Das Versprechen (2021)

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Film
OriginaltitelDas Versprechen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 87 Minuten
Stab
Regie Till Endemann
Drehbuch Beate Langmaack
Musik Mario Lauer
Kamera Lars R. Liebold
Schnitt Florian Drechsler
Besetzung

Das Versprechen ist ein deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2021. Der Film ist seit Ende April 2021 erstmals in der ZDF Mediathek abzurufen und wurde am 26. April 2021 im Fernsehprogramm des ZDF ausgestrahlt.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der elfjährige Bendix lebt mit seinem Vater Fabian in Berlin. Seine Mutter ist vor ein paar Jahren gestorben, Fabian arbeitet als U-Bahn-Fahrer im Schichtdienst. Die Rollen in der Beziehung sind vertauscht. Bendix kümmert sich um den Haushalt und seinen depressiven Vater, der kaum seiner Arbeit nachgehen kann. Ohne Bendix’ Unterstützung würde Fabian kaum etwas essen oder zu spät zur Arbeit kommen.

Bei einem Sportlauf der Schule trifft Bendix unter einer Unterführung ein Mädchen, das sich eine Zigarette auf dem Bein ausdrückt. Bendix spricht sie mutig an, gibt auch nicht auf, als sie ihn anschreit, er solle doch abhauen. Als er das nicht tut, läuft sie davon, lässt aber ihr Handy und den Laufzettel zurück. Bendix kann sie darüber ausfindig machen und findet heraus, dass sie täglich zu Therapiestunden in eine psychiatrische Klinik geht. Die sechzehnjährige Jule leidet unter heftigen Wutausbrüchen und Selbstverletzungen, was ihre Eltern mehr als überfordert. In der Schule wird sie von anderen Mädchen gemieden und gemobbt. Damit Bendix sie einmal in die Klinik begleiten darf, muss er ihr eine Pistole besorgen, die er daraufhin übers Internet bestellt.

Wegen des Zustandes seines Vaters erkundigt sich Bendix in der Klinik bei einer Krankenschwester nach Therapiemöglichkeiten, angeblich für einen Freund. Von Jule erfährt er, dass sein Vater wohl an Depressionen leide und sich behandeln lassen sollte. Jule und Bendix verstehen sich mit ihren Problemen und sie stützen sich gegenseitig. Bendix gelingt es mit Jules Hilfe, bei einem gemeinsamen Eisessen mit Fabian, Jules Psychiaterin dazuzuholen. Fabian nimmt das Angebot eines Erstgesprächs an und willigt auf Vorschlag der Ärztin ein, sich stationär professionell behandeln zu lassen. Bendix müsse allerdings für die Zeit seines Aufenthalts in eine Pflegefamilie.

Nachdem sich sein Vater zur stationären Aufnahme begeben hat, geht Bendix nicht wie vereinbart zur Pflegefamilie. Er nimmt die bestellte Pistolenattrappe und inszeniert einen Banküberfall, um festgenommen zu werden. Auf dem Polizeirevier will er nur mit Jule reden. Bendix fühlt sich schuldig, weil er seinem Vater versprochen hat, ihn nie zu verlassen; er habe ihn enttäuscht. Jule sagt ihm, das stimme nicht. Fabian könne die Krankheit überwinden und bleibe immer sein Vater. Bendix geht nun doch in die Pflegefamilie mit dem Bewusstsein, seinen Vater nicht im Stich gelassen zu haben. Jules Eltern sind beeindruckt, wie ihre Tochter mit der Situation auf dem Polizeirevier umging. Die gemeinsamen Therapiesitzungen mit den Eltern zeigen bei ihr gute Fortschritte, sie muss künftig nicht mehr täglich kommen. Zwischen ihr und ihren Eltern entwickelt sich zunehmend Vertrauen.

In der letzten Szene besucht Bendix in einer Klinik seinen Vater, der ebenfalls langsam Fortschritte macht.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 2. September 2019 bis zum 5. Oktober 2019 in Berlin gedreht.[1] Die Fachärzte und Psychiater Michael Schulte-Markwort und Michael Krebs haben das Filmteam beraten.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films gibt dem Film 3 von 5 Sternen und schreibt: „Ein Drama um Krankheit, Freundschaft und die Überforderung speziell der Kinder, das mit besten Absichten und wissenschaftlich fundiert über die Krankheitsbilder und ihre Folgen aufklärt. Dabei geht es mitunter zwar recht didaktisch, stellenweise auch sentimental zu, aufgefangen wird dies jedoch durch feine Details und lebendiges Spiel.“[3]

Thomas Gehringer gibt dem Film in seiner Besprechung bei tittelbach.tv insgesamt 5 von 6 möglichen Sternen. Regisseur Till Endemann inszeniere die Beziehungen zwischen den Personen sensibel und respektvoll. Der Film stelle Menschen mit psychischen Störungen nicht als hilflos dar, sondern weise ihnen eine stärkende Kraft zu – für Gehringer ein wertvoller „Spin“. Die Drehbuchautorin Beate Langmaack präsentiere weder ein hoffnungsloses Ende noch ein falsches Happy End. Von Mika Tritto und Ella Morgen heißt es, dass sie den Film in einer bemerkenswerten Weise tragen, und auch Nebenfiguren seien prominent besetzt. Der Film sei „ein kluges, hochemotionales Drama über das Leben mit psychischen Erkrankungen – vornehmlich aus der Sicht der Kinder erzählt“.[2]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung des Films am 26. April 2021 im ZDF sahen insgesamt 3,51 Millionen Zuschauer. Dies bedeutete einen Marktanteil von 11,1 %.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Das Versprechen bei crew united, abgerufen am 24. April 2021.
  2. a b Thomas Gehringer: Fernsehfilm „Das Versprechen“. In: tittelbach.tv. 2021, abgerufen am 24. April 2021.
  3. Das Versprechen. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 24. April 2021. 
  4. Veit-Luca Roth: Primetime-Check Montag, 26. April 2021. In: Quotenmeter.de. 27. April 2021, abgerufen am 27. April 2021.