Doppellokomotive

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Russische Dieselgetriebene Doppellokomotive der Baureihe 2ТЭ116
Elektrische Doppellokomotive SBB Ae 8/14

Eine Doppellokomotive ist eine Lokomotive, die aus zwei Lokhälften besteht, die im Betrieb dauernd gekuppelt sind. Die Lokhälften werden oft Sektionen genannt.

Die Lokhälften einer Doppellokomotive können sowohl mit Kupplungen versehen sein, die nur in der Werkstatt getrennt werden können, aber auch mit normalen Zug- und Stossvorrichtungen. Die Ausrüstung der Lokhälften kann gleich oder unterschiedlich sein. Bei gleich aufgebauten Lokhälften, die auf beiden Seiten mit den Standardkupplungen der Bahn ausgerüstet sind, lassen sich auch einzelne Lokhälften betrieblich verwenden. Doppellokomotiven mit unterschiedlichen Lokhälften können nur gemeinsam betrieben werden, weil ansonsten ein Teil der für den Betrieb der Doppellokomotive notwendigen Ausrüstung fehlen würde.

Doppellokomotiven kommen meist dort zum Einsatz, wo die Zugkraft einer einzigen Lokomotive ungenügend wäre. Durch die Einsparung von zwei Führerständen gegenüber einer Doppeltraktion lassen sich Wartungs- und Beschaffungskosten sparen.

Die weitaus größte Zahl Doppellokomotiven werden von den Bahnen der GUS-Staaten eingesetzt. Aus dem mehrere tausend Lokomotiven umfassenden Bestand seien als Beispiel die Gleichstromlokomotive ВЛ10, Wechselstromolokomotive ВЛ80 und die Diesellokomotiven ТЭ2, sowie 2ТЭ116 herausgegriffen. Die Lokomotiven stammen aus verschiedenen Werken, wie zum Beispiel der Lokomotivfabrik Luhansk, der Eisenbahnfabrik Charkow oder der Elektrolokomotivenfabrik Nowotscherkassk.

In der Schweiz wurden die Baureihen SBB Ae 8/14 und BLS Ae 8/8 entwickelt. Die Ae 8/14 war ihrer Zeit voraus, denn die damaligen Kupplungen hielten den hohen Zugkräften der Doppellokomotive nicht stand.

In Schweden werden von der LKAB auf der Erzbahn Doppellokomotiven IORE eingesetzt, die von Bombardier gebaut wurden.

In Spanien wurden die relativ leistungsschwachen Lokomotiven der RENFE-Baureihe 269 für den Güterverkehr zu Doppellokomotiven der Unterbaureihen 269.750 und 269.850 gekuppelt.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Gerhard Baur: Drehgestelle - Bogies. EK-Verlag, Freiburg i.B. 2006, ISBN 3-88255-147-X