Creidlitz

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Creidlitz
kreisfreie Stadt Coburg
Wappen von Creidlitz
Koordinaten: 50° 14′ 4″ N, 10° 58′ 50″ O
Höhe: 300 m
Fläche: 2,3 km²
Einwohner: 1705 (30. Jun. 2010)
Bevölkerungsdichte: 741 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 96450
Vorwahl: 09561
Karte
Lage von Creidlitz in Coburg

Creidlitz ist ein Coburger Stadtteil in Oberfranken mit rund 1700 Einwohnern. Im Jahre 870 wurde Creidlitz erstmals urkundlich erwähnt, knapp 200 Jahre früher als Coburg. Der Ort ist Anfang des 21. Jahrhunderts ein Wohndorf mit Vorortcharakter und reichem Vereinsleben. Die Einheimischen sprechen Itzgründisch.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Creidlitz liegt im Coburger Süden im Coburger Land. Im Südwesten des Ortes beginnt das Tal der Itz, der so genannte Itzgrund.

Ausdehnung des Ortsgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Creidlitz grenzt im Süden an die Gemeinde Niederfüllbach und westlich an den Ahorner Ortsteil Finkenau. Nördlich grenzt es an den Stadtteil Ketschendorf mit der Erhebung Buchberg und dem Wohngebiet Pelzhügel im Süden. Am Flughafen grenzt es an das Gebiet der Gemeinde Grub am Forst. Ein alter Gutsbesitz, das Hambachs Gut, ist Teil des Ortsgebietes. Neubaugebiete und Nachkriegsbauten gehen ineinander über. Creidlitz hat den Siedlungscharakter eines Vorortes.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden grenzt Creidlitz an den Coburger Stadtteil Ketschendorf, im Süden an die Gemeinde Niederfüllbach. Im Westen gelangt man zunächst nach Ahorn, im Osten nach Grub am Forst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Gemeindehaus

Creidlitz, eine slawische Siedlung, die sich an der Itz bildete, ist älter als die Stadt Coburg. Im Jahre 870 wurde es mit dem Namen „Grilizi“ erstmals in einer Königsurkunde Ludwigs des Deutschen erwähnt. Es lag an einer Handelsstraße zwischen Nürnberg und Leipzig. Im Jahr 1910 hatte der Ort 614 Einwohner. Am 1. Juli 1920 kam er nach einer Volksabstimmung und dem darauffolgenden Staatsvertrag mit dem Freistaat Coburg zu Bayern. Die Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform am 1. Juli 1972 mit 1788 Einwohnern und 230 Hektar Fläche in die Stadt Coburg eingegliedert.[1] Der letzte Bürgermeister war Hans Blümlein von 1946–1972, nach dem ein Erholungsgebiet am alten Sportplatz benannt ist.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Creidlitzer Gemeindewappen zeigt in schwarz schräg gekreuzt ein goldenes Schwert und einen goldenen Schlüssel, darunter ein silbernes Hufeisen.

Das Hufeisen erinnert an die Lage des schon als karolingisches Königsgut bekannten Ortes an der früheren Hauptverkehrsstraße von Leipzig über Nürnberg nach Oberitalien.

Schwert und Schlüssel wurden dem Wappen des Benediktinerklosters Saalfeld entnommen, das 1074 Reichsabtei und 1497 Fürstabtei wurde. 1516 in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt, fiel es 1525 der Säkularisation anheim. Von einer Schenkung der polnischen Königin Richeza 1075 bis zur Reformation gehörten zu dem ausgedehnten Klosterbesitz auch Güter in Creidlitz.

Die zusammen mit dem Wappen angenommene Gemeindefahne zeigt die Streifen Gelb, Schwarz und Weiß gemäß den Farben des neuen kommunalen Hoheitszeichens. Frühe Gemeindesiegel mit individuellem Bildgehalt sind für Creidlitz nicht bekannt. 1762 führte die Gemeinde nur den sächsischen Schild mit dem Rautenkranz im Siegel, das dem Gemeindewappen von Drossenhausen gleicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naherholungsgebiet Hans-Blümlein-Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Hans-Blümlein-Anlage, dem ehemaligen Sportplatz, beginnt das Naherholungsgebiet Lehengraben, benannt nach einem kleinen Bachlauf, der an den Lehenäckern unterhalb des Grüber Steins entspringt. Dort befindet sich auch das Quellgebiet der Lehenquelle, welche früher die Creidlitzer Bevölkerung mit Trinkwasser versorgte. Zur Hans-Blümlein-Anlage gehören ein Spiel- und Bolzplatz, das Vereinsheim der Kleintierzüchter sowie die Geschäftsstelle des Bürger- und Heimatvereins Creidlitz. Ein kleiner Teich, der durch die Lehenquelle gespeist wird, lädt zum Verweilen ein. Bis heute finden jährlich zwei Veranstaltungen dort statt, das Lehengrabenfest sowie das Kinderfest der Volksschule und des Kindergartens Creidlitz.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt sind die Creidlitzer Musikanten, aber auch die ehemalige Sängervereinigung Creidlitz, die sich nach ihrer Auflösung immer noch regelmäßig trifft. Es gibt auch kirchliche Chöre und diverse Konzerte.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Dr.-Martin-Luther-Kirche ist das Wahrzeichen von Creidlitz. Sie befindet sich mit dem Creidlitzer Friedhof auf einer kleinen Anhöhe. Das Kirchengemeindehaus mit Brunnen steht davor. Die St.-Elisabeth-Kirche ist das Gotteshaus der katholischen Kirchengemeinde. Das alte Gemeindehaus in der Creidlitzer Straße und der Bahnhof Creidlitz sind ebenfalls ortsprägend. Im Oberdorf befindet sich auf dem Brunnenplatz der Dorfbrunnen vor der Gaststätte Sommer.

Sport und Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Creidlitz sind drei Sportvereine beheimatet: Die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Creidlitz, der Schützenverein Creidlitz mit seinen beiden Kegelbahnen und einer Gaststätte und die Billardfreunde Creidlitz-Coburg.

Creidlitz hat daneben ein breites Spektrum von Vereinen: Gartenbauverein, Pfadfinder, Rotkreuzgemeinschaft Marienverein, Freiwillige Feuerwehr, VDK Ortsverein, CSU Ortsverein, Sängervereinigung, Kleintierzuchtverein.

Der Gartenbauverein unterhält außerdem nahe der Hans-Blümlein-Anlage, unterhalb der Lehenäcker eine eigene Kleingartenanlage.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulinarische Spezialität ist der Merch mit Kloß, das traditionelle Kirchweihessen der Creidlitzer. Dabei handelt es sich um Rindfleischscheiben mit Meerrettichsoße und Coburger Klößen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Creidlitz war lange Zeit als Wirtschaftsstandort durch Industrie geprägt. Die Industriezweige wurden weitgehend durch Handels-, Handwerks- und Industriebetriebe ersetzt. Das Dorf war traditioneller Standort der Porzellanindustrie, der Verpackungsindustrie und der Spielwarenindustrie. Daneben gibt es Holzbearbeitungs- und landwirtschaftliche Betriebe. Das Speditionswesen ist am Ortsrand durch einen Großanbieter (DB Schenker) vertreten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof in Creidlitz

Westlich von Creidlitz gabeln sich die von Coburg nach Süden und Südosten führenden Verkehrswege, die im Itzgrund vierspurig ausgebaute von Nord nach Süd verlaufende Bundesstraße 4, von der die nach Osten führende zweispurige B 303 abzweigt.

Durch Creidlitz verläuft die Werrabahn von Coburg nach Lichtenfels. Die stillgelegte Strecke Creidlitz–Rossach, die Itzgrundbahn, wurde teilweise als Radweg ausgebaut. Seit dem ICE Halt am Bahnhof Coburg durchfährt der ICE mehrmals täglich Creidlitz.

Die Flugtechnische Arbeitsgemeinschaft Coburg e. V. betreibt bei Creidlitz den Sonderlandeplatz Coburg-Steinrücken.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationsmedium der Gemeinde ist das wöchentlich erscheinende Mitteilungsblatt. Auch die Coburger Stadtzeitung Mohr hat dort ihre Redaktion.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Creidlitz besitzt zwei Kirchengemeinden (evangelisch-lutherisch und römisch-katholisch) und einen Kindergarten. Es ist Standort des Arbeiter-Samariter-Bundes Coburg (ASB), sowie der Quartierstützpunkt der Caritas Coburg Stadt und Land.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule Coburg-Creidlitz

Creidlitz verfügt über eine Grundschule, die Grundschule Coburg-Creidlitz, und einen Kindergarten.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Höhepunkt des Gemeindelebens ist das jährlich stattfindende Kinderfest (auch Gregoriusfest) der örtlichen Vereine mit kleinem Festumzug und anschließendem Festprogramm. Ferner findet jährlich das Schützenfest mit dem traditionellen Kirchweihtanz statt. Seit einigen Jahren findet regelmäßig im Kirchhof der evangelischen Dr.-Martin-Luther-Kirche die Creidlitzer Dorfweihnacht statt. Diese wird von den Creidlitzer Ortvereinen, der Schule, dem Kindergarten sowie den Vertretern beider Kirchen organisiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Creidlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien