Stadt Brüssel

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Brüssel in der Region Brüssel-Hauptstadt. Siehe dazu auch Brüssel.
Stadt Brüssel
Greater coat of arms of the City of Brussels.svg Drapeau ville de Bruxelles.png
Stadt Brüssel (Belgien)
Stadt Brüssel
Stadt Brüssel
Staat: Belgien
Region: Brüssel-Hauptstadt
Bezirk: Brüssel-Hauptstadt
Koordinaten: 50° 51′ N, 4° 21′ OKoordinaten: 50° 51′ N, 4° 21′ O
Fläche: 32,61 km²
Einwohner: 170.407 (1. Jan. 2014)
Bevölkerungsdichte: 5.226 Einwohner je km²
Höhe: 70 m
Postleitzahl: 1000 (Brüssel)
1020 (Laken)
1120 (Neder-Over-Heembeek)
1130 (Haren)
Vorwahl: 02
Bürgermeister: Yvan Mayeur (PS)
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Centre Administratif
Boulevard Anspach 6
1000 Bruxelles

Administratief Centrum
Anspachlaan 6
1000 Brussel
Website: www.bruxelles.be
lplblels

Die Stadt Brüssel (meist nur Brüssel; französisch Bruxelles-Ville [bʀyˈsɛl], niederländisch Stad Brussel [ˈbrɵsəɫ]) ist eine der 19 Gemeinden der Region Brüssel-Hauptstadt und die offizielle Hauptstadt des Königreichs Belgien mit ca. 178.000 Einwohnern im amtlichen Stadtgebiet. Das städtische Siedlungsgebiet erstreckt sich jedoch über die Stadt Brüssel hinaus auf die Region Brüssel-Hauptstadt mit ca. 1,1 Mio. Einwohnern.

Sitz verschiedener Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brüssel-Stadt ist die Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Belgien, Sitz der Institutionen der Flämischen und Französischen Gemeinschaft Belgiens sowie von Flandern und Hauptort der Region Brüssel-Hauptstadt. Zudem stellt die Stadt den Hauptsitz der Europäischen Union sowie den Sitz der NATO, ferner den des ständigen Sekretariats der Benelux-Länder, der EUROCONTROL sowie der ehemaligen Westeuropäischen Union.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Brüssel innerhalb der Region Brüssel-Hauptstadt

Die Stadt Brüssel (auf der Karte die rote Fläche) bestand ursprünglich nur aus dem Stadtkern von Brüssel, der Brüssel-Zentrum oder aufgrund seiner fünfeckigen Form auch Pentagon genannt wird. Heutzutage kann man die Stadt Brüssel in sechs Stadtteile gliedern (siehe unten).

Die Gemeinde hat 170.407 Einwohner (Stand 1. Januar 2014) und ist etwa 32,61 km² groß.

Nördlich grenzt die Stadt an die Provinz Flämisch-Brabant.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1229 erhielt Brüssel das Stadtrecht, woraufhin der erste, 4 km lange Mauerring gebaut wurde, der im Wesentlichen die Handwerkersiedlung um den Großen Markt umschloss. Das Rathaus wurde 1401 bis 1421 gebaut. 1426 bekamen die Handwerkerzünfte maßgeblichen Einfluss in der Stadtverwaltung.[1] Es entstanden Zunft- bzw. Gildehäuser, deren Nachbauten bis heute erhalten sind. Am 1. Juli 1523 wurden Johann Esch und Heinrich Voes, die ersten lutherischen Protestanten, nach einem Urteil durch die Inquisition auf dem Marktplatz öffentlich verbrannt.[2]

Stadtansicht von Brüssel um 1610

Nach der Bombardierung von Brüssel im August 1695 durch französische Truppen wurden die Gildehäuser nach alten Vorbildern wieder aufgebaut.

Im Rahmen des Ausbaus der Stadt Brüssel zur belgischen Hauptstadt wurde die Avenue Louise mit dem Bois de la Cambre in die Stadt Brüssel eingemeindet. 1855 erhielt die Stadt ein neues Stadtviertel, das Quartier Léopold mit dem heutigen Europaviertel, wodurch die Gemeinde St. Josse 142 ihrer vormals 253 Hektar verlor.

1921 fusionierte die ursprüngliche Stadt Brüssel mit den Teilgemeinden Laken, Neder-Over-Heembeek und Haren.

Stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sechs Stadtteile der Stadt Brüssel sind das Pentagon (Stadtzentrum), Laken, Neder-over-Heembeek, Haren, das Europaviertel (Quartier Léopold U.E.) und die Südachse Louise/Louiza-Roosevelt.

Zentrum (Pentagon)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quartiere des Pentagons
Rue de la Cigogne/Ooievaarstraat, kleine Hinterhausgasse im Stadtzentrum von Brüssel, Eingang von der rue de la Flandre/Vlaamsesteenweg

Das Zentrum (Pentagon) gliedert sich in mehrere Stadtviertel (quartiers, „Quartiere“):

  • Ilot Sacre: die heilige Insel ist der Kern der Stadt u.a. mit dem Großen Markt und der Börse
  • Sainte-Catherine: zentrale Objekte sind die Kirchen Sainte Catherine und Saint Jean-Baptiste du Béguinage
  • Saint-Gery-Dansaert: den Mittelpunkt bildet die alte Markthalle Halles Saint-Gery
  • Midi-Lemonnier: auffälligstes Bauwerk ist der Palais du Midi
  • Marolles: unübersehbar ist hier der Justizpalast
  • Sablon: u. a. steht hier die Kirche Notre-Dame du Sablon
  • Saint-Jacques: berühmt ist der Manneken Pis
  • Royale: geprägt durch die Kathedrale, den Königlichen Palast, den Place Royale, den Palast der Nation und den angrenzenden Parc de Bruxelles (Warandepark)
  • Marais-Jacqmain: mit dem Place de Brouckere und dem Théâtre Royal de la Monnaie
  • Libertes: mit dem Place du Congres und der Kongress-Säule
  • Les Quais/ Kaaizone: quai aux Briques, maison de La Bellone, Thurn und Taxis, Kaaitheater, Ric's Art Boat und Ric's River Boat.

Laeken/Laken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laeken liegt im Norden der Stadt Brüssel und war bis zu seiner Eingemeindung im März 1921 eine selbständige Gemeinde, die noch heute die eigene Postleitzahl 1020 bewahrt. Im Jahr 2005 wurden 51.839 Einwohner gezählt. In Laeken stehen unter anderem das Atomium, das König-Baudouin-Stadion, der Heyselpark, das Messegelände und das königliche Schloss.

Neder-Over-Heembeek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Stadtteil liegt im Nordwesten und behielt seine eigenständige Postleitzahl 1120 auch nach der Eingemeindung. Ursprünglich bestand er aus zwei Dörfern an dem Bach Heembeek („Hausbach“), die als Over-Heembeck („Ober-Heembeek“) und Neder-Heembeek („Unter-Heembeek“) seit 1284 bekannt waren und 1814 fusionierten. Die erste Erwähnung erfolgte in einem Dokument 673, als der Merowinger-König Theuderich III. Haimbecha dem Kloster Saint-Vaast-Lez-Arras überträgt, das eine Herrschaft im Hennegau besaß. Damit ist Neder-Over-Heembeek die älteste Gemeinde der Hauptstadtregion Brüssel.[3]

Im Jahr 2005 hatte Neder-Over-Heembeek 13.313 Einwohner.

Haren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der relativ isolierte Stadtteil Haren liegt östlich der Senne zwischen den Gemeinden Evere, Diegem und Machelen und ist umgeben von zahlreichen Bahnlinien. Nach seiner Eingemeindung 1921 bewahrte er seine eigenständige Postleitzahl 1130. Erstmals wurde Haren 1040 erwähnt, der Name wird auf das vordeutsche Wort Aar zurückgeführt, das „schnellfließendes Wasser“ bedeutet und Ableitungen zu Ahr, Aarau, Aren hat. Die alte Brabanter Form Haeren wird heute in der französischen Schreibweise erhalten, während die niederländischsprachige offizielle Version heute Haren ist und sich auch im französischsprachigen Gebrauch zunehmend durchsetzt.

Das alte Dorf Haeren liegt östlich der Senne zwischen den zwei Hügeln Harenberg und Dobbelenberg, die auch heute noch gut erkennbar sind. Es wurde von mehreren Bächen durchflossen, u.a. von der Beemdgracht und dem Hollebeek, die beide in Höhe der Buda-Brücke in die Senne mündeten. Im Jahr 1322 wurde das nur noch teilweise erhaltene Schloss als Castrum apud Haren erstmals erwähnt.

Haren ist Sitz des Hauptquartiers der NATO und von Eurocontrol. Auf dem Territorium von Haren (und teilweise von Evere) lag auch der erste belgische Flughafen, der 1914 im Rahmen der deutschen Besatzung im ersten Weltkrieg eröffnet wurde und bis zum Neubau des Flughafens in Zaventem/Melsbroek bis 1949 als ziviler und militärischer Flughafen genutzt wurde. Ebenso hatte die ehemalige belgische Fluggesellschaft Sabena ihren Sitz in Haren.

Im Jahr 2005 wurden 4.062 Einwohner gezählt.

Europaviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Gebäude des EU-Viertels sind das Berlaymont-Gebäude, in dem die Europäische Kommission ihren Hauptsitz hat, das Justus-Lipsius-Gebäude, dem Sitz des Rates der Europäischen Union und das Europäische Parlament. Die Statue von Europa mit dem Namen Einigkeit in Frieden ist eine Skulptur im Brüsseler EU-Viertel. Viele Botschaften und Interessensvertretungen haben außerdem ihren Sitz in diesem Viertel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint Jean-Baptiste du Béguinage
Maison Saint-Cyr, 1901–1903 als Privatresidenz gebaut, heute ein Hotel
Innenansicht der Kirche Sainte Catherine/Sint Katelijne im Stadtzentrum von Brüssel

Die folgende Auflistung zeigt eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten der Stadt Brüssel. (Zu Sehenswürdigkeiten des Stadtteils Laken siehe Laken; zu Sehenswürdigkeiten der Region Brüssel-Hauptstadt siehe Brüssel).

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parkanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • der Warandepark (Park de Bruxelles) zwischen dem Königlichen Palast und dem Palast der Nation
  • der Jubelpark mit dem Triumphbogen und den Museen
  • der Leopold-Park (→Lage) mit Museen und dem angrenzenden Europäischen Parlament
  • der Square Ambiorix (→Lage) mit dem angrenzenden Square Louise
  • der Square Frère-Orban (→Lage)
  • der Square de Meeûs (→Lage)
  • der Egmondpark (→Lage)
  • der Bois De La Cambre (→Lage) ist der große Park am Ende der Avenue Louise, eingemeindet in die Stadt Brüssel

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stubbe, Achilles: Der große Markt in Brüssel. Langewiesche, Königstein im Taunus 1953
  2. Frick, C. J. Herman . "Heinrich Voes and Johannes Esch: 'They seem like roses to me' [Voes on the pyre]". Martyrs of the Evangelical-Lutheran Church (3rd ed.). M. Neidner, Saint Louis 1853
  3. Guides des communes de la Régio Bruxelloise: Bruxelles (Laeken, Neder-Over-Heembeek, Haeren). Guides CFC-Éditions, Brüssel 2005, ISBN 2-930018-56-9
  4. „Stolpersteine“ für Felix und Felka Neue Osnabrücker Zeitung, 21. Juli 2011