Colubrina

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Colubrina
Zweig von Colubrina asiatica mit Blätter, Blüten und Früchten

Zweig von Colubrina asiatica mit Blätter, Blüten und Früchten

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Tribus: incertae sedis
Gattung: Colubrina
Wissenschaftlicher Name
Colubrina
Rich. ex Brongn.

Colubrina ist eine Gattung aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Die Vertreter bilden dornige oder unbewehrte, selten kletternde Sträucher oder Bäume. Das Verbreitungsgebiet der Arten liegt in den Tropen der Alten und Neuen Welt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Colubrina wachsen als Bäume, Sträucher oder kletternde Sträucher und sind immergrün oder laubabwerfend, unbewehrt oder dornig. Die Laubblätter stehen wechselständig und selten gegenständig. Sie sind häutig bis derb und häufig drüsig. Der Blattrand ist ganzrandig, gesägt oder gekerbt. Die Aderung ist entweder fiederförmig oder drei Blattadern laufen von der Blattbasis aus. Die Nebenblätter sind sehr klein und fallen früh ab. Die Blüten wachsen meist in achselständigen, sitzenden oder nur kurz gestielten Zymen, kleinen Thyrsen oder Büscheln und selten einzeln. Sie sind zwittrig und fünfzählig. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist becher- oder tellerförmig. Die fünf Kronblätter sind dreieckig, auf der Unterseite dicht behaart und ihre Oberseite ist leicht gekielt. Sie fallen früh ab. Der Diskus ist fleischig, mit der Kelchröhre verwachsen und füllt beinahe den Blütenbecher auf. Der Fruchtknoten ist halb-unterständig und drei- selten vierfächrig. Der Griffel ist dreifach gelappt bis dreispaltig. Als Früchte werden dreisamige, rundliche Kapseln gebildet, die sich langsam oder explosionsartig öffnen, wobei das äußere Perikarp unregelmäßig abbricht. Die Samen sind glänzend, breit verkehrt eiförmig, proteinhaltig und bilden manchmal einen undeutlichen Samenmantel.[1][2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet der etwa 30 Arten liegt in den Tropen der Alten (Afrika, Süd-Asien, zwei Arten in China) und der Neuen Welt (Australien, Südamerika, pazifische Inseln).[1][2]

Systematik und Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colubrina ist eine Gattung aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae), in der sie keiner Tribus zugeordnet wird (incertae sedis). William Jackson Hooker hat die Gattung 1827 aufgestellt.[3] Synonyme der Gattung sind Barcena Dugès, Cormonema Reissek ex Endl., Hybosperma Urb. und Macrorhamnus Baill..[4] Der Gattungsname Colubrina stammt aus dem Lateinischen, bezeichnete im Mittelalter (abgeleitet von lateinisch colubra für Natter)[5] vor allem den Schlangen-Knöterich[6] und bedeutet „schlangenförmig“, er bezieht sich damit auf die Ähnlichkeit der Triebe oder der Staubblätter mit Schlangen.[7]

Untergattung Colubrina Sektion Colubrina: Colubrina arborescens
Untergattung Colubrina Sektion Colubrina: Colubrina glandulosa
Untergattung Colubrina Sektion Colubrina: Colubrina oppositifolia
Untergattung Serrataria: Colubrina asiatica
Untergattung Serrataria: Colubrina californica

Nach Kubitzki werden 33[1], nach Johnston 31 Arten unterschieden. Johnston unterteilt die Gattung 1971 in seiner Revision in zwei Untergattungen, eine weitere in vier Sektionen:[8]

Die Plant List gibt folgende weitere Arten an:[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c D. Medan, C. Schiarend: Rhamnaceae in Klaus Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Volume VI, S. 335, 336.
  2. a b Yilin Chen, Carsten Schirarend: Colubrina In: Flora of China. Band 12, S. 167.
  3. Colubrina. In: The International Plant Name Index. Abgerufen am 2. Dezember 2014 (englisch).
  4. a b c d e f g Colubrina im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  5. Bernhard Dietrich Haage: Prolegomena zu Anfortas' Leiden im 'Parzival' Wolframs von Eschenbach. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 3, 1985, S. 101–126, hier: S. 116.
  6. Carus Sterne, Aglaia von Enderes, Werner Hopp: Unsere Pflanzenwelt. Berlin 1961, S. 412.
  7. Umberto Quattrocchi: CRC World Dictionary of Plant Names. 1: A–C. CRC Press, 2000, ISBN 978-0-8493-2675-2, S. 588 (online bei Google [abgerufen am 6. Dezember 2014]).
  8. M.C. Johnston: Revision of Colubrina (Rhamnaceae). S. 8–12.
  9. Colubrina. In: The Plant List. Abgerufen am 2. Dezember 2014.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marshall C. Johnston: Revision of Colubrina (Rhamnaceae). In: Brittonia. Band 23, Nr. 1. New York Botanical Garden Press, 1971, S. 2–53, JSTOR:2805841.
  • Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Volume 6: Flowering Plants, Dicotyledons: Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2004, ISBN 3-540-06512-1, S. 335, 336 (englisch).
  • Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 12: Hippocastanaceae through Theaceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-64-1, S. 167 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Colubrina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien