Echter Wurmfarn

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Echter Wurmfarn
Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)

Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae)
Gattung: Wurmfarne (Dryopteris)
Art: Echter Wurmfarn
Wissenschaftlicher Name
Dryopteris filix-mas
(L.) Schott
Unterseite einer Blattfieder mit einzelnen Fiederblättchen und den noch schleierbedeckten jungen Sori
Sori

Der Echte Wurmfarn (Dryopteris filix-mas), auch Gewöhnlicher bzw. Gemeiner Wurmfarn oder Männerfarn genannt, gilt als häufigster mitteleuropäischer Vertreter der Gattung der Wurmfarne (Dryopteris).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Wedel dieses bis in den Winter grün bleibenden Farns sind in einer trichterförmigen Rosette angeordnet. Sie erreichen eine Länge von 30 bis 140 (160) Zentimetern. Der kurze Blattstiel ist locker mit gelbbraunen Spreuschuppen besetzt. Das Blatt ist zweifach gefiedert und läuft spitz zu; die Verschmälerung zum Grund hin ist weniger ausgeprägt. Die abgerundeten Fiederchen sind am Rand scharf gesägt. Die Fiederspindel, also die Mittelrippe eines gefiederten Blattes, ist am Grund ohne violette Färbung. Die Sporenbehälter (Sori) sitzen zweireihig auf der Unterseite der sporentragenden Wedel. Ihre Schleier (Indusien) sind nierenförmig, drüsenlos und dünn; sie umfassen die Sori nicht. Die Sporen werden von Juli bis September verbreitet und sind 33–46 Mikrometer groß.

Diese Art ähnelt dem Gewöhnlichen Frauenfarn (Athyrium filix-femina). Dieser hat jedoch heller grüne Wedel und die Fiederchen sind feiner gesägt, der Wurmfarn dagegen hat gröber gesägte Fiederchen und dunklere Wedel. Dieser Unterschied hat auch zu den Namen Frauenfarn (filix femina) und Männerfarn (filix mas) geführt und geht sogar bis auf Leonhart Fuchs (1543) zurück, der diese Farne Wurmfarn weible bzw. Wurmfarn mennle nannte.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Echte Wurmfarn ist sehr häufig in frischen Wäldern (meist in Kiefer-/Buchenwäldern), Gebüschen, Hochstaudenfluren, Waldschlägen, Steinschutthalden und auch an Mauern vom Tiefland bis in die alpine Höhenstufe anzutreffen. Seine Verbreitung reicht von Europa und West- bis Zentralasien bis Nordamerika, in Nordwestafrika ist er selten. Nahe verwandte Arten kommen im tropischen Asien und in Südamerika vor. Entstanden ist die Art als allotetraploide Hybride aus Dryopteris oreades und Dryopteris caucasica, vermutlich im Gebiet des Kaukasus. Sie hat die Chromosomenzahl 2n = 164.[1]

Bedeutung als Futterpflanze (Auswahl)[Bearbeiten]

Die Raupen folgender Schmetterlingsarten ernähren sich unter anderem vom Wurmfarn.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die folgenden weiteren Trivialnamen verwandt: Audernkraut (Augsburg), Faden (Österreich), Faren, Farn, Farnkrautmännlein, Farnwurzel, Fasen (Österreich), Federfaden (Österreich), Flöhkraut (Eifel bei Kelberg und Nürburg), Fünffingerwurze (Österreich), Glasaschenwurz (mittelhochdeutsch), Glaseschencrut (mittelhochdeutsch), Glückshand, Hexenkraut, Hirschzehen (Salzburg im Großarltal), Hurenkraut, St. Johannisfarbe (Schlesien), Johanneshand, Johanneswurz (Lechrain), Mauckenkraut (Österreich), Pestilenzwuttel (Rendsburger Apotheke), Schabel (Thüringen bei Ruhla), Schawel (Thüringen bei Ruhla), Snakenkrut (niederdeutsch), Tropfkraut, Waldfahr, Wanzenwurz, Woanzenkrokt (Siebenbürgen) und Wurmfarn.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ch. R. Fraser-Jenkins: Dryopteris. In: G. Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band I, Teil 1. 3. Aufl. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2.
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 48, online.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Marbach, Kainz: BLV Naturführer Moose, Farne und Flechten. München 2002, ISBN 3-405-16323-4.
  • Ch. R. Fraser-Jenkins: Dryopteris. In: G. Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band I, Teil 1. 3. Aufl. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2.
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos Schmetterlingsführer, Franck Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart, ISBN 978-3-440-11965-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Echter Wurmfarn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien