Das Herz einer Mutter

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Herz einer Mutter
Originaltitel The Blue Veil
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1951
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Curtis Bernhardt
Drehbuch Norman Corwin
Produktion Jerry Wald,
Norman Krasna
Musik Franz Waxman
Kamera Franz Planer
Schnitt George Amy
Besetzung

Das Herz einer Mutter ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Curtis Bernhardt aus dem Jahr 1951 basierend auf dem französischen Bühnenstück Le Voile bleu von Francois Campaux bzw. seiner französischen Verfilmung Der blaue Schleier von 1942. Der Film lief in Deutschland und Österreich im Mai 1952 an. Das lange, episodisch erzählte Drama handelt von einer Kriegswitwe des Ersten Weltkrieges, die ihr Leben nach dem Tod des eigenen Babys den Kindern anderer Leute widmet. Der Film erzielte Einnahmen von 3,55 Millionen USD und war damit einer der erfolgreichsten ROK-Filme des Jahres.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nachdem 1918 das einzige Kind der Kriegswitwe Louise Mason stirbt, nimmt sie in der ersten Episode eine zuerst zweiwöchige Stelle als Amme für den Sohn des Fabrikanten Begley an, nachdem die Mutter in Kindbett verstarb. Sie bleibt länger und wird Teil der Familie, als sie jedoch ablehnt, als Begley um ihre Hand anhält, heiratet er seine Sekretärin, die für Masons baldige Entlassung sorgt.

In der zweiten Episode sorgt sie für das Baby der Familie Palfrey, als der Hauslehrer Jerry Kean des älteren Sohns sie bittet, ihn zu heiraten und mit ihm nach Beirut zu gehen, Mason bleibt jedoch bei den Palfreys.

Die dritte Episode handelt von der Zeit in der Mason auf die zwölfjährige Tochter Stephanie der alternden Musicaldarstellerin Annie Rawlins achtet, die Stellung aber aufgibt, als sie meint, dass ihre zu enge Beziehung zu Stephanie, diese ihrer Mutter entfremdet.

In der vierten Episode kümmert sie sich um den kleinen Tony Williams, dessen Mutter zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ihrem Mann nach England folgt und das Kind zurück lässt. Mason zieht Tony als eigenes Kind auf, nach dem Kriegsende kehrt die Mutter zurück und fordert Tony zurück. Nach Masons Flucht mit ihm nach Florida wird ihr das Kind durch ein Gericht entzogen.

In der letzten, sehr schnulzigen Episode ist Mason schließlich zu alt, um sich noch voll um Kinder zu kümmern. Sie nimmt eine Stellung in der Hausmeisterei einer Grundschule an, um Kindern zumindest nahe zu sein. Zufällig trifft sie den erwachsenen Sohn aus Episode zwei, der sie zu einem Dinner einlädt, zu dem auch alle anderen Kinder aus den Episoden erscheinen. Er bittet sie, Nanny für seine Kinder zu werden.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wird einheitlich als sehr sentimentale[1] Schnulze[2] beschrieben, die aber in diesem Genre offen und ehrlich von der Realität unbeeindruckt bleibt[1], jedoch dadurch eben auch nicht vollständig als gelungen zu bezeichnen ist.[3]

Die Regie wird als kompetent, aber durchschnittlich beschrieben[1].

Trotz der Nominierung Wymans für den Hauptdarstellerinnen-Oscar wird ihr Spiel als zu blutlos[2], klischeehaft[1] und berechnend[1] kritisiert, aber auch wegen ihres glaubhaften Alterns über 30 Jahre gelobt.[4]

Dem Film wird teilweise vorgeworfen, dass er die Vorlage Der Blaue Schleier historisch unkritisch nachvollzieht, der den von Hitler beeinflussten Mutterkult der Révolution Nationale des Vichy-Regimes offen propagiere[5]. Zum einen wird dagegen eingewandt, dass erstens Der Blaue Schleier auch so interpretiert werden kann, dass er die Schwäche der Familie in Frankreich gerade als Grund für Besetzung, Fremdbestimmung und Kollaboration zeige[6], zum anderen sei Das Herz einer Mutter kein echtes Remake von Der Blaue Schleier, das Drehbuch basiere auf einer schlechten englischen Übersetzung des Theaterstückes ohne das der Drehbuchautor Corwin Der Blaue Schleier überhaupt gesehen hatte.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Penelope Houston: The Blue Veil, in: John Reid (eds.): These Movies Won No Hollywood Awards, 2005, ISBN 978-1-4116-5846-2, S. 15–17.
  2. a b Borley Crowther: The Blue Veil, in: New York Times, 27. Oktober 1951 ([1]).
  3. Das Herz einer Mutter. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 1. Januar 2014.
  4. Daniel Bubbeo: The Women of Warner Brothers: The Lives and Careers of 15 Leading Ladies, 2002, ISBN 978-0-7864-6236-0, S. 238.
  5. So Jennifer Forrest: Remaking Le Voil Bleu: An Interview with Norman Forrest, Screenwriter for the Blue Veil, in: Jennifer Forrest, Leonard R. Koos (eds.): Dead Ringers: The Remake in Theory and Practice, 2002, ISBN 978-0-7914-5169-4, S. 309–336.
  6. Allan Williams, The Raven and the Nanny: The Remake als Crosscultural Encounter, in: Forrest, Koos (eds.), Dead Ringers, S. 151–167.
  7. Corwin, im Interview mit Forrest, in: Forrest, Koos (eds.), Dead Ringers, S. 311f.