Dita e Verës

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Feiernde am 14. März auf der Burg von Lezha

Der Dita e Verës oder Sommertag (teilweise auch fälschlicherweise als Frühlingstag bezeichnet) ist ein Frühlingsfest in Albanien, das jedes Jahr am 14. März begangen wird. Seit 2004 ist der Sommertag ein landesweiter Feiertag.[1] Seinen Ursprung hat das Fest in Mittelalbanien um Elbasan. Es wird aber so oder ähnlich auch in anderen Gegenden gefeiert, so in der Regionen um Gjirokastra, Përmet und Maliq (Opar) sowie im albanisch bewohnten Westmazedonien.[2]

Das Fest hat heidnische Wurzeln.[3] Das Datum war nach dem Julianischen Kalender der 1. März, der ursprüngliche Frühlingsanfang.[4] Die Ursprungslegende verweist auf einen Tempel der Fee von Çermenika bei Elbasan.[5]

Der Dita e Verës ist ein Freudensfest.[4] Insbesondere in Elbasan und Tirana wird ein Volksfest auf den Straßen begangen.[1] Traditionell gehören Lieder, Tänze und Riten zu diesem Festtag.[4]

Man unterscheidet vier Phasen, wovon die Vorbereitung die erste ist:[6] Üblicherweise gehören die Reinigung des Hauses, neue oder aufgefrischte Kleider und das Schmücken des Hauses dazu.[4] Die zweite Phase ist der Vorabend: Einer Winterverbrennung gleich werden große Feuer angezündet.[2] Es wird um die Feuer getanzt und manche springen darüber.[4] Der Sommertag und die dritte Phase beginnen traditionell früh mit einer Waschung. Mancherorts gab es Umzüge der Jugend zur frühen Stunde. Man trifft sich auf den Straßen, um das frische Grün und die frische Luft zu genießen. Auch Besuche bei Verwandten und Freunden, manchmal mit Mittagessen, kommen häufig vor. Die vierte Phase ist ein Ausflug vor die Stadt oder in Parks, wo die Leute sich zum Spielen, Singen, Tanzen und Picknicken treffen.[4][6][7]

Elbasaner Ballokumja

Symbole des Sommertags sind das süße Elbasaner Gebäck ballokumja und das verorja genannte rot-weiße Halsband, das von Jugendlichen getragen wird.[8][9]

Andere Frühlingsfeste in Albanien sind unter anderen die christlichen Feste von Ostern, Verkündigung des Herrn, der Lazarustag und Karneval, das Bektaschi-Fest Nevruz und einige andere lokale Festtage.[4] In Dibra wird der Sommertag traditionell bereits Ende Februar begangen; hier ziehen die Kinder tagelang frühmorgens durch die Dörfer, bis am 13. März Feuer entfacht werden.[10] Sommertagsfestlichkeiten sind auch für viele andere Dörfer und Regionen von Tropoja bis Korça nachgewiesen.[9]

Mit der Einführung als nationaler Feiertag soll der stark kritisierte Ministerpräsident Fatos Nano 2004 versucht haben, beim Volk wieder populärer zu werden.[1] Bei den Wahlen im folgenden Jahr gewann aber die Opposition.

Eine bekannte Beschreibung des Sommertags stammt von Faik Konica, einem Intellektuellen, der sich für die albanische Unabhängigkeit eingesetzt hatte:

„Miqve, shokëve të Lidhjes Shqipëtare „Verore“, u dërgoj kujtime miqësie, urime të zemrës, për Ditën e Verës që na afrohet. S’e festuam dot sivjet këtë ditë të bukur: po në mos e festuam me trup, do ta festojmë me zemër.

Ç'është Dita e Verës? Është dita në të cilën shtërgjyshërit t'anë, kur s'kish lindur edhe krishtërimi, kremtojin bashkë me Romanët dhe me Grekët e Vjetër, perëndit' e luleve, të shelgjeve, të krojeve. Kur çkrin dimëri, kur qaset Vera buzëqeshur e hollë dhe e gjatë si në piktyrë të Botticelli, zemra e njeriut çgarkohet nga një barë, shijon një qetësi, një lumtësi t'ëmblë.

Në këtë gëzim, stërgjyshërit t'anë ndiejin një detyrë t'u falen perëndive që sillnin këto mirësira. Dhe ashtu leu festa hiroshe që quajmë Dit' e Verës.

Në pakë ditë, në Shqipëri, besnikët e funtme të paganismit, besnikë pa dashur dhe pa ditur, do t'rethojnë me verore degët e thanave, të dëllinjave, të dafinave, të gjithë shelgjeve të nderuara. Do t'këputin degë të gjelbra dhe do t'i vënë përmbi dyert e shtëpive dhe t'odave.

Të mos i lëmë të humbasin këto festa të vjetëra të racës s'onë. Nuk i bëjën dëm njeriu. Sjellin një gëzim të kulluar në shtëpitë. Në një vënt ku jeta e të vegjëlve është aq e trishtë, djelmuria dhe vajëzat kanë një rasë të rallë për të dëfryer. Për të mëdhenjtë, Dita e Verës ka një shie poetike të hollë e të rrallë.“

„Freunde, Genossen der Albanischen Vereinigung „Sommer“, ich sende euch freundschaftliche Grüße und Glückwünsche von Herzen zum Sommertag, welcher sich nähert. Schaffen wir es, diesen schönen Tag dieses Jahr zu feiern: Denn wir dürfen nicht mit dem Körper feiern, wir werden ihn mit dem Herzen feiern.

Was ist der Sommertag? Es ist der Tag, an welchem – noch bevor die Christenheit geboren war – unsere Vorfahren zusammen mit den Römern und den alten Griechen die Götter der Blumen und Weiden ehrten. Wenn der Winter schmilzt, wenn der Frühling mit einem breiten Lachen kommt, dünn und hoch wie ein Gemälde von Botticelli, wird das Herz der Menschen befreit von einer Last, erfreut sich der Heiterkeit und einer süßen Freude.

Angesichts dieses Glücks sahen sich unsere Vorfahren verpflichtet, den Göttern zu danken, die diese Güte gebracht hatten. Und so entstand das schöne Fest, welches wir Sommertag nennen.

In ein paar Tagen werden sich in Albanien die Gläubigen des Heidentums – gläubig ohne zu lieben und ohne zu wissen – mit Halsbändern aus Zweigen der Kornelkirsche, des Wacholders, des Lorbeers und der geehrten Weiden umhängen. Sie werden grüne Zweige abreißen und damit die Türen von Häusern und Stuben verzieren.

Wir dürfen darüber nicht das alte Fests unserer Rasse vergessen, nicht einer Person Schaden zufügen. Lasst uns eine makellose Freude in die Häuser bringen. An Orte, wo das Leben der Kleinen so traurig ist, haben die jungen Burchen und die Mädchen eine rare Gelegenheit zum Zeitvertreib. Für die Erwachsenen hat der Sommertag einen feinen und seltenen poetischen Genuss.“

Faik Konica: 1911[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ishte viti 2004: ja pse Fatos Nano e bëri ditën e Verës si festë zyrtare. In: tesheshi.com. 14. März 2017, abgerufen am 8. April 2017 (albanisch).
  2. a b Robert Elsie: A Dictionary of Albanian Religion, Mythology, and Folk Culture. Hurst & Company, London 2001, ISBN 978-1-85065-570-1, Summer day, S. 244.
  3. Dita e verës, festimet kanë nisur para Krishtit. In: shqiptarja.com. 14. März 2012, abgerufen am 8. April 2017 (albanisch).
  4. a b c d e f g Agron Xhagolli: Die Feste des Jahres – Lieder und rituelle Bräuche bei den Albanern. In: Werner Daum, Staatliches Museum für Völkerkunde München (Hrsg.): Albanien zwischen Kreuz und Halbmond. Pinguin-Verlag, Innsbruck 1998, ISBN 3-7016-2461-5, S. 233 ff.
  5. Historia e Ditës se Verës, nga Çermenika deri në Elbasan. In: Peshku pa ujë. 14. März 2013, abgerufen am 9. April 2017 (albanisch).
  6. a b Rituali i Ditës së Verës, ja katër fazat e festës. In: RTK. 15. März 2017, abgerufen am 9. April 2017 (albanisch).
  7. Hektor Çiftja, Kreshnik Belegu: Elbasan Turistik – A Touristic Guide to Elbasan. Hrsg.: Bashkia Elbasan. Erik, Tirana 2012, ISBN 978-99956-36-49-4, S. 18–21.
  8. Shekulli: Mbi 1 milion ballokume ne Diten e veres. In: shqiperia.com. 14. März 2012, abgerufen am 8. April 2017 (albanisch).
  9. a b Dita e verës, si festohet nga veriu në jug. In: Revista Psikologji. 14. März 2017, abgerufen am 9. April 2017 (albanisch).
  10. Alban Tufa: Dita e Verës. In: Rruga e Arbërit. 4. März 2017, abgerufen am 9. April 2017 (albanisch).
  11. Ç’është Dita e Verës. In: Tirana Observer. 14. März 2016, abgerufen am 9. April 2017 (albanisch).