Erythrit

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Dieser Artikel behandelt die chemische Verbindung, für das Mineral siehe Erythrin
Strukturformel
Struktur von Erythrit
Allgemeines
Name Erythrit
Andere Namen
  • (2S,3R)-Butan-1,2,3,4-tetrol (IUPAC)
  • i-Erythritol
  • meso-1,2,3,4-Tetrahydroxybutan
  • E 968
Summenformel C4H10O4
CAS-Nummer 149-32-6
PubChem 222285
Kurzbeschreibung

farblose, süß schmeckende Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 122,12 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,45 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

120–123 °C[3]

Siedepunkt

329–331 °C[4]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Erythrit (meso-1,2,3,4-Butantetrol) ist eine süß schmeckende Verbindung und gehört chemisch zu den Zuckeralkoholen. Es stellt die meso-Form des optisch aktiven Threit dar und wird als Zuckerersatzstoff verwendet.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In natürlicher Form kommt Erythrit in Käse, Obst (Erdbeeren, Pflaumen) oder Pistazien vor. Für die von der Lebensmittelindustrie benötigten Mengen wird Erythrit durch Fermentation hergestellt.[1]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feinkörniges Erythrit

Die Herstellung von Erythrit kann chemisch-katalytisch durch die Hydrierung von Weinsäure an Raney-Nickel-Katalysatoren erfolgen. Hierbei entsteht jedoch auch Threit. Eine weitere Möglichkeit zur Herstellung ist die Umsetzung von Dialdehydstärke zu einer äquimolaren Mischung aus Glycol und Erythrit. Da diese Prozesse jedoch alle sehr kostspielig und kompliziert sind, wird Erythrit heute durch mikrobielle Umwandlung von niedermolekularen Kohlenhydraten (vorzugsweise Glucose und Saccharose) mittels osmophiler Pilze hergestellt. Mögliche Nebenprodukte dieser Fermentation sind Ribit, Glycerin und Ethanol sowie niedere Oligosaccharide.

Wirkung und Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erythrit enthält beinahe keine Kalorien und hat nur geringen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel. Es ist als Zuckerersatz in Deutschland als Lebensmittel-Zusatzstoff zugelassen. Bei einem Anteil von mehr als zehn Prozent muss es jedoch mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden.[5]

Erythrit bietet gegenüber anderen Zuckeralkoholen wie Sorbit, Maltit, Lactit und Isomalt den Vorteil einer besonders hohen digestiven Toleranz (ca. 1 g/kg Körpergewicht). Da Erythrit schon zu 90 Prozent über den Dünndarm aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden wird, sind die sonst für Zuckeralkohole üblichen Nebenwirkungen wie Blähungen und Durchfall stark vermindert, allerdings auch nicht ganz ausgeschlossen.[6]

Erythrit ist laut einer im Juni 2014 veröffentlichten Studie[7] ein Insektizid, das wirksam gegen Fruchtfliegen eingesetzt werden kann.[8]

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sera (D, AT, BX, CZ, FR, IT, RU), Serapur (D, CH, EU), Erylite (D), Sukrin (D, CH), Erythritol (D), Neue Süsse (D), Sucolin (D, AT), Xucker Light (D, AT), sweetERY (D), Next Zucker Extra leicht (AT), Einser zum Süßen (AT), Eryfly (D, AT), Wiezucker Diät (D, F), E968 (Alkoholzucker)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag zu Erythritol. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 12. November 2014.
  2. Carl L. Yaws: Thermophysical Properties of Chemicals and Hydrocarbons. William Andrew, 2008, ISBN 0-08-094774-3, S. 215 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b Datenblatt meso-Erythrit bei AlfaAesar, abgerufen am 14. Mai 2013 (JavaScript erforderlich).
  4. a b c Datenblatt meso-Erythrit bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 14. April 2010 (PDF).
  5. zusatzstoffe-online.de: Erythrit, abgerufen am 16. Mai 2016.
  6. Opinion of the Scientific Committee on Food on Erythritol (PDF; 314 kB). SCF/CS/ADD/EDUL/215 Final, 24. März 2003.
  7. Kaitlin M. Baudier, Simon D. Kaschock-Marenda, Nirali Patel, Katherine L. Diangelus, Sean O'Donnell, Daniel R. Marenda, Frederic Marion-Poll: Erythritol, a Non-Nutritive Sugar Alcohol Sweetener and the Main Component of Truvia, Is a Palatable Ingested Insecticide. In: PLoS ONE. 9, 2014, S. e98949, doi:10.1371/journal.pone.0098949.
  8. Tödlicher Süßstoff, abgerufen am 5. Juni 2014.