Dennenlohe (Unterschwaningen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dennenlohe
Koordinaten: 49° 5′ 46″ N, 10° 36′ 31″ O
Höhe: 448 m ü. NHN
Fläche: 6,02 km²[1]
Einwohner: 121 (25. Mai 1987)[2]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 91743
Vorwahl: 09836
Blick auf Dennenlohe
Blick auf Dennenlohe
Schloss Dennenlohe

Dennenlohe ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Unterschwaningen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt am Rande des Fränkischen Seenlands. Nahe Dennenlohe liegt der Dennenloher See, der zum Baden, Surfen und Campen genutzt wird. In Sichtweite liegt der Hesselberg und der Limes. Der private Dennenloher Schlossweiher wird vom Schlosspark Dennenlohe umgeben.

An Dennenlohe führt die Staatsstraße 2221 vorbei, die nach Unterschwaningen (1,3 km südlich) bzw. nach Fröschau bei Bechhofen (8 km nordwestlich) führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oberschwaningen zur Kreisstraße AN 47 (1,4 km östlich).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1337 als „ze dem Taennlin“ erstmals urkundlich erwähnt. Der zugrunde liegende Flurname enthält das mittelhochdeutsche Wort „tann“ (=Tanne) mit Diminutivsuffix „-lîn“ und bedeutet demnach „bei dem Tannenwäldchen“.[4]

Die gräflich Friesische Herrschaft Dennenlohe hatte seinen eigenen Fraischbezirk, den es vom Fürstentum Ansbach zu Lehen erhalten hatte. Diese übte auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen aus. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 40 Anwesen (Fabrikbau mit 2 Gebäuden, 1 Mühle, 1 Ziegelhütte, 1 Wirtschaft mit Braurecht, 8 Söldengüter, 1 Söldengut mit Schmiedrecht, 1 Söldengütlein, 8 Häuser, 11 Halbhäuser, 6 Viertelhäuser). Außerdem gab es ein Schloss mit Amtshaus und Bauern- und Schafhaus nebst anderen Ökonomiegebäuden, ein Gerichtsdienerhaus, eine Schlosskirche und ein Gemeindehirtenhaus.[5][6][7] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.[8]

1806 kam Dennenlohe an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde es 1809 dem Steuerdistrikt Unterschwaningen zugeordnet. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Dennenlohe.[9][10] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wassertrüdingen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wassertrüdingen (1919 in Finanzamt Wassertrüdingen umbenannt, 1932–1973 Finanzamt Gunzenhausen, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1938 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Dennenlohe an den Landkreis Ansbach. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Wassertrüdingen (1880 in Amtsgericht Wassertrüdingen umbenannt), von 1956 bis 1970 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig, von 1970 bis 1973 das Amtsgericht Dinkelsbühl, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist.[8] Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 6,024 km².[1] Am 1. April 1971 wurde Dennenlohe nach Unterschwaningen eingemeindet.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 318 318 260 237 181 164 156 167 196 212 193 184 156 155 175 159 151 131 129 239 227 197 145 126 121
Häuser[12] 54 42 38 41 33 32 32 31 32
Quelle [13] [14] [15] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [15] [15] [22] [15] [15] [15] [23] [15] [15] [15] [24] [15] [1] [25] [2]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dennenlohe (Unterschwaningen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 760 (Digitalisat).
  2. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 331 (Digitalisat).
  3. Dennenlohe im BayernAtlas
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 52.
  5. T. Neumeyer, S. 403. Dort sind fälschlicherweise 49 Anwesen angegeben.
  6. Johann Bernhard Fischer: Dennenlohe. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 380 (Digitalisat).
  7. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 583. Hiernach gab es nur 17 Untertansfamilien.
  8. a b T. Neumeyer, S. 553.
  9. T. Neumeyer, S. 534.
  10. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 71 (Digitalisat).
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  12. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 17 (Digitalisat).
  14. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 251–252 (Digitalisat).
  15. a b c d e f g h i j k Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 167, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1004, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 157 (Digitalisat).
  18. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1170, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, S. 61 (Digitalisat).
  20. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, S. 176 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1102 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1167 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1205 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1034 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 171 (Digitalisat).