Der Sämann (Constantin Meunier)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Skulptur Der Sämann im Günthersburgpark in Frankfurt

Der Sämann ist eine im Jahr 1890 vom belgischen Maler und Bildhauer Constantin Meunier (1831–1905) geschaffene Bronzeplastik, von der mehrere Exemplare existieren. Die Skulptur ist etwa lebensgroß und stellt einen ausschreitenden Landarbeiter beim Ausbringen von Saatgut dar. Die männliche Figur, barfuß und mit bloßem Oberkörper, trägt einen mit der linken Hand gehaltenen Saatbeutel und zeigt mit der rechten Hand die typische Geste des manuellen Aussäens. Das Motiv „arbeitende Menschen“ wird als charakteristisch für das bildhauerische Werk Meuniers angesehen.[1]

Frankfurt am Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der Skulpturen steht im Günthersburgpark im Frankfurter Stadtteil Nordend-Ost auf einem Steinsockel vor einer Baumgruppe, unmittelbar hinter dem südwestlichen Tor zum Park (Lage). Diese Skulptur ist eine Stiftung des Unternehmers und damaligen Leiters der Cassella-Werke, Leo Gans. Im Jahr 1906, kurz nach dem Tod Meuniers, erfolgte der Ankauf von zwei Meunier-Skulpturen, Der Sämann und Der Hafenarbeiter, (letzterer aufgestellt auf der Balustrade der Friedensbrücke) durch die Stadt Frankfurt. Der Sämann wurde im Jahr 1915 im Günthersburgpark aufgestellt. Beide Skulpturen wurden aus Mitteln des von Leo Gans gestifteten Kulturfonds von insgesamt 150.000 Mark bezahlt.[1] Im Jahr 2009 wurde die Skulptur, die Risse und Rostspuren aufwies, von einem Fachunternehmen für Kunstguss restauriert und durch Versiegelung der Oberfläche vor Witterungseinflüssen geschützt.[2]

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Ausführung des Sämanns ist im Kolonnadenhof vor der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin aufgestellt (Lage).[3] Sie gehört zu den drei ursprünglichen Skulpturen des Kolonnadenhofes, welche dort heute noch zu sehen sind.[4] Diese Skulptur stammt aus dem Besitz des Dampfkesselfabrikanten Otto Krebs, der die Figur im Garten seines Landsitzes in Holzdorf bei Weimar aufstellen ließ und an dessen Erben die Skulptur im Jahr 2008 restituiert wurde.[5] Mit Hilfe von Stiftungsgeldern der Kulturstiftung der Länder und der Hermann Reemtsma Stiftung konnte die Nationalgalerie die Skulptur im Jahr 2010 bei einer Auktion durch Christie’s in London zurückerwerben.[6]

Brüssel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1894 und 1898 wurde der Botanische Garten in Brüssel unter Aufsicht von Constantin Meunier mit 52 Bronzeskulpturen ausgestattet, von denen Meunier mit Der Sämann, welcher den Herbst repräsentiert, und Der Schnitter, der für den Sommer steht, zwei eigene Werke beitrug. Heute sind noch 30 Figuren erhalten, darunter auch der Sämann (Lage).[7]

Weitere Exemplare[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Exemplare befinden sich in der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen (Lage) und im M Museum in Löwen (Lage).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Der Sämann (Constantin Meunier) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt. Abgerufen am 27. Mai 2016.
  2. Artikel Kunst im Günthersburgpark – Denkmal der Arbeit ist verschwunden vom 7. Mai 2009 in der Frankfurter Rundschau Online. Abgerufen am 3. September 2010.
  3. Die Skulpturen des Kolonnadenhofes auf der Website der Staatlichen Museen zu Berlin. Abgerufen am 27. Mai 2016.
  4. Gartenanlage vor der Nationalgalerie auf der Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin. Abgerufen am 27. Mai 2016.
  5. Artikel Sämann für Nationalgalerie zurückerworben vom 19. Oktober 2010 auf www.berlin.de. Abgerufen am 27. Mai 2016.
  6. FAZ vom 22. Oktober 2010, Seite 22: Eine Rückkehr und eine Entdeckung.
  7. De Kruidentuin (PDF) auf der Website von Leefmilieu Brussel (niederländisch). Abgerufen am 27. Mai 2016.