Command & Conquer: Tiberian Sun

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Command & Conquer: Teil 3: Operation Tiberian Sun
Command & Conquer Tiberian Sun-logo.png
Originaltitel Command & Conquer: Tiberian Sun
Studio Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Westwood Studios
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Electronic Arts
Erstveröffent-
lichung
DeutschlandDeutschland 27. August 1999
Plattform Windows
Genre Echtzeit-Strategie
Thematik Military-Science-Fiction
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler (Internet & LAN)
Steuerung Maus & Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
Windows 95
166-MHz-CPU
32 MB RAM
2-MB-Grafikkarte
200 MB HDD-Speicherplatz
4×-CD-ROM-Laufwerk
Medium 2 CDs
Sprache u.a. Deutsch
Aktuelle Version 2.03
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
PEGI ab 12+ Jahren empfohlen

Operation Tiberian Sun (engl. für „Operation Tiberinische/Tiberianische Sonne“) ist ein 1999 für Windows veröffentlichtes Echtzeit-Strategiespiel aus der Computerspielreihe Command & Conquer. Es setzt die Handlung von Command & Conquer: Der Tiberiumkonflikt von 1995 fort. In Tiberian Sun, das im Jahr 2030 spielt, kann man wieder zwischen der Bruderschaft von Nod und der GDI wählen. Im Gegensatz zu den Vorgängerspielen ist der Spielercharakter diesmal jedoch kein namenloser Kommandant, sondern wird durch einen Schauspieler verkörpert.

Das Spiel wurde im deutschsprachigen Raum durch den Publisher größtenteils als Command & Conquer: Teil 3 bezeichnet und vermarktet. Dabei wurde der erste Alarmstufe-Rot-Teil von 1996 mit in die Zählung der Spielereihe eingebunden, obwohl er ein eigenes Alternativwelt-Szenario besitzt und hintergrundtechnisch nichts mit der Tiberium-Reihe zu tun hat. Bei der Veröffentlichung von Command & Conquer 3: Tiberium Wars im Jahr 2007 sorgte dies für Verwirrung. Seit Februar 2010 ist das Spiel kostenlos im Internet erhältlich.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2030 ist die Bruderschaft von Nod stark geschwächt, in kleinere Fraktionen zersplittert und tritt nur sporadisch in Erscheinung. Der Grund dafür ist, dass die GDI Kanes Nachfolger General Hassan unter ihrer Kontrolle hat, was einen gewissen Frieden garantiert. Doch nachdem die unter einem Vorwand durchgeführte Hinrichtung eines treuen Gefährten von Kane (Anton Slavik) scheitert und dieser fliehen kann, mehren sich Nods Überfälle und auf einmal erscheint Kane wieder auf der Bildfläche. Die GDI war jedoch der festen Überzeugung, er sei bei der Zerstörung des Tempels von Sarajevo im ersten Tiberiumkrieg getötet worden. Kane eröffnet daraufhin den Blitzkrieg und erscheint in ungeahnter Stärke. Er schafft es, Hassan zu töten und die Bruderschaft wieder zu einen und kann sich von nun an voll und ganz auf die Bekämpfung der GDI konzentrieren. Die Lage ändert sich jedoch unerwartet, als ein abgestürztes UFO entdeckt wird. Kane berichtet, dass dieses UFO kurz vor Ende des ersten Tiberiumkrieges von der Bruderschaft geborgen wurde. Doch bevor man es sich nun zunutze machen konnte, leiht es sich der Nod-General Vega aus und stürzt in Amerika ab. Natürlich versuchen beide Seiten, dieses UFO zu bergen und Nod gelingt es, den Tacitus (ein wichtiges Artefakt, das angeblich alle Geheimnisse des Tiberiums beherbergt und dem verrät, der es entschlüsseln kann) und andere Technologien zu erbeuten (die später in einen Bomber mit Plasmageschossen münden). Hierfür braucht man jedoch als GDI-Kommandant den Mutanten Tratos, der außer Kane der einzige ist, der den Tacitus lesen kann. Nod hingegen versucht, ihn zu töten. Nur mit Hilfe anderer Mutanten kann man ihn aus der Gefangenschaft von Nod retten.

Es gibt zwar auch diesmal zwei Enden, doch gilt nur das der GDI als kanonisch. Wenn man Nod zum Sieg führt, wird die Raumstation Philadelphia der GDI durch Interkontinentalraketen zerstört (tatsächlich geschieht dies erst zu Beginn von Command & Conquer 3) und man verwandelt die Erde mit Hilfe einer riesigen Tiberiumrakete in einen komplett von Tiberium überwucherten Planeten. Zum Abschluss der GDI-Kampagne dagegen stellt Commander McNeil den Nod-Führer Kane in seinem neuen Tempel in Kairo und tötet ihn scheinbar mit einem Schwert.

Alles in allem gibt es also zwei Handlungsstränge und gleichzeitig auch zwei Sichtweisen. Die Handlungen überschneiden sich dabei zwar an manchen Stellen, sind jedoch im Großen und Ganzen unabhängig voneinander. Rückblickend ist nicht immer eindeutig, ob nun die GDI- oder die Nod-Sichtweise kanonisch ist (die einzige eindeutige Ausnahme ist das Ende).

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spielprinzip der Vorgänger wurde nicht verändert. Auf Seiten der GDI verkörpert der Spieler Commander Michael McNeil, unter der Leitung von General Solomon. Sein Pendant auf Seiten der Bruderschaft ist Anton Slavik, einen von Kanes treuesten Dienern.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals unterstützte die verwendete Game Engine eine isometrische Perspektive. Eine wesentliche technische Neuerung war auch das Terrain mit einer Z-Koordinate, das nun Erhebungen darstellen konnte und teilweise deformierbar war. Die Kamera blieb jedoch nicht frei drehbar. Gebäude und Infanterieeinheiten wurden weiterhin als Sprites dargestellt. Fahrzeuge und Gleiter waren jedoch 3D-Modelle in Form von echter Voxel-Grafik. So konnten auch Computer ohne jegliche Hardwarebeschleunigung diese darstellen.[2]

Auch in diesem Spiel wurde die Handlung wieder mit Hilfe von FMV-Sequenzen vorangetrieben. Für die Darstellung wurden mehrere professionelle Filmschauspieler engagiert. Die Rolle der Nod-Offizierin Oxanna Kristos übernahm Monika Schnarre, Anton Slavik wurde von Frank Zagarino dargestellt, Michael Biehn verkörperte Michael McNeil und James Earl Jones mimte den GDI-General James Solomon. Die Rolle des Kane übernahm wie in den Vorgängerspielen erneut Westwood-Regisseur Joseph D. Kucan.

Anpassungen der deutschen Version[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der deutschen Fassung werden alle Infanterieeinheiten als Cyborgs dargestellt (Mutanten ausgenommen), obwohl im Spiel nur die Bruderschaft von Nod Cyborgs baut. Auch einige Zwischensequenzen in denen explizite Gewalt angedeutet wird, wurden geschnitten.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik erntete die Veröffentlichung von geschönten Screenshots,[4] welche vermutlich einige Spielzeitschriften zu Vorschusslorbeeren veranlassten. Dies wurde im Nachhinein als Manipulationsversuch gewertet, um die Vorab-Berichterstattung und somit das Käuferverhalten zu beeinflussen. Einige Spielzeitschriften änderten daraufhin ihre Richtlinien bezüglich vorbehaltloser Übernahme von Screenshots noch unveröffentlichter Spiele.

Ein Novum war die den Händlern beim Verkaufsstart auferlegte Preisbindung von 99 DM. Dies trug auch dazu bei, die Erwartungen nach oben zu schrauben.

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Das Spiel wird von manchen Spielern als das beste der Command-&-Conquer-Reihe bezeichnet. Andere hingegen fühlen sich von dem Spiel enttäuscht, da der Erscheinungstermin im Vorfeld mehrmals verschoben und ein Hype aufgebaut wurde, dem das Spiel nicht habe gerecht werden können. Tiberian Sun wurde auch wegen der anfänglichen Unausgeglichenheit der beiden Parteien im Mehrspielermodus kritisiert. Mit der Erweiterung Feuersturm wurde dies verbessert. Tiberian Sun führte dazu viele neue Technologien und eine ganz neue Spielatmosphäre in das Command-&-Conquer-Universum ein. Zunehmend spielten Science-Fiction- und Fantasy-Elemente in der Geschichte eine große Rolle. Dies schlug sich beispielsweise in den Einheiten (hoher Anteil an Mechs, Hovercrafts, Amphibienfahrzeuge) und in einigen Handlungselementen (Tacitus, Kodiak, Montauk, Philadelphia) nieder. Die Reaktionen auf diese im Vergleich zum Vorgänger sehr drastischen Veränderungen fielen geteilt aus. Im von EA Los Angeles entwickelten Teil Tiberium Wars wurde deshalb ein großer Teil der Veränderungen ignoriert oder rückgängig gemacht.

Feuersturm (Erweiterung)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Command & Conquer: Operation Tiberian Sun − Feuersturm
Originaltitel Command & Conquer: Tiberian Sun − Firestorm
Studio Westwood Studios
Publisher Electronic Arts
Erstveröffent-
lichung
DeutschlandDeutschland 16. März 2000
Plattform Windows
Genre Echtzeit-Strategie
Thematik Military-Science-Fiction
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler (Internet & LAN)
Steuerung Maus, Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
Windows 95
166-MHz-CPU
32 MB RAM
2-MB-Grafikkarte
200 MB HDD-Speicherplatz
4×-CD-ROM-Laufwerk
Medium CD
Sprache Englisch, Deutsch
Aktuelle Version 2.03
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
PEGI ab 12+ Jahren empfohlen

In der Erweiterung Feuersturm (engl.: Firestorm) macht sich Kanes KI, CABAL (Computer Assisted Biologically Augmented Lifeform), selbstständig und versucht, die Menschheit in Cyborgs zu verwandeln. Da Nod ohne KI nicht agieren kann, greifen sie auf die feindliche EVA (Electronic Video Agent) zu. GDI und Nod (ohne Kane, der getötet wurde bzw. „verschwunden“ ist) verbünden sich, um CABALs Streitkräfte zu besiegen. CABAL ist zwar keine spielbare Seite, besitzt aber neben der Nod-Technologie in den finalen Missionen einzigartige Einheiten, wie den Obelisk der Dunkelheit, dem Nod-Obelisken nachempfunden, jedoch eine Flugabwehr-Waffe. Außerdem gibt es den Core Defender (Kernverteidiger), ein Mech, der dem Nod-Avatar aus Tiberium Wars ähnelt, aber wesentlich stärker ist. Diese Einheiten haben das Design der Einheiten der Scrin aus Tiberium Wars beeinflusst.

Nach Meinung von Redakteurin Petra Fröhlich der deutschen Computerspielezeitschrift PC Games ist die Erweiterung „Eine solide Zusatz-CD, fürwahr, doch während Brood War dem Blizzard-Klassiker StarCraft ein völlig neues Spielgefühl verpasst hat, ist der Feuersturm – trotz neuer Einheiten und Korrekturen an der Spielbalance – einfach nur ‘mehr vom gleichen’“. Sie vergab daher eine Spielspaßwertung von 84 %.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Your Command & Conquer Freeware Awaits! (Memento vom 16. Februar 2010 im Internet Archive) (englisch)
  2. C. E. V. Muniz, A. Montenegro, M. Lage, C. Nader: Polygonal Mesh Extraction From Digital Voxel Art. In: SIBGRAPI. 2013, ucsp.edu.pe (PDF).
  3. Command & Conquer: Tiberian Sun. schnittberichte.com, abgerufen am 7. Oktober 2016.
  4. Die wohl größten Hypes der Spielgeschichte. pcgames.de, abgerufen am 7. Oktober 2016.
  5. Spieletestbericht Spiel mit dem Feuersturm. pcgames.de, 7. März 2001, abgerufen am 7. Oktober 2016.