Doksany

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Doksany
Wappen von Doksany
Doksany (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Litoměřice
Fläche: 310,7413[1] ha
Geographische Lage: 50° 28′ N, 14° 10′ OKoordinaten: 50° 27′ 34″ N, 14° 10′ 4″ O
Höhe: 156 m n.m.
Einwohner: 378 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 411 82
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: D8: LovosicePrag
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Zdena Fenclová (Stand: 2007)
Adresse: Doksany 108
411 82 Doksany
Gemeindenummer: 564753
Website: www.obec-doksany.cz

Doksany (deutsch Doxan, älter auch Doxa, Dogsan[3]) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt zehn Kilometer südlich von Litoměřice an der Eger und gehört zum Okres Litoměřice.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doksany befindet rechtsseitig der Eger gegenüber von Brozany nad Ohří an einem Flussarm. Im Norden erhebt sich der 209 m hohe Hügel Skála. Südlich des Ortes verläuft die Trasse der Autobahn D8/Europastraße 55 mit der Abfahrt 35 „Doksany“. Durch Doksany führt die Staatsstraße 608 zwischen Budyně nad Ohří und Terezín.

Nachbarorte sind Dolánky nad Ohří und Skála im Norden, Rohatce im Osten, Nové Dvory im Südosten, Kliment und Hostěnice im Süden, Brozany nad Ohří im Westen sowie Brňany im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Hauptstraße in der Ortsmitte

1144 stifteten Vladislav II. und seine Frau Gertrud von Babenberg das Prämonstratenserkloster Doksany. Um das Kloster entstanden Gehöfte und flussaufwärts auf der Insel des hl. Kliment lag an der Stelle der heutigen Einschicht Kliment das Dorf Mury, das dem Kloster untertänig war. 1220 verlieh Ottokar I. Přemysl Mury die Stadtrechte. Im Sommer 1421 wurde das Kloster von dem Priester und Heeresführer der Hussiten Jan Želivský während eines Feldzuges durch Nordböhmen niedergebrannt.

1432 wurde Mury durch eine Hochflut der Eger bis auf die Kirche und zwei Häuser weggerissen. Nach der Zerstörung errichteten deren Bewohner abseits des Flusses die neue Ansiedlung Nové Dvory.

1498 wurde die Stadt Doxan für 40.000 Mark in Silber nach Freibergischem Gewicht auf den meißnischen Markgrafen Wilhelm den Älteren übertragen.[4] 1726 wurde die Klosterbrauerei gegründet.

Nach der Aufhebung des Klosters im Zuge der Josephinischen Reformen diente es ab 1782 zunächst als Spital und Kaserne. 1790 erwarb Fürstin Teresa Poniatowski den Besitz und ließ das Kloster zum Schloss Terespol umbauen. 1797 wurde der k.k. Oberst und Festungskommandant von Theresienstadt Jakob Wimmer Besitzer der Herrschaft Doxan, der den Umbau der Anlagen fortsetzte. 1804 verkaufte Wimmer das Schloss und den umgebenden Grundbesitz an Johann Anton Lexa von Aehrenthal. Der Enkel Alois Lexa von Aehrenthal versuchte 1888 das Schloss Terespol als Kloster Doksany wieder zu beleben und Prämonstratenserinnen anzusiedeln.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Freiherren Lexa enteignet und deren Schloss und Grundbesitz dem Staatsgut in Roudnice nad Labem übereignet. 1946 wurde die Brauerei stillgelegt. 1998 wurde das Kloster wieder in Trägerschaft der römisch-katholischen Kirche übergeben.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gemeinde Doksany sind keine Ortsteile ausgewiesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doksany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/564753/Doksany
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. Antonín Profous: Místní jména v Čechách : Jejich vznik, původ, význam a změny. Bd. I-IV; Prag; 1947-1951
  4. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 883.