Deutscher Ginster

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutscher Ginster
Deutscher Ginster (Genista germanica), Illustration aus Thomés „Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz“

Deutscher Ginster (Genista germanica), Illustration aus Thomés „Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz“

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Ginster (Genista)
Art: Deutscher Ginster
Wissenschaftlicher Name
Genista germanica
L.

Der Deutsche Ginster (Genista germanica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Blütenstand

Der Deutsche Ginster ist ein mehrjähriger (Halb-)Strauch mit einer Wuchshöhe von 20 bis 60 cm. Die Stängel sind aufrecht bis aufsteigend. Junge Zweige sind grün, dicht behaart und dornenlos. Ältere Zweige sind braun, kahl und tragen bis zu 2,5 cm lange, grüne Dornen, die im unteren Stängelbereich verzweigt sind. Die Triebe enthalten Gerbstoffe und, ähnlich wie der Färber-Ginster, einen gelben Farbstoff. Die Laubblätter sind fast sitzend, ungeteilt, 10 bis 20 mm lang, 4 bis 8 mm breit, schmal-eiförmig bis lanzettlich. Sie sind grasgrün, unterseits behaart, oberseits kahl. Der Blattrand ist ganzrandig und mit abstehenden Haaren besetzt.

Blütezeit ist Mai bis August. Die Blüten sind goldgelb, 8 bis 12 mm im Durchmesser. Sie sind in endständigen, drei bis fünf cm langen Trauben angeordnet. Die Blütenstiele sind abstehend behaart. Die Deckblätter sind schmal und halb so lang wie die Blütenstiele. Die Hülsen sind schwarzbraun, 8 bis 15 mm lang, 3 bis 5 mm breit, dicht behaart und enthalten 2 bis 5 braune, linsenförmige Samen.

Die ganze Pflanze ist durch Chinolizidinalkaloide giftig, besonders die Samen, die wie die Blüten bei einem Gesamtalkaloidgehalt von bis 0,25 % v. a. Cytisin enthalten. Das Kraut enthält v. a. Spartein.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42 oder 44.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Genista germanica

Das Areal reicht im Süden bis Südwest-Frankreich, Mittel-Italien und Bulgarien, im Norden bis Süd-Schweden, im Osten bis West-Russland. Im eigentlichen Mittelmeergebiet fehlt der Deutsche Ginster. Er gilt in Österreich als regional gefährdet (im westlichen Alpengebiet, im nördlichen Alpenvorland und im pannonischen Gebiet, in Vorarlberg fehlt er). In Deutschland ist er in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vom Aussterben bedroht, in etlichen anderen Bundesländern gefährdet oder stark gefährdet.

Standort[Bearbeiten]

Die Art ist ein Säurezeiger und meidet Kalkgebiete. Sie wächst häufig auf trockenen Sandböden, besonders in Heiden, lichten (Eichen-)Wäldern und auf Magerwiesen. Sie kommt in der kollinen und montanen Höhenstufe vor, südlich der Alpen steigt sie auf 2300 m NN, nördlich davon nur bis 800 m. Pflanzensoziologisch ist sie in Mitteleuropa eine Assoziationscharakterart des Genisto germanicae-Callunetum aus dem Verband Genistion pilosae.[1]

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für den Deutschen Ginster bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Erdpfriemen, Ginst, Ginster, Heideblüh (Salzburg), Hoadenblüh (Salzburg), Stechend Pfriemen, Stachelpfriemen, Stäckheide (Delmenhorst), Stechheide (Delmenhorst) und Wrietkrut (Mecklenburg).[2]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 583.
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 126.(online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutscher Ginster (Genista germanica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien