Dürrenzimmern (Nördlingen)

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Dürrenzimmern
Wappen von Dürrenzimmern
Koordinaten: 48° 54′ 12″ N, 10° 33′ 2″ O
Höhe: 422 m ü. NN
Einwohner: 394 (1. Jul. 2020)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 86720
Vorwahl: 09081

Dürrenzimmern ist ein Stadtteil von Nördlingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern.

Dürrenzimmern, Ortsmitte, Luftaufnahme (2016)
Dürrenzimmern, Luftaufnahme (2016)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf hat 394 Einwohner (Stand: 1. Juli 2020) und liegt auf einer Höhe von 422 m ü. NN im Zentrum des Nördlinger Rieses. Das Dorf entwässert über den Faulgraben nach Osten zur Wörnitz, dessen längerer rechter Oberlauf Lachgraben den Rand der Ansiedlung im Südwesten und Süden berührt. Weniger als einen Kilometer weiter im Südwesten verläuft die Mauch, ein größerer Nebenfluss der Eger.

Kirche St. Gallus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahr 1254, als Papst Innozenz IV. die Besitzrechte des Klosters Zimmern in Dürrenzimmern bestätigte. Das Kloster Zimmern erwarb im 13. und 14. Jahrhundert weiteren Besitz und wurde so zum stärksten Grundherrn im Dorf. Seit dem 14. Jahrhundert sind auch die Grafen von Oettingen als Grundherren belegt, welche auch die Dorfherrschaft über Dürrenzimmern erlangen konnten. Durch die Säkularisation des Klosters Zimmern in der Reformationszeit wurde die Position der Grafen von Oettingen im Ort weiter gestärkt und der Ort vom Oberamt Alerheim verwaltet.

Verheerend waren die Folgen des Dreißigjährigen Krieges für den Ort. Um 1636 waren nur noch zwei Häuser bewohnt, die übrigen waren verbrannt oder eingefallen. Erst im Jahr 1708 wurde das letzte im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Haus wieder aufgebaut.

Infolge der Mediatisierung des Fürstentums Oettingen-Wallerstein kam Dürrenzimmern 1806 an Bayern.

Am 1. Mai 1978 wurde Dürrenzimmern im Zuge der Gemeindegebietsreform eingemeindet und ist seither ein Stadtteil von Nördlingen.[1]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Dürrenzimmern

In die Denkmalliste sind der ummauerte Friedhof und die Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Gallus eingetragen. Diese Chorturmkirche des 13. Jahrhunderts wurde im 17. Jahrhundert erhöht; der Turmoberteil ist von 1697.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Dürrenzimmern liegt an der Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen. Hier finden in den Sommermonaten Sonderzugfahrten des Bayerischen Eisenbahnmuseums statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Beck: Dürrenzimmern im Ries. Dorf, Häuser und Familien. 1570–1950. Dürrenzimmern 2008
  • Dieter Kudorfer, Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben, Heft 8, Nördlingen, Digitalisat, abgerufen am 24. Oktober 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dürrenzimmern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793.