Dersu Uzala

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dersu Uzala (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dersu Uzala

Dersu Uzala ([ˈdɛrsʊ ˈuzala], russisch Дерсу Узала, * 1849; † 1908) war ein Nanaier aus dem Russischen Fernen Osten, der im Gebiet des Ussuris lebte. Der Jäger und Waldläufer wurde durch Wladimir Arsenjew literarisch unter anderem im Buch Dersu Usala, der Taigajäger verewigt. Seine Lebensgeschichte wurde mehrfach verfilmt.

Leben[Bearbeiten]

Der russische Entdecker Wladimir Arsenjew unternahm ab 1902 zwölf große Expeditionen in das damals noch weitgehend unerforschte Gebiet zwischen der Küste des Pazifischen Ozeans und dem Fluss Ussuri. Dort trieb er naturwissenschaftliche Studien und beschrieb die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geologie und Topographie des unbekannten Landes, vor allem aber interessierten ihn die dort ansässigen Völkerstämme der Nanaier, Udehe und Orotschen, deren Bräuche und Sprachen er erforschte.

Der Nanaier Uzala hatte nach dem Pocken-Tod seiner Frau und Kinder allein im Wald gelebt, bevor er Arsenjew kennenlernte und diesen auf mehreren Expeditionen begleitete. Zwischen beiden entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Da Uzala zunehmend erblindete, bot Arsenjew ihm an, mit ihm in der Stadt zu wohnen. Uzala konnte dem Leben in der Stadt jedoch nichts abgewinnen. Im Frühjahr 1908 kehrte er in die Ussuri-Region zurück. Dort wurde er bei Korfowski unweit von Chabarowsk ermordet, vermutlich wegen eines wertvollen Gewehrs, dass ihm Arsenjew zum Abschied geschenkt hatte.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Gedenkstein unweit des Ortes seiner Ermordung in Korfowski
Denkmal für Uzala in Arsenjew

Wladimir Arsenjew veröffentlichte 1923 seinen Reisebericht Dersu Usala, der seit 1967 in der deutschen Übersetzung als Dersu Usala, der Taigajäger vorliegt.

Uzalas Lebensgeschichte wurde zweimal verfilmt. 1961 entstand unter der Regie von Agassi Arutjunowitsch Babajan der Film Dersu Uzala, in dem Kassym Schakibajew die Rolle des Uzala übernahm. Bekannter wurde die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahr 1975 durch Akira Kurosawa. In dieser Verfilmung wurde Uzala von Maxim Munsuk dargestellt. Der Film wurde bei der Oscarverleihung 1976 als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet.

Nach den Grenzstreitigkeiten zwischen China und Russland, die 1969 im Zwischenfall am Ussuri gipfelten, wurde ein Dorf im Rajon Krasnoarmeiski der Region Primorje mit dem zuvor chinesischen Namen Laul zu seinen Ehren in Dersu umbenannt.

Oberhalb der Stadt Arsenjew wurde in den 1970er Jahren ein Denkmal für Wladimir Arsenjew und Dersu Uzala errichtet.

Auch der 1981 entdeckte Asteroid des Hauptgürtels (4142) Dersu-Uzala ist nach dem Waldläufer benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wladimir Arsenjew: Dersu Usala (russ. Дерсу Узала / Dersu Uzala), 1923 (dt. Dersu Usala, der Taigajäger, DDR 1967; dt. Der Taigajäger Dersu Usala, übersetzt von Gisela Churs, Zürich 2009, ISBN 978-3-293-20457-7)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dersu Uzala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien