Dorfkirche Rangsdorf

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Dorfkirche Rangsdorf

Die evangelische Dorfkirche Rangsdorf ist eine Saalkirche aus dem Ende des 19. Jahrhunderts in Rangsdorf, einer Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg. Der Pfarrsprengel Rangsdorf gehört zum Kirchenkreis Zossen-Fläming der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Seebadallee, die von Osten kommend in Richtung Westen zum Rangsdorfer See verläuft. Sie zweigt sich um historischen Dorfanger auf und bildet so ein Grundstück, auf dem die Kirche steht. Das Gelände ist mit einer Mauer aus Feldsteinen eingefriedet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Der Ortes wurde im Jahr 1375 im Landbuch Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich entstand in diesen Jahrhunderten bereits eine Feldsteinkirche, die jedoch nicht mehr vorhanden ist. Im 19. Jahrhundert wechselten die Besitzer vergleichsweise oft, bis Ferdinand Spiekermann den Ort 1876 erwarb. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn, Richard Spiekermann, die Geschäfte. Er war Amtsvorsteher des Amtes Groß Machnow und hielt das Kirchenpatronat inne. Auf seine Veranlassung hin entstand in den Jahren 1888 bis 1890 der Neubau. Die Kirchweihe fand am 10. August 1890 statt. Im Ersten Weltkrieg wurde eine der beiden Glocken aus Bronze eingeschmolzen.[1] 1986 entfernte die Kirchengemeinde die Holzbänke. In den Jahren 2016 und 2017 wurde das Bauwerk umfassend saniert.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westportal

Das Bauwerk ist aus Mauersteinen errichtet, die flächig verputzt wurden. So auch der Chor, der dreiseitig und eingezogen ausgeführt wurde. Er hat an seiner Nordost- und Südostseite je ein segmentbogenförmiges Fenster, dessen Laibung mit einer verputzten Fasche und einem auffällig gestalteten Schlussstein ausgeführt wurde. Die östliche Wand ist – verglichen mit anderen Kirchen der Region – vergleichsweise ungewöhnlich. Sie besteht zunächst aus einem großen Segmentbogen, dessen Spitze die Höhe der Fenster aufnimmt. Darin ist jedoch eine kleine rechteckige und grünlich gestrichene Holztür mit einer darüber nahtlos anschließenden Blenden, die den verbleibenden Boden ausfüllt.

Das Kirchenschiff hat einen rechteckigen Grundriss; die Seitenwände zum Chor und zum Kirchturm stehen über den Baukörper hervor und sind zum Chor hin in Höhe der Dachtraufe mit Fialen verziert. Die Langwände sind schlicht und tragen drei gleichartige, segmentbogenförmige Fenster mit Fasche und Schlussstein. Daran schließt sich das ebenfalls schlicht gestaltete Satteldach an.

Der Westturm ist quadratisch und schmuckvoll gegliedert. Im mittleren Turmgeschoss sind an den drei zugänglichen Seiten je eine Klangarkade, die in einer Blende eingelassen ist. Die Form wird nochmals durch Lisenen betont. Dahinter hängt eine Glocke aus dem Jahr 1590. Daran schließt sich ein umlaufender Fries an, der in das obere Turmgeschoss weiterleitet. Es besteht aus einem geknickten Helm, in dessen Giebel eine Turmuhr eingelassen ist.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanzelaltar stammt ausweislich seiner Datierung aus dem Jahr 1717. Er ist in weißen, roten und blauen Farbtönen gehalten. Den polygonalen Kanzelkorb schmücken dabei gedrehte, hellblaue Weinlaubsäulen, an deren oberen Ende Putten angebracht wurden. Die Kassettenfelder sind in rötlicher Farbe gehalten. Der Aufbau ist mit Akanthus und Knorpelwerk verziert und bildet so den Übergang zum Schalldeckel, den eine Strahlensonne krönt.

Am Übergang des im Innern flach gedeckten Bauwerks ist eine umlaufende Voute.

Östlich des Bauwerks steht auf dem Dorfanger ein Gedenkstein, der an die Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg erinnert. Richard Spiekermann stiftete ihm im Jahr 1921, die Gemeinde Rangsdorf erneuerte und ergänzte ihn 2010. Die Inschrift an der Vorderseite lautet nun: „Zur Erinnung an den / Weltkrieg / 1914–1916 / Zum Gedenken an die Opfer / von Krieg, Gewalt / und Willkür“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio (Bearb. Gerhard Vinken u. a.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorfkirche Rangsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Zielke: Halbzeit bei Sanierung der Kirche. In: Märkische Allgemeine, 8. September 2016, abgerufen am 8. August 2017.

Koordinaten: 52° 17′ 29,4″ N, 13° 25′ 9,9″ O