Kaliumdisulfit

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Strukturformel
2 Kaliumion Disulfit-Ion3.svg
Allgemeines
Name Kaliumdisulfit
Andere Namen
  • Kaliummetabisulfit
  • Kaliumpyrosulfit
  • E 224
Summenformel K2S2O5
CAS-Nummer 16731-55-8
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit schwachem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 222,33 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,34 g·cm−3 (20 °C) [1]

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 150 °C [1]

Löslichkeit
  • leicht in Wasser (450 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • unlöslich in Alkohol[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 318​‐​335
P: 280​‐​305+351+338​‐​313 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 31​‐​37​‐​41
S: 26​‐​39
Toxikologische Daten

2300 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Kaliumdisulfit (K2S2O5) auch bekannt als Kaliummetabisulfit, Kaliumpyrosulfit oder landläufig als Kloßweiß und Onewe, ist ein Kaliumsalz der in freier Form nicht stabilen Dischwefligen Säure. Disulfite verfügen über eine recht lange, wenig stabile Schwefel-Schwefel-Bindung. Kaliumdisulfit wird vor allem als Lebensmittelzusatzstoff (E 224) eingesetzt. Unter sauren Bedingungen spaltet die Verbindung Schwefeldioxid ab:

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herstellung erfolgt durch thermische Dimerisierung (Kondensation) von Kaliumhydrogensulfit unter Abspaltung von Wasser (1), oder bei einer Umsetzung von Schwefeldioxid und Kaliumsulfit in Kalilauge (2):

(1)
(2)

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lebensmittelzusatzstoff Kaliumdisulfit (E 224) wird als Konservierungsmittel, Antioxidationsmittel, Farbstabilisator in Lebensmitteln (z. B. auch bei der Schwefelung von Wein) verwendet. Kaliumdisulfit ist auch als Kloßweiß bekannt. Es verhindert, dass die Klöße während der Verarbeitung grau werden.

Weiterhin dient es allgemein als Reduktionsmittel in der chemischen Industrie, zum Bleichen von Zucker, als Ätzmittel in der Elektronikindustrie und als Bestandteil von Fixiermitteln in der Photoindustrie.[5]

Zusammen mit Kaliumperoxodisulfat kann es als Radikalstarter in der Emulsionspolymerisation eingesetzt werden, da es im Gegensatz zu anderen gängigen Initiatoren wie Dibenzoylperoxid (DBPO) und Azobis(isobutyronitril) (AIBN) im hauptsächlich verwendeten Medium Wasser löslich ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Kaliumdisulfit in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. BASF: Kaliumdisulfit-Sorten
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. Datenblatt Kaliumdisulfit (PDF) bei Merck, abgerufen am 18. Januar 2011.
  5. metallograf.de: Chemikalienliste für Ätzmittel, abgerufen am 18. Juni 2016.