Dennis Nilsen

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Dennis Andrew Nilsen (* 23. November 1945 in Fraserburgh; † 12. Mai 2018 HMP Full Sutton, Pocklington, East Yorkshire) war ein schottischer Serienmörder.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dennis Nilsen wurde als der jüngere von zwei Söhnen des Ehepaares Betty und Olav Nilsen geboren. Sein Vater, ein norwegischer Soldat und Alkoholiker, verließ die Familie, als Nilsen zwei Jahre alt war.[1] Nach der Scheidung seiner Eltern heiratete seine Mutter 1954 erneut und nahm den Familiennamen Scott an. Drei Jahre lang wuchs Nilsen in der Obhut seines Großvaters, eines Fischers, auf. Dessen Tod auf See stellte für Nilsen ein einschneidendes Erlebnis dar, nach dem er sich zum Einzelgänger entwickelte.[1]

1961 ging Nilsen zur British Army, wo er den Beruf des Kochs erlernte und zum Schlachter ausgebildet wurde.[1] In dieser Zeit begann er zu trinken; enge Freundschaften hatte er keine. 1972 verließ Nilsen die Armee, um Polizist zu werden,[1] gab den Beruf nach neun Monaten aber wieder auf. Danach arbeitete er für kurze Zeit bei einem Sicherheitsdienst, wenig später als Interviewer für die Manpower Services Commission. Im Jahr 1975 wohnte Nilsen in einer Wohngemeinschaft mit dem zehn Jahre jüngeren David Gallichan, dem er, obwohl er eine homosexuelle Beziehung stets abstritt, sehr nahestand. Als Gallichan im Mai 1977 London verließ, blieb Nilsen verbittert zurück.

Sein erstes Opfer, den 14-jährigen Stephen Holmes, traf Nilsen im Dezember 1978 in einem Pub. Er nahm ihn zu sich nach Hause, wo er ihm anbot, bei ihm zu übernachten. Holmes lehnte ab, schlief aber betrunken im Sessel ein. Aus Furcht, er könne ihn nach dem Aufwachen verlassen, erdrosselte Nilsen ihn mit einer Krawatte. Danach entkleidete er den Leichnam, wusch ihn, wie er es von da an nach jedem seiner Morde tat, und versteckte ihn bis August 1979 unter den Dielen seiner Wohnung. Im August verbrannte er den Leichnam zusammen mit ein paar Autoreifen im Garten.

Im November 1979 traf er in Salisbury einen Chinesen, den er mit zu sich nach Hause nahm, wo dieser sich bereitwillig von ihm ans Bett fesseln ließ. Als Nilsen ihn zu erwürgen versuchte, floh der Chinese und erstattete Anzeige. Die Polizei glaubte jedoch Nilsens Version, der Chinese habe ihn auszurauben versucht, und setzte ihn auf freien Fuß.

Sein nächstes Opfer war der 23-jährige Kanadier Kenneth James Ockenden. Nilsen begegnete ihm im Dezember in High Holborn und lud ihn zu sich nach Hause ein. Dort setzte sich Ockenden Kopfhörer auf und hörte Musik. Als Ockenden ihm bis Mitternacht immer noch keine Beachtung schenkte, fühlte sich Nilsen zurückgewiesen und erdrosselte ihn mit einem Kabel. Nach der Tat hörte er stundenlang Musik. Erst am nächsten Tag versuchte er vergeblich, den Leichnam unter den Dielenbrettern zu verstecken, da die Leichenstarre schon eingesetzt hatte. Daher zerstückelte er den Leichnam und vergrub ihn im Garten. Auf diese oder ähnliche Weise beging er alle seine Morde.

Die Aufklärung des Falls begann Anfang Februar 1983, als in einem Haus im Norden Londons die Rohre verstopft waren. Die Mieter riefen einen Klempner, der in den Rohren mehrere Stücke Fleisch vorfand. Da unter dem Fleisch auch einige Fingerknochen waren, verständigte der Klempner die Polizei. Von der Polizei befragt, gestand Nilsen, dass es sich um das Fleisch zweier Männer handle, die er kürzlich ermordet habe. Er ließ die Polizisten in seine Wohnung, wo sie mehrere Plastiktüten mit Leichenteilen fanden. Nach seiner Verhaftung gestand Nilsen den Mord an 15 bis 16 Männern, davon 3 in seiner derzeitigen Wohnung und 12 bis 13 in seiner vorherigen.

Am 24. Oktober 1983 wurde die Gerichtsverhandlung im Central Criminal Court eröffnet. Obwohl Nilsen 15 Morde und 5 Mordversuche gestanden hatte, wurde er nur wegen 6 Morden und 2 Mordversuchen angeklagt. Am 4. November wurde er in allen Anklagepunkten für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Dennis Nilsen starb am 12. Mai 2018 im Hochsicherheitsgefängnis HMP Full Sutton bei Pocklington in East Yorkshire.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Murakami, Peter/Murakami, Julia: Lexikon der Serienmörder. München: Ullstein, 9. Aufl. 2003. ISBN 3-548-35935-3
  • Masters, Brian: Leblose Liebhaber. Die Morde des Dennis Nilsen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1994. ISBN 3-499-19642-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Gerhard Mauz: Ein deutlicher Hauch von Humbug … In: Der Spiegel. 21. November 1983, abgerufen am 21. November 2017.
  2. Serial killer Dennis Nilsen dies in prison aged 72. In: The Guardian. 12. Mai 2018, abgerufen am 13. Mai 2018.