Dunkler Ölbaumtrichterling

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Dunkler Ölbaumtrichterling
Omphalotus olearius-Zavodnica.JPG

Dunkler Ölbaumtrichterling (Omphalotus olearius)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Schwindlingsverwandte (Marasmiaceae)
Gattung: Ölbaumpilze (Omphalotus)
Art: Dunkler Ölbaumtrichterling
Wissenschaftlicher Name
Omphalotus olearius
(DC. : Fr.) Singer

Der Dunkle Ölbaumtrichterling (Omphalotus olearius) ist ein Ständerpilz aus der Familie der Schwindlingsverwandten. Der wissenschaftliche Name bedeutet „genabelter Ohrling“ (= Omphalotus) auf „Ölbaum wachsend“ (= olearius). Der deutsche Name „Leuchtender Ölbaumpilz“ weist auf die Biolumineszenz des Pilzgeflechts und der Lamellen hin: Sie leuchten im Dunkeln.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biolumineszenz: Die Lamellen des Dunklen Ölbaumtrichterlings leuchten im Dunkeln.

Der relativ dünnfleischige Hut ist gelb bis kräftig orange gefärbt, an Ölbäumen ist er rostbraun getönt. Er erreicht eine Größe von sechs bis zehn Zentimetern. Der Hut ist zunächst gewölbt, dann flach ausgebreitet und schließlich niedergedrückt oder trichterförmig vertieft. Der Rand ist häufig eingerollt und die Huthaut glatt. Der Stiel ist fünf bis fünfzehn Zentimeter lang, orange bis fuchsbraun gefärbt und verjüngt sich zur Basis hin. Er ist zäh und längsfaserig. Der Hut ist häufig nicht zentral angewachsen. Die Lamellen sind leuchtend goldgelb gefärbt, eng stehend und laufen am Stiel herab; sie leuchten erkennbar bei Dunkelheit, wenn sich die Augen auf Dunkelsehen umgestellt haben. Dieses – Foxfire genannte – Leuchten wird durch das Enzym Luziferase ausgelöst und ist eine Form von Biolumineszenz. Das Funktionsprinzip ähnelt dem des Glühwürmchens. Das giftige Fleisch ist gelblich bis orange getönt sowie zäh und faserig. Es riecht nach Nadelholz und besitzt einen milden Geschmack. Die Sporen sind gelblich getönt.

Artabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wo er gemeinsam mit dem Pfifferling im gleichen Habitat vorkommt, ist er für Laien leicht verwechselbar. Während der Pfifferling blassgelb bis dottergelb ist, ist der Ölbaumtrichterling eher orangegelb bis orangerot. Allerdings wächst der Ölbaumpilz immer auf Holz, der Pfifferling immer auf dem Erdboden; ebenso der ähnliche Fuchsige Rötelritterling. Zudem gibt es wohl noch eine sehr ähnliche Art Omphalotus illudens, die nicht von allen Mykologen als eigene Art anerkannt wird.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dunkle Ölbaumtrichterling lebt parasitisch oder saprobiontisch an Laubbäumen. Er wächst meist büschelig an Ölbäumen, manchmal auch an Eichen oder Edelkastanien. Der Pilz erscheint von Juli bis Oktober.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wärmeliebende Dunkle Ölbaumtrichterling ist im Mittelmeerraum weit verbreitet, in Mitteleuropa sehr selten.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dunkle Ölbaumtrichterling ist sehr giftig, wenn auch nicht tödlich giftig und löst eine gastrointestinale Intoxikation aus; leichte Leberschäden werden nicht ausgeschlossen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Omphalotus olearius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien