 21. Juli 1988).
  8. Phantasialand: Gondelbahn schließt für immer! Parkscout.de, abgerufen am 23. September 2016.
  9. Phantasialand-Jet im Phantasialand. PHL-Infos.de, abgerufen am 23. September 2016.
  10. Puppen, Tiere, Sensationen – Richard Schmidt und sein Phantasialand. Abgerufen am 2. April 2017 (YouTube-Video, Teil 5 von 5).
  11. Das Phantasialand. WDR, archiviert vom Original am 2. Juli 2007, abgerufen am 20. September 2016.
  12. Udo Beissel: Phantasialand Für Jacko Park geöffnet. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 26. Juni 2009, abgerufen am 20. September 2016.
  13. Ulla Jürgensonn, Uli Kreikebaum: Nachruf: Ein Mann mit einer Vision. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 8. Juli 2011, abgerufen am 24. September 2016.
  14. a b Alexandra Ringendahl: Die Wunden des Brandes heilen langsam. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 30. April 2002, abgerufen am 24. September 2016.
  15. Sabine Trenkler: Warteschlangen in Phantasialand sind kürzer als gewohnt. In: General-Anzeiger Bonn. 21. Mai 2001, abgerufen am 24. September 2016.
  16. Alexandra Ringendahl: Mehr Sicherheit und eine neue Attraktion. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 30. April 2002, abgerufen am 24. September 2016.
  17. Black Mamba Reportage (Teil 3/14). Abgerufen am 23. September 2016 (YouTube-Video, Mitschnitt einer RTL-2-Reportage „Exklusiv – Die Reportage“).
  18. a b Deutsche Hotelklassifizierung. Abgerufen am 19. September 2016 (Hotelsuche über Formular).
  19. Marcel Wolber: Residieren wie der Kaiser von China. In: General-Anzeiger Bonn. 4. Juli 2003, abgerufen am 19. September 2016.
  20. Christian Buhl: Ein echtes Juwel Asiens. In: Phantasialand-Magazin. Abgerufen am 19. September 2016.
  21. Angelika Mikus: Brühl verbucht Touristen-Boom. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 27. August 2004, abgerufen am 19. September 2016.
  22. Lilli Feller: Hotel Matamba – Entstehung & Architektur. In: Phantasialand-Magazin. Abgerufen am 19. September 2016.
  23. Phantasialand: „Wakobato“ öffnet nur werktags. In: Kölnische Rundschau. 19. Oktober 2011, abgerufen am 24. September 2016.
  24. Stefan Kaufmann: Phantasialand will hoch hinaus. In: Die Welt. 23. Januar 2012, abgerufen am 24. September 2016.
  25. Vorlage für die 13. Sitzung des Regionalrates am 14. Dezember 2012. Bezirksregierung Köln, 19. November 2012, abgerufen am 24. September 2016 (PDF).
  26. Regionalrat beschließt Regionalplanänderung – Grundlage für Erweiterung von Phantasialand gelegt. Bezirksregierung Köln, 14. Dezember 2012, abgerufen am 24. September 2016 (PDF, Pressemeldung).
  27. a b Ulli Tückmantel: Phantasialand kämpft um Erweiterung. In: RP online. 22. März 2014, abgerufen am 24. September 2016.
  28. Öffentliche Niederschrift über die Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung der Stadt Brühl am 27.08.2015. 16. September 2015, abgerufen am 24. September 2016 (Ratsinformationssystem der Stadt Brühl).