Diospyros celebica

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Diospyros celebica
Diospyros celebica

Diospyros celebica

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Ebenholzgewächse (Ebenaceae)
Unterfamilie: Ebenoideae
Gattung: Ebenholzbäume (Diospyros)
Art: Diospyros celebica
Wissenschaftlicher Name
Diospyros celebica
Bakh.

Diospyros celebica (auch Makassar-Ebenholz, Macassar ebony, Koje itam, Gongo moitomo genannt),[1] ist eine Pflanzenart der Gattung der Diospyros und gehört der Familie der Ebenholzgewächse (Ebenaceae) an. Da diese Art in ihren natürlichen Wuchsgebieten in Südostasien selten geworden ist, gehört sie heutzutage zu den gefährdeten Arten.[2] Das Holz wird der Gruppe der farbstreifigen Ebenhölzer zugeordnet[3] und trägt nach DIN EN 13556 das Kurzzeichen DSCL,.[4]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diospyros-celebica, Blätter

Erscheinungsbild und Borke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diospyros celebica wächst als immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen bis zu 15 m und einen Durchmesser bis zu 40 cm. Einige seltene ältere Exemplare erreichen beachtliche Höhen bis zu 40 m. Bei diesen Höhen kann der Baum eine astfreie Stammlänge bis zu 20 m bilden. Der Brusthöhendurchmesser (BHD) kann bei solchen Baumexemplaren bis zu 100 cm oder mehr betragen.[5] Die Borke ist bräunlich und glatt bis leicht gerieft sowie brüchig. Sie blättert in kleinen Stücken ab.[6]

Blatt und Blüte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einfachen, fein gefiederten, kurz gestielten und eilanzettlichen oder lanzettlichen und ledrigen Laubblätter sind wechselständig angeordnet und können zwischen 12–35 cm lang und 2,5–7 cm breit werden. Die ganzrandige, oberseits kahle Blattspreite ist unterseits feinhaarig und heller und die Spitze ist spitz bis zugespitzt.

Die Blüten sind vierzählig und mit doppelter Blütenhülle. Die weiblichen Blüten erscheinen einzeln, die männlichen in Zymen. Der Kelch ist außen haarig. Die Blütenkrone ist stieltellerförmig. Es sind 16 Staubblätter vorhanden.

Die Farbe der rundlichen und kahlen Beeren, mit beständigem Kelch, unterscheidet sich je nach Reifegrad. Die unreifen Früchte sind grün, die Reifen dunkelgrün und die Heruntergefallenen rotbraun bis dunkelbraun gefärbt. Die 4–8 Samen mit einer Länge von 2–5 cm, verlieren nach einigen Tagen ihre Keimfähigkeit und müssen aus den herabgefallenen Früchten gewonnen werden. Je länger die Samen Erdkontakt haben, desto schlechter ist die Samenqualität, da diese sonst von dem Pilz Peniciliopsis clavariaeformis befallen werden.

In der Regel blüht und fruchtet diese Art nur einmal im Jahr. Sie trägt in einem Alter von 5–7 Jahren Blüten und Früchte.[6]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung von Diospyros celebica erfolgte 1933 durch Reinier Cornelis Bakhuizen van den Brink in Gardens' Bulletin. Straits Settlements 7(2): 166.[7]

Strukturmerkmale des Holzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzprobe von Diospyros celebica aus der Sammlung des Instituts Holzforschung des Johann Heinrich von Thünen-Instituts in Hamburg-Lohbrügge
Diospyros celebica: Mikroskopische Ansicht im Querschnitt
Diospyros celebica: Mikroskopische Ansicht im Radialschnitt
Diospyros celebica: Mikroskopische Ansicht im Tangentialschnitt

Makroskopisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Querschnitt sind keine Zuwachszonen zu erkennen. Die Gefäße sind nur mithilfe einer Lupe für das menschliche Auge sichtbar. Die farbig wechselnden Ringe lassen sich deutlich ohne Lupe erkennen. Im Tangential- und Radialschnitt ist die Struktur fein-nadelrissig.[1]

Das Kernholz hat eine braune bis rötlichbraune Grundfärbung, welche von dunkelbraunen bis schwarzen Streifen unterbrochen wird. Dieses führt dazu, dass es auf dem Querschnitt zu unterschiedlich breiten (3–20 mm), farbig wechselnden Ringen kommt. Im Radialschnitt bewirken diese Ringe eine markante Farbstreifung.[8] Im Gegensatz zum Kernholz ist das Splintholz deutlich vom Kern abgesetzt. Es hat eine rosagrau bis blassrotbraune Färbung und eine Breite bis zu 10 cm.[2] Diospyros celebica kann Holzfehler wie Krümmungen, Unrundheit, Kernfäule sowie wilden Wuchs aufweisen.[9]

Mikroskopisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefäße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gefäße von Diospyros celebica sind klein (70-90-115 μm) und einzeln, paarig oder in radialen Gruppen angeordnet. Sie weisen eine Dichte von 4-8-12 je 1 mm² auf und kommen im Querschnitt wenig zahlreich vor. Sie haben einen Anteil von 10 % und sind häufig mit schwarzbraunen Kernstoffen gefüllt.[1]

Längsparenchym[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Längsparenchym ist apotracheal-netzförmig, teilweise auch paratracheal, angeordnet. Hier liegt der Anteil bei etwa 13 %. Neben den Kristalleinlagerungen sind auch schwarzbraune Kernstoffe in dem Längsparenchym vorhanden.[1]

Holzstrahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heterogenen Holzstrahlen sind unregelmäßig angeordnet und enthalten wie das Längsparenchym, Kristalleinlagerungen und schwarzbraune Kernstoffe. Sie haben eine Höhe von 130-420-800 μm, eine Breite von 12-19-24 μm und eine Dichte von 17-19-21 je 1 mm². Der Anteil der Holzstrahlen liegt bei etwa 20 %.[1]

Fasern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unregelmäßigen bis radialen Fasern, vom Typ Libriformfasern und Fasertracheiden, verlaufen sowohl gerade, als auch tangential und radial gewellt. Sie haben eine Länge von 960-1.230-1.770 μm und enthalten neben den Kristalleinlagerungen auch schwarzbraune Kernstoffe. Der Anteil der Fasern liegt bei 57 %.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physikalische und Mechanische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften
Kenngröße Wert Einheit
Darrdichte (ρdtr): 900–1030 kg/m³
Rohdichte (ρ12...15): 1100–1200 kg/m³
Rohdichte (ρgrün): 1200–1400 kg/m³
Schwindsatz:
- radial (βr) : etwa 8,2 %
- tangential(βt): etwa 12,8 %
Porenanteil: etwa 32 %
Mechanische Eigenschaften
Kenngröße Wert Einheit
Zugfestigkeit (σzB): k. A. N/mm²
Druckfestigkeit (σdB): 60–70 N/mm²
BiegefestigkeitbB,): 100 – 120 N/mm²
ScherfestigkeitaB,): etwa 11 N/mm²
E-Modulbǁ,): 10.100–12.400 N/mm²
Querzugfestigkeit: 6 N/mm²
Bruchschlagarbeit : 38 kJ/m²

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makassar-Ebenholz besteht aus reiner Cellulose (41 %), Lignin (48 %) und Pentosane (17 %) bei einem pH-Wert von 5,8. Mit Ausnahme bei der Oberflächenbehandlung und der Neigung zu Verfärbungen durch Holzauszüge, ist es bei einem relativ hohem Extraktgehalt chemisch nicht sehr reaktiv. Diese Holzauszüge verfärben sich je nach Verbindung unterschiedlich. Mit Wasser und Laugen verfärben diese sich braun, mit Säuren grünlich-gelb und mit Alkohol gelb.[8]

Vorkommen und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist in den natürlichen Verbreitungsgebieten des Makassar-Ebenholzes sehr unterschiedlich. Es wächst in immergrünen und regengrünen Feuchtwäldern.[6] Diese Art kommt in Südostasien in Indonesien, Celebs (Sulawesi), Molukken, Kalimantan (Borneo), Andamanen, Philippinen vor.[1]

Es wird nach der Klimatypeneinteilung von Schmidt und Ferguson in den Zonen der Klimatypen A bis D, nicht aber in den Typen E und F wachsen. Überwiegend findet sich der Bestand in den Höhen von 0–400 m, teilweise auch sogar bei Höhen bis zu 700 m Höhe über den Meeresspiegel wieder. Allerdings bieten Höhen ab 600 m über dem Meeresspiegel keine optimalen Bedingungen.[10]

Verwendung und Bearbeitbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit mehreren Jahrtausenden findet das Makassar-Ebenholz, aufgrund der Farbschönheit in Verbindung der nahezu metallischen glatten Oberfläche, einen Platz in der Verwendungstradition.[11] Das Ebenholz wurde, lange bevor die indonesische Regierung die Wälder durch das Konzessionssystem verteilte, so stark exploitiert, dass die Art Diospyros celebica heute zu den bedrohten Baumarten gehört.[12]

Das Makassar-Ebenholz gehört zu den wertvollsten Edelfurnierhölzer. Aufgrund dessen wird es für die Herstellung von Furnierholz und als Messerholz für Deckfurniere verwendet. Weiterhin findet es auch in der Herstellung von Luxusmöbeln, Vertäfelungen und Parkett, Anwendung.[5] Außerdem wird es als Spezialholz zum Drechseln und Schnitzen, für Bürstenrücken, Billard-Queues, Knöpfe, Musikinstrumente sowie Musikinstrumententeile wie Klaviertasten, Griffbretter, Wirbel, Xylophonbretter, Fagotts und Klarinetten verwendet.[1][13] Nutzungstauglich ist nur das Kernholz. Der Kernholzanteil kann wegen des großen Splintholzanteils am Stammquerschnitt jedoch nur 10–20 % betragen.[5] Das Makassar-Ebenholz sowie alle anderen Ebenhölzer sind geschmacks- und geruchslos.[11]

Bearbeitbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makassar-Ebenholz neigt zur Rissbildung, zum Quellen und zum Schwinden. Daher ist zu beachten, dass die Trocknung sehr schonend ablaufen sollte,[5] da die Trocknung im Inneren des Holzes sehr langsam und mild abläuft.[11] Besonders bei größeren Querschnitten kommt es sonst zu einer erheblichen Neigung zum Reißen und Platzen.[11] Auch sollte das Holz bei der Trocknung frei von Zugluft, bei gleichzeitig geschützter Hirnfläche, sein.[14] Beispielsweise ist eine Kammertrocknung zu empfehlen.[15] Es ist trotz der großen Härte und Sprödigkeit gut mechanisch zu bearbeiten.[5] Ebenhölzer sind wenig feuchtempfindlich. Bei der Bearbeitung des Holzes ist es nahezulegen eine Schutzmaske zu tragen, da der dabei entstehende Holzstaub, die Schleimhäute der Augen und die Atemorgane reizt.[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Rudi Wagenführ: Holzatlas. Carl Hanser Verlag, 2007, ISBN 978-3-446-40649-0, S. 233.
  2. a b F. Hapla: Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica Bakh.) - eine seltene Luxusholzart aus Indonesien. In: Forstarchiv. Band 71, Nr. 1, 2000, S. 20.
  3. F. Hapla: Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica Bakh.) - eine seltene Luxusholzart aus Indonesien. In: Forstarchiv. Band 71, Nr. 1, 2000, S. 19.
  4. holzwurm-page.de Laubholzarten nach DIN EN 13556:2003, abgerufen am 3. Januar 2018.
  5. a b c d e F. Hapla: Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica Bakh.) - eine seltene Luxusholzart aus Indonesien. In: Forstarchiv. Band 71, Nr. 1, 2000, S. 21.
  6. a b c Adam Malik: Untersuchungen über waldmess- und waldwachstumskundliche Grundlagen zur Bewirtschaftung der Baumart Diospyros celebica Bakh. (Ebenholz) in Indonesien. Cuvillier Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-89873-507-9, S. 6.
  7. online auf biodiversitylibrary.org.
  8. a b K. G. Dahms: Das Holzportrait: Ebenholz. Portraits of wood: Ebony. In: Holz als Roh- und Werkstoff. Band 48, Nr. 10, 1990, S. 388.
  9. Rudi Wagenführ: Holzatlas. Carl Hanser Verlag, 2007, ISBN 978-3-446-40649-0, S. 234.
  10. Adam Malik: Untersuchungen über waldmess- und waldwachstumskundliche Grundlagen zur Bewirtschaftung der Baumart Diospyros celebica Bakh. (Ebenholz) in Indonesien. Cuvillier Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-89873-507-9, S. 7.
  11. a b c d K. G. Dahms: Das Holzportrait: Ebenholz. Portraits of wood: Ebony. In: Holz als Roh- und Werkstoff. Band 48, Nr. 10, 1990, S. 388.
  12. Adam Malik: Untersuchungen über waldmess- und waldwachstumskundliche Grundlagen zur Bewirtschaftung der Baumart Diospyros celebica Bakh. (Ebenholz) in Indonesien. Cuvillier Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-89873-507-9, S. 2.
  13. Ebenhölzer. In: Informationsdienst Holz, Merkblattreihe Holzarten. no. 84, 1988, S. 1.
  14. Adam Malik: Untersuchungen über waldmess- und waldwachstumskundliche Grundlagen zur Bewirtschaftung der Baumart Diospyros celebica Bakh. (Ebenholz) in Indonesien. Cuvillier Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-89873-507-9, S. 10.
  15. K. G. Dahms: Asiatische, ozeanische und australische Exporthölzer. DRW Verlag, Leinfelden-Echterdingen 1982, S. 112.
  16. H. Schafflützel: Nutzhölzer. Herkunft, Merkmale, Eigenschaften, Verwendung. Verlag Verband schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Zürich (Switzerland), 1974, S. 62.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diospyros celebica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien