Cordelia Edvardson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stolperstein vor dem Haus Eichkatzweg 33 in Berlin-Westend

Cordelia Maria Edvardson (* 1. Januar 1929 in München; † 29. Oktober 2012 in Stockholm) war eine schwedisch-israelische Journalistin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Edvardson wurde 1929 als uneheliche Tochter der deutschen Schriftstellerin Elisabeth Langgässer und des Staatsrechtlers Hermann Heller in München geboren. Sie wuchs bis 1943 bei ihrer Mutter, der Großmutter und einem Onkel in Berlin auf, zunächst in Siemensstadt, nach der Hochzeit ihrer Mutter in einem bürgerlicheren Viertel. 1943 versuchte Elisabeth Langgässer, die Rassegesetzbestimmungen der Nationalsozialisten zu umgehen, indem sie ihre Tochter von einem spanischen Ehepaar adoptieren ließ. Das Kind trug ab diesem Zeitpunkt den Namen Cordelia Garcia-Scouvart. Die Gestapo drohte jedoch Cordelia an, ihrer Mutter nachzustellen, wenn sie nicht bereit wäre, eine doppelte Staatsbürgerschaft anzunehmen, wodurch sie erneut den geltenden Gesetzen unterworfen war. Schließlich wurde sie nach Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert, wo sie die Häftlingsnummer A3709 erhielt. Sie arbeitete zunächst in der Glühbirnenproduktion, später als Schreibkraft, wahrscheinlich auch für Joseph Mengele.

1945 erlebte sie die Befreiung mit und wurde mit einem „Weißen Bus“ nach Schweden gebracht, wo sie bis 1974 lebte und als Journalistin arbeitete. Ihre Mutter erfuhr erst ein Jahr nach Kriegsende, dass Cordelia überlebt hatte, und traf sie erst 1949 kurz vor ihrem Tod zum ersten Mal wieder.

Während des Jom-Kippur-Krieges zog Edvardson nach Israel. Vom 1977 bis 2006 war sie die Korrespondentin der Svenska Dagbladet in Israel. Im Herbst 2006 zog sie nach Stockholm zurück.

Sie verfasste die autobiographischen Bücher Gebranntes Kind sucht das Feuer und Die Welt zusammenfügen sowie den Gedichtband Jerusalems Lächeln. Die Bücher erschienen zunächst auf Schwedisch und wurden bald übersetzt; für Gebranntes Kind sucht das Feuer erhielt Edvardson den Geschwister-Scholl-Preis. 2001 erhielt sie den Königlichen Preis der Schwedischen Akademie.

Der Regisseur Stefan Jarl produzierte 2004 eine Dokumentation über Edvardson und ihr Leben. Der Film mit dem Titel Das Mädchen von Auschwitz (Flickan från Auschwitz) hatte 2005 Premiere.

Ehrungen[Bearbeiten]

In Berlin wurde vor ihrem ehemaligen Wohnhaus im Eichkatzweg ein Stolperstein gesetzt.[1]

Der deutsche Botschafter in Schweden Joachim Rücker verlieh Cordelia Edvardson am 22. September 2009 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse in Würdigung ihrer Verdienste um die deutsch-schwedischen Beziehungen.[2]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sonja Hilzinger: Elisabeth Langgässer – Eine Biografie. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2009, ISBN 978-3-86650-250-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cordelia Edvardson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/bezirk/lexikon/eichkatzweg33.html
  2. Cordelia Edvardson ausgezeichnet Webseite von Joachim Rücker, abgerufen am 21. November 2012