Curt Lowens

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Curt Lowens, auch Kurt Lowens, geborener Kurt Löwenstein, (* 17. November 1925 in Allenstein, Preußen, Deutsches Reich;[1]8. Mai 2017)[2] war ein deutscher Schauspieler und ein Überlebender des Holocaust.[3] Seit 1960 spielte er in mehr als 100 Filmen mit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lowens wurde in einer jüdischen Familie in der ostpreußischen Stadt Allenstein (inzwischen Olsztyn, Polen) geboren. Sein Vater, Alfred Loewenstein, war ein angesehener Rechtsanwalt, dessen Kanzlei durch das Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft nach der Machtergreifung der Nazis einbrach.[3] Die Familie zog im Jahr 1936 nach Berlin, entschied sich aber später, Deutschland in Richtung der Vereinigten Staaten zu verlassen. Während sie in Rotterdam auf ihre Ausreise warteten, überfielen die Deutschen Holland. Im Juni 1943 wurde die Familie nach Westerbork gebracht und sollte von dort nach Auschwitz deportiert werden, als sie durch Beziehungen des Vaters überraschend auf freien Fuß gesetzt wurden.[4] Nach der Freilassung ging er in den Untergrund und wurde unter dem falschen Namen Ben Joosten ein aktives Mitglied der Résistance.[3] Im Jahr 1947 immigrierte er zusammen mit seinem Vater und seiner Stiefmutter in die Vereinigten Staaten, wo er Schauspieler wurde.[3] Er spielte in den folgenden Jahren sehr oft deutsche Nazis.[5]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1960: … und dennoch leben sie (La ciociara)
  • 1962: Die vier Tage von Neapel (Le quattro giornate di Napoli)
  • 1962: Bei Vollmond Mord (Lycanthropus)
  • 1962: Kaiserliche Venus (Venere imperiale)
  • 1963: Der Vorgang von Verona (Il processo di Verona)
  • 1967: Die Kanonen von Tobruk (Tobruk)
  • 1969: Das Geheimnis von Santa Vittoria (The Secret of Santa Vittoria)
  • 1970: Gefahr in der Tiefe (The Aquarians)
  • 1971: Mephisto-Walzer (The Mephisto Waltz)
  • 1973: Trader Horn
  • 1975: Die Hindenburg (The Hindenburg)
  • 1976: Per Saldo Mord (The Swiss Conspiracy)
  • 1977: Jenseits von Mitternacht (The other Side of Midnight)
  • 1981: Das Wesen
  • 1982: Firefox
  • 1983: Sein oder Nichtsein (To Be or not to Be)
  • 1986: Das blinde Glück (Fernsehfilm)
  • 1988: Helden USA 3 (Operation: Paratrooper)
  • 1989: Los Angeles Cop
  • 1991: Paid To Kill
  • 1992: Spezialeinheit IQ (A Midnight Clear)
  • 1993: H.P. Lovecrafts Necronomicon
  • 1993: Invisible
  • 1993: Mandroid
  • 1994: Firehawk
  • 1994: Spacecenter Babylon 5 (Fernsehserie, Folge Angriff der Aliens) (Babylon 5 – Voice in the Wilderness)
  • 1997: Dark Moments – Im Angesicht des Todes
  • 2005: The Cutter – Diamanten des Todes (The Cutter)
  • 2006: Ray of Sunshine
  • 2008: Miracle at St. Anna
  • 2009: Illuminati

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marijke Engel: Diese Sache mit der Erinnerung. In: Berliner Zeitung. Berliner Verlag, 29. Juni 2010, abgerufen am 11. Mai 2017.
  2. Richard Stellar: Actor Curt Lowens’ Biggest Legacy Is Offscreen, as Holocaust Survivor and Rescuer. In: TheWrap.com. The Wrap News Inc., 11. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2017 (englisch).
  3. a b c d Survivor: Curt Lowens. In: Jewish Journal. 7. Mai 2014, abgerufen am 17. Mai 2017 (englisch).
  4. Curt Lowens - A Polish Survivor with more than 120 acting credits, including many roles as Nazis.@1@2Vorlage:Toter Link/www.hollywoodreporter.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. hollywoodreporter.com, abgerufen am 11. Mai 2017 (englisch).
  5. Chapman Donor who Survived Holocaust to Portray Nazi (Memento vom 12. Oktober 2009 im Internet Archive). In: College Life. (englisch).