Dario Azzellini

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Dario Azzellini (* 1967 in Wiesbaden) ist ein italienischer Autor, Dokumentarfilmer, Künstler, Politikwissenschaftler und Soziologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dario Azzellini studierte von 1986 bis 1988 Politikwissenschaften, Romanistik und Anglistik in Mainz und schloss dort sein Grundstudium ab. Er wechselte dann nach West-Berlin wo er an der FU Berlin den Diplomstudiengang Politikwissenschaften 1993 abschloss. In der Zeit gründete er zusammen mit anderen die linksradikale Initiative Für eine linke Strömung.[1] Seit 1989 pendelt er zwischen Lateinamerika und Berlin und publiziert regelmäßig fachwissenschaftlich. Schwerpunkt seiner Studien sind Prozesse sozialer Transformation, Bewegungen, demokratische Planung, partizipative Demokratie und Arbeitermit- und Arbeiterselbstverwaltung.

Zahlreiche Buchveröffentlichungen zu Italien, Kolumbien, Mexiko, Venezuela, Privatisierung militärischer Dienstleistungen, Migration und Soziale Bewegungen, die u.a. in Spanisch, Italienisch, Französisch, Türkisch und Indonesisch übersetzt wurden. Seine Essays wurden in WorkingUSA, Herramienta, Otra Economía, Org & Demo, Socialism and Democracy, Blätter für deutsche und internationale Politik und anderen Journalen veröffentlicht. Er gehört zum Herausgeberrat von WorkingUSA (New York) und Cuadernos de Marte (Buenos Aires) und ist Mitherausgeber der "International Encyclopedia of Revolution and Protest. 1500 to the Present".

Seit 1993 hat er auch diverse Dokumentarfilme zu Nicaragua, Italien, Mexiko und Venezuela veröffentlicht, die international auf Veranstaltungen, Festivals und Ausstellungen gezeigt wurden. Seit 2014 arbeitet er mit Oliver Ressler an dem Projekt "Occupy, Resist, Produce", im Rahmen dessen eine Serie von Filmen über Fabrikbesetzungen und Produktion unter Arbeiterkontrolle in Europa in der aktuellen Krise gedreht werden. Als erster Film der Serie wurde "Occupy, Resist, Produce - RiMaflow" veröffentlicht.

Azzellini ist auch als Übersetzer aus dem Italienischen und Spanischen tätig gewesen und übersetzte unter anderem Nanni Balestrini, Marco Revelli, Rossana Rossanda, Mario Moretti, Renato Curcio und Patricio Nolasco. Seit 2004 werden Filme und andere Werke von Azzellini international im Rahmen von Kunstausstellungen präsentiert. Er arbeitete unter anderem mit den Künstlern Oliver Ressler und Lize Mogel zusammen.

2010 promovierte Azzellini in Politikwissenschaften mit einer Untersuchung zu partizipativer und protagonistischer Demokratie in Venezuela bei Joachim Hirsch an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Seit Oktober 2010 arbeitet Azzellini als wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung für Politik- und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz, Österreich.

Seit 2013 ist Azzellini aus der Beziehung mit der Publizistin Marina Sitrin Vater eines Sohnes.

Dario Azzellini ist Gründungsmitglied und Redakteur des 2011 gegründeten Internetarchivs workerscontrol.net, das wissenschaftliche und journalistische Texte zu den Themen Kollektive Selbstverwaltung und Arbeiterselbstverwaltung sammelt.

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Kolumbien – Große Geschäfte, staatlicher Terror und Aufstandsbewegung, mit Raul Zelik, Neuer ISP Verlag, ISBN 3-929-008-48-3, 256 S., kostenloser Download: PDF
  • 1999: Nach Norden - Mexikanische ArbeitsmigrantInnen zwischen neoliberaler Umstrukturierung, Militarisierung der US-Grenze und dem amerikanischen Traum, mit Boris Kanzleiter, Schwarze Risse, ISBN 3-924737-47-9, 272 S.
  • 2002: Italien – Legalisierung der Flüchtlinge – Militarisierung der Grenzen?, mit Judith Gleitze, Assoziation A, ISBN 3-935-936-09-5, 252 S.
  • 2002: Italien. Genua. Geschichte, Perspektiven, Assoziation A, ISBN 3-935-936-06-0, 184 S.
  • 2003: Das Unternehmen Krieg, mit Boris Kanzleiter, Assoziation A, ISBN 3-935-936-17-6, 216 S., kostenloser download: PDF
  • 2005: El negocio de la guerra, Txalaparta (Euzkadi/Spanischer Staat), ISBN 8481363146, 296 S., aktualisiert und erweitert mit neuen Kapiteln.
  • 2006: Futbolistas - Fußball und Lateinamerika: Hoffnungen, Helden, Politik und Kommerz (2006), mit Stefan Thimmel, Assoziation A, ISBN 3-935936-46-X, 256 S.
  • 2007: Venezuela bolivariana. Revolution des 21. Jahrhunderts?, durchgesehene, überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Neuausgabe, Neuer ISP Verlag, ISBN 978-3-89900-120-4, 328 S.
  • 2009: International Encyclopedia of Revolution and Protest. 1500 to the Present, Bände 1 - 8, Immanuel Ness (Hg.), Mitherausgeber für Lateinamerika und die spanischsprachige Karibik sowie Neue Linke in Italien, Wiley-Blackwell, ISBN 978-1-4051-8464-9.
  • 2010: Partizipative und protagonistische Demokratie in Venezuela, Frankfurt am Main 2010, OCLC 642988674 (Dissertation Universität Frankfurt am Main 2010, 575 Seiten).
  • 2010: Partizipation, Arbeiterkontrolle und die Commune. Bewegungen und soziale Transformation am Beispiel Venezuela, ISBN 978-3-8996-5422-6, VSA, 416 S.
  • 2011: Ours to master and to own. Workers’ Control from the Commune to the Present (Hg.), mit Immanuel Ness, ISBN 978-1-6084-6119-6, Haymarket, 400 S.
  • 2012 Occupying Language, mit Marina Sitrin, ISBN 978-1-8845-1909-3, Zuccotti Park Press / Adelante Alliance, 117 S.
  • 2013: Caracas, sozialisierende Stadt. Die »bolivarianische« Metropole zwischen Selbstorganisation und Steuerung (Hg.), mit Stephan Lanz und Kathrin Wildner, ISBN 978-3-9422-1413-1, b_books, 390 S.
  • 2014: They Can’t Represent Us. Reinventing Democracy From Greece to Occupy, mit Marina Sitrin, ISBN 978-1-7816-8097-1, Verso books, 252 S.
  • 2015: La construcción de los dos lados: poder constituido y poder constituyente en Venezuela [2 Vol.], ISBN 978-980-14-1927-3, El Perro y la Rana.
  • 2015: An Alternative Labour History: Worker Control and Workplace Democracy (Hg.), ISBN 978-1-7836-0155-4, Zed Books.

Dokumentarfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Quetzalcoatl, Sandino und die Weltbank, mit Harry Häner und Anne Löwisch
  • 1993: Autonomy, mit Harry Häner und Anne Löwisch
  • 1998: al norte, mit Harry Häner und Boris Kanzleiter
  • 2002: Disobbedienti, mit Oliver Ressler
  • 2004: Venezuela von unten, mit Oliver Ressler
  • 2006: 5 Fabriken – Arbeiterkontrolle in Venezuela, mit Oliver Ressler
  • 2010: Comuna im Aufbau, mit Oliver Ressler
  • 2014: Occupy, Resist, Produce - RiMaflow, mit Oliver Ressler
  • 2015: Occupy, Resist, Produce - Officine Zero, mit Oliver Ressler
  • 2015: Occupy, Resist, Produce - Vio.Me., mit Oliver Ressler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konstituierende Macht