Ebenholzbäume

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Ebenholzbäume
Lotuspflaume (Diospyros lotus)

Lotuspflaume (Diospyros lotus)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Ebenholzgewächse (Ebenaceae)
Unterfamilie: Ebenoideae
Gattung: Ebenholzbäume
Wissenschaftlicher Name
Diospyros
L.

Die Ebenholzbäume, Dattelpflaumen oder Götterpflaumen (Diospyros) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Ebenholzgewächse (Ebenaceae). Diese Gattung enthält einige Arten, deren Holz unter dem Namen Ebenholz gehandelt wird, das beispielsweise zur Möbelherstellung verwendet wird. Von einigen Arten wird das Obst genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Blanco von Diospyros discolor, Syn.: Diospyros blancoi
Blüte der Amerikanischen Persimone oder Amerikanische Kakipflaume, Helles Ebenholz (Diospyros virginiana)
Illustration aus Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie, 1909 von Diospyros dendo
Weibliche Blüte im Detail von Diospyros gaultheriifolia, gut zu erkennen ist der Griffel
Laubblätter und Früchte von Mabolo (Diospyros discolor)
Illustration der Blüte von Diospyros gaultheriifolia
Illustration von Mabolo (Diospyros discolor)
Aufgeschnitten Frucht von Diospyros gaultheriifolia, gut zu erkennen ist die Lage der Samen

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Diospyros-Arten sind verholzende Pflanzen: Sie wachsen als Sträucher oder Bäume. Es kommen immergrüne und laubabwerfende Arten in der Gattung Diospyros vor. Die Rinde von Stamm und Zweigen ist schwarz gefärbt, die Innenseite gelblich. Das Kernholz ist dunkel bis schwarz. Die Endknospen werden oft nicht ausgebildet, manchmal enden die Zweige mit einer dornigen Spitze.

Die wechselständig und zweizeilig oder spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind einfach und ganzrandig, meist mit Drüsen oder winzig gepunktet. Nebenblätter fehlen.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Diospyros-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), es kommen aber auch zwittrige Blüten vor. Die radiärsymmetrischen Blüten sind drei bis achtzählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei bis fünf, selten bis zu acht Kelchblätter sind verwachsenen und formen eine zugespitzte, behaarte Knospe. Die drei bis fünf, selten bis zu acht Kronblätter sind röhren- bis glockenförmig verwachsen. Die Farben der Kronblätter reichen nur von Weiß über Cremefarbe bis Gelb. Die Kronblätter fallen nach der Anthese ab.

Die männlichen Blüten stehen in zymösen Blütenständen, die aus Blattachseln junger Zweige entspringen. Die männlichen Blüten enthalten vier oder mehr (zwei bis hundert) Staubblätter die paarweise zusammen stehen oder in zwei Kreisen angeordnet sind; der Fruchtknoten ist rudimentär vorhanden.

Auch die weiblichen Blüten stehen in Blattachseln, allerdings einzeln. In den weiblichen Blüten sind die drei bis acht Fruchtblätter zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen; er ist oft durch falsche Scheidewände in insgesamt drei bis 16 Fruchtknotenkammern unterteilt. Die drei bis acht freien oder teilweise verwachsenen Griffel enden in einer einfachen oder oft zweigeteilten Narbe. Rudimentäre Staubblätter (Staminodien) können in den weiblichen Blüten vorhanden sein.

Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kelchblätter vergrößern sich bis zur Fruchtreife und bleiben meist an der Frucht erhalten. Die fleischigen, manchmal auch fast ledrigen Beeren enthalten 1 bis 16 Samen. Die Samen sind meist abgeflacht.

Chromosomensätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 15. Meist liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 30 vor. Aber auch Arten und Sorten mit mehrfachem Chromosomensatz, also mit unterschiedlichen Ploidiegraden, sind bekannt.[1][2][3][4]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Diospyros exsculpta
Herbarbeleg der Lotuspflaume (Diospyros lotus)

Die Gattung Diospyros wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, Seiten 1057–1058[5] mit den beiden Arten Diospyros lotus sowie Diospyros virginiana aufgestellt.[6] Der Gattungsname Diospyros bedeutet „Frucht des Zeus“ oder „göttliche Frucht“. [5] Als Lektotypusart wurde 1913 Diospyros lotus L. durch Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An Illustrated Flora of the Northern United States, 2. Auflage, 2: 720 festgelegt. Synonyme für Diospyros L. sind: Cargillia R.Br., Cavanillea Desr., Ebenus Kuntze, Embryopteris Gaertn., Guaiacana Duhamel, Idesia Scop., Maba J.R.Forst. & G.Forst., Mabola Raf., Macreightia A.DC., Noltia Thonn., Paralea Aubl., Pimia Seem., Rhaphidanthe Hiern ex Gürke, Ropourea Aubl., Royena L., Tetraclis Hiern.[7]

Durch Bruno Wallnöfer erfolgte in neun Teilen 2007 und 2016 in A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae) in Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien eine Revision der neotropischen Diospyros-Arten. Dabei wurden umfangreiche Herbarbelege für diverse Floren gesichtet und taxonomische Änderungen durchgeführt.[8]

Äußere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Diospyros gehört zur Unterfamilie Ebenoideae innerhalb der Familie Ebenaceae.

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diospyros ist im Wesentlichen eine pantropische Gattung mit einigen Arten in subtropischen Gebieten und wenigen Arten in den gemäßigten Regionen. Beispielsweise kommen in China 60 Arten vor.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Nutzung des Holzes siehe Hauptartikel Ebenholz. Man verwendet für diese Holzarten auch die Handelsbezeichnungen bei vielen Arten Schwarzes Ebenholz und bei den afrikanischen Afrikanisches Ebenholz und viele Bezeichnungen mehr.[15]

Zur Produktion von Kaki-Früchten, Persimonen, oder Sharon-Früchten werden verschiedene Sorten von Diospyros kaki und Diospyros virginiana angebaut.[16] Auch Kreuzungen/Hybride aus Diospyros kaki und Diospyros virginiana werden zur Produktion von Kaki-Früchten verwendet, beispielsweise in den USA/Kanada (mehrere Sorten) und in der Ukraine (‘Rosseyanka’ = ‘Russian Beauty’).[16]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. K. Yonemori et al.: Phylogenetic relationship of Diospyros kaki (persimmon) to Diospyros spp. (Ebenaceae) of Thailand and four temperate zone Diospyros spp. from an analysis of RFLP variation in amplified cpDNA. In: Genome, Volume 41, 1998, S. 173–182. doi:10.1139/g97-106
  2. F. White, C. G. Vosa: The chromosome cytology of African Ebenaceae with special reference to polyploidy. In: Bol. Soc. Brot., sér. 2 2, 53, 1980, S. 275–297.
  3. Y. Yang, R. z. Wang, C. c. Li, W. Wang: Study on chromosome numbers of Diospyros and their varieties. In: Acta Agric. Boreal.-Occid. Sin., Volume 8, Issue 3, 1999, S. 64–67.
  4. Diospyros bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  5. a b Diospyros bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 5. Oktober 2017.
  6. Linné 1753: eingescannt bei botanicus.org.
  7. Diospyros im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  8. Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 1. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 108, 2009, S. 207-247. PDF.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 2. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 110, 2009, S. 173–211. PDF.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 3. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 111, 2009, S. 101-133. PDF.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 4. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 112, 2010, S. 181-220. PDF.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 5. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 113, 2012, S. 223-251. PDF.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 6. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 115, 2013, S. 219-235. PDF.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 7. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 116, 2014, S. 153-179.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 8. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 117, 2015, S. 151–218.
    Bruno Wallnöfer: A revision of neotropical Diospyros (Ebenaceae): part 9. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie B, 118, 2016, S. 79.
  9. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx dy dz ea eb ec ed ee ef eg eh ei ej ek el em en eo ep eq er es et eu ev ew ex ey ez fa fb fc fd fe ff fg fh fi fj fk fl fm fn fo fp fq fr fs ft fu fv fw fx fy fz ga gb gc gd ge gf gg gh gi gj gk gl gm gn go gp gq gr gs gt gu gv gw gx gy gz ha hb hc hd he hf hg hh hi hj hk hl hm hn ho hp hq hr hs ht hu hv hw hx hy hz ia ib ic id ie if ig ih ii ij ik il im in io ip iq ir is it iu iv iw ix iy iz ja jb jc jd je jf jg jh ji jj jk jl jm jn jo jp jq jr js jt ju jv jw jx jy jz ka kb kc kd ke kf kg kh ki kj kk kl km kn ko kp kq kr ks kt ku kv kw kx ky kz la lb lc ld le lf lg lh li lj lk ll lm ln lo lp lq lr ls lt lu lv lw lx ly lz ma mb mc md me mf mg mh mi mj mk ml mm mn mo mp mq mr ms mt mu mv mw mx my mz na nb nc nd ne nf ng nh ni nj nk nl nm nn no np nq nr ns nt nu nv nw nx ny nz oa ob oc od oe of og oh oi oj ok ol om on oo op oq or os ot ou ov ow ox oy oz pa pb pc pd pe pf pg ph pi pj pk pl pm pn po pp pq pr ps pt pu pv pw px py pz qa qb qc qd qe qf qg qh qi qj qk ql qm qn qo qp qq qr qs qt qu qv qw qx qy qz ra rb rc rd re rf rg rh ri rj rk rl rm rn ro rp rq rr rs rt ru rv rw rx ry rz sa sb sc sd se sf sg sh si sj sk sl sm sn so sp sq sr ss st su sv sw sx sy sz ta tb tc td te tf tg th ti tj tk tl tm tn to tp tq tr ts tt tu tv tw tx ty tz ua ub uc ud ue uf ug uh ui uj uk ul um un uo up uq ur us ut uu uv uw ux uy uz va vb vc vd ve vf vg vh vi vj vk vl vm vn vo vp vq vr vs vt vu vv vw vx vy vz wa wb wc wd we wf wg wh wi wj wk wl wm wn wo wp wq wr ws wt wu wv ww wx wy wz xa xb xc xd xe xf xg xh xi xj xk xl xm xn xo xp xq xr xs xt xu xv xw xx xy xz ya yb yc yd ye yf yg yh yi yj yk yl ym yn yo yp yq yr ys yt yu yv yw yx yy yz za zb zc zd ze zf zg zh zi Rafaël Govaerts (Hrsg.): Diospyros. In: World Checklist of Selected Plant Families = WCSP - The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. . Abgerufen am 2. Oktober 2017.
  10. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad Artenliste zu Diospyros in der Red List of South African Plants
  11. a b Diospyros in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017.2. Abgerufen am 2017-10-01.
  12. a b Shugang Li, Michael G. Gilbert, Frank White: Diospyros, S. 215–230 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1996, ISBN 0-915279-37-1.
  13. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa Diospyros bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  14. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct Rafaël Govaerts (Hrsg.): Diospyros. In: World Checklist of Selected Plant Families = WCSP - The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. . Abgerufen am 2. Oktober 2017.
  15. H. G. Richter & M. J. Dallwitz: Diospyros spp. (Schwarze Ebenhölzer, black ebony – Afrika, Madagaskar). In: Handelshölzer. 4. Mai 2000; abgerufen am 1. Oktober 2017.
  16. a b Sortenübersicht – Diospyros bei Kaki-Info.de.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebenholzbäume (Diospyros) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien