Diepolz (Immenstadt im Allgäu)

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Diepolz im Winter
Immenstadt Gemarkung 7969 Diepolz

Diepolz ist ein über 1.000 m NHN hoch gelegenes Pfarrdorf der Stadt Immenstadt im Allgäu im bayerischen Landkreis Oberallgäu.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von etwa 879 m ü. NHN bis auf eine Höhe von 1244 m ü. NHN auf dem Hauchenberg reichende Gemarkung liegt im Norden des Stadtgebietes in den sogenannten "Bergstätten". Die Europäische Hauptwasserscheide zwischen den Einzugsgebieten des Rheins im Westen und der Donau im Osten durchzieht die Gemarkung und auch den Siedlungsbereich des namengebenden Pfarrdorfes.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemarkung bzw. ehemaligen Gemeinde Diepolz gehören bzw. gehörten die Ortsteile

  • Diepolz (früher auch: Diepoltz)
  • Knottenried (früher auch: Clottenried)
  • Freundpolz (früher auch: Frundboltz, Frümboltz, Friuntboltz, Freindpoltz)
  • Reute (früher auch: Ruoti, Rüti, Reite)

Ferner gehörten zur ehemaligen Gemeinde Diepolz noch die Einöden Oberstixner und Westenried

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1806 war Diepolz Pfarrdorf in der Grafschaft Königsegg-Rothenfels. Nach dem Anschluss an Bayern gehörte Diepolz zum Landgericht Immenstadt, ab 1862 zum Bezirksamt und ab 1939 zum Landkreis Sonthofen.

Die politische Gemeinde Diepolz mit den Ortschaften, Diepolz, Knottenried, Freundpolz und Reute wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform zu einem Ortsteil der Stadt Immenstadt.[1]

Die Einöde Oberstixner, zwischen Knottenrieder Höhe und dem Missener Tal gelegen, bis 1948 zu Diepolz gehörend, wurde der Gemeinde Missen angegliedert.

Pfarreien Diepolz und Knottenried[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurden die Pfarreien Diepolz und Knottenried im Jahre 1275 in der Liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz.

Das Besetzungsrecht der Pfarrei Diepolz war ein Lehen des Stifts Kempten. Die Pfarrei Knottenried musste in den Anfängen die Abgaben und Vogteizinsen an das Kloster Weingarten abliefern.

Beide Pfarreien werden nach wechselvoller Geschichte seit Dezember 1960 (Diepolz) bzw. Januar 1961 (Knottenried) vom Pfarrer aus Missen vikariert. Seit September 1998 werden beide Pfarreien – wie auch Missen selbst – vom Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Stein betreut.

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diepolz – Pfarrkirche St. Blasius: Ursprünglich eine gotische Kirche, von der noch der Turm erhalten ist. Die Kirche wurde 1513/17 neu erbaut. Durch die grundlegende Umgestaltung 1889/95 erhielt die inzwischen barockisierte Kirche eine neugotische Einrichtung. Die Orgel ist eine pneumatische Hindelang-Orgel aus dem jahr 1907. Am Vierten Advent – 18. Dezember 2011 – benedicierte der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger den neuen Zelebrationsaltar, den ein anonymer Stifter der Pfarrei vermacht hat, nachdem er monatelang daran arbeitete.
Sankt Blasius Kanzel
  • Knottenried – Pfarrkirche St. Oswald: Mittelalterliche Kirche, Altäre aus dem späten 17. und beginnenden 18. Jahrhundert. Die Orgel ist eine guterhaltene, originale Steinmeyer-Orgel aus dem Jahr 1891. Umfangreiche Außen-/und Innenrenovierung in den 1980/-90er Jahren mit Erneuerung des Kirchengeläuts. Im Jahr 2011 wurde im Rahmen der Dorferneuerung die Friedhofsmauer saniert.
  • Freundpolz – Josefskapelle: Die Kapelle wurde 1879 erbaut, sie beherbergt Figuren des Pestheiligen Sebastian und des Hl. Blasius.
  • Reute – Marienkapelle: Das Gotteshaus besitzt einen Altar aus dem Jahr 1708. Die Figuren am Altar stammen ursprünglich aus der Pfarrkirche Knottenried. Sie stellen den Hl. Ulrich und den Hl. Oswald dar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Knottenried-Diepolz befindet sich u. a. das Allgäuer Bergbauernmuseum, die Sternwarte Oberallgäu sowie das Loipenparadies Knottenried-Diepolz.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Immenstadt im Allgäu – Landschaft, Geschichte, Wirtschaft, kulturelles und religiöses Leben im Laufe der Jahrhunderte, (Hrsg.) † Dr. Rudolf Vogel, Verlag J. Eberl KG, Immenstadt 1996
  • Kunstführer Immenstadt, (Hrsg.) Stadt Immenstadt im Allgäu, Verlag J. Eberl KG, Kempten 1986

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 47° 36′ 48″ N, 10° 10′ 42″ O