Starrer Wurmfarn

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Starrer Wurmfarn
Starrer Wurmfarn (Dryopteris villarii)

Starrer Wurmfarn (Dryopteris villarii)

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae)
Gattung: Wurmfarne (Dryopteris)
Art: Starrer Wurmfarn
Wissenschaftlicher Name
Dryopteris villarii
(Bellardi) Woyn. ex Thell.

Der Starre Wurmfarn, auch Straffe Wurmfarn (Dryopteris villarii), ist ein Farn aus der Gattung der Wurmfarne (Dryopteris).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Starre Wurmfarn ist eine ausdauernde Pflanze mit einem kurzen, dicken Rhizom, das aufrecht oder aufsteigend wächst. Es ist mit weichen, breiten und oft bewimperten Schuppen besetzt. Die schmal trichterig stehenden Wedel sind gelb-drüsig behaart. Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von ca. 30 – 40 cm.

An der Basis des Blattstiels sind fünf oder mehr Leitbündel vorhanden. Die fertilen und die sterilen Blattwedel sind annähernd gleich gestaltet. Die Wedel stehen büschelig und sind lederig, von dunkelgrüner Farbe, auf der Oberseite glänzend. Sie sind einfach gefiedert mit fiederspaltigen Fiedern, oder zweifach gefiedert. An jeder Seite stehen 20 bis 35 Fiedern, die am Grund verschmälert sind. Der Fiederansatz ist auf der Unterseite violettschwarz. Die letzten Fiederabschnitte sind schief gestutzt und haben parallele, ganzrandige Seiten. Der Wedelstiel ist drei bis vier Millimeter dick und ist wie auch die Blattspindel (Rhachis) dicht mit langen Spreuschuppen besetzt.

Die Schleier sind derb und gewölbt. Die Sporen werden von Juni bis September gebildet.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 82.[1]

Starrer Wurmfarn (Dryopteris villarii)

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Starre Wurmfarn besiedelt frische, sonnige kalkreiche Geröllhalden alpiner Regionen und kommt in den Kalkalpen sowie den Dinariden vor. In den Allgäuer Alpen steigt er am Himmeleck in Bayern bis zu 2200 Metern Meereshöhe auf.[2]

Der Starre Wurmfarn ist im ozeanischen Bereich der meridionalen bis nördlich temperaten Florenzone Gebirge von Nordwest-Afrika über Süd-, West- bis Mitteleuropa verbreitet. Bevorzugte Standorte sind verkarstete Kalk- und Dolomitfelsen der montanen bis subalpinen Höhenstufe. Er wächst vor allem in feuchten, offenen alpinen und oromediterranen Geröllhalden der pflanzensoziologischen Klasse Thlaspietea und ist Kennart des Petasition paradoxi in der Gesellschaft Valeriano-Dryopteridetum villarii.[1]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).[3]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Starre Wurmfarn ist eine Lichtpflanze kalkreicher Initialstandorte und kommt in alpinen Geröllhalden sowie grobblöckigen Schutthängen vor. Als ozeanische Pflanze ist der Starre Wurmfarn auf frischen Böden in Schneetälchen oder Lawinenbahnen typisch.

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Nominatform Dryopteris villarii subsp. villarii existiert die Unterart Dryopteris villarii (Bellardi) Woyn. subsp. balearica Malag. von den Balearen. Diese wird als Dryopteris pallida (Bory) C. Chr. subsp. balearica (Litard.) Fraser-Jenkins auch von manchen Autoren zu einer ganz anderen Art gestellt.[4] Auch die früher hierher gestellte Unterart Dryopteris villarii subsp. pallida (Bory) Heywood wird heute als eine eigene Art angesehen: Dryopteris pallida (Bory) C. Chr.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • I. Horvat, H. Ellenberg, V. Glavac: Vegetation Südosteuropas, 1974.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 84. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 74.
  3. Dryopteris villarii (Bellardi) Schinz & Thell. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 18. März 2021.
  4. http://herbarivirtual.uib.es/eng-med/especie/6596.html Dryopteris pallida (Bory) C. Chr. subsp. balearica (Litard.) Fraser-Jenkins|
  5. Christenhusz, M. & Raab-Straube, E. von (2013): Lycopodiophytina. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Dryopteris In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dryopteris villarii – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien