Eagles of Death Metal

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Eagles of Death Metal
Eagles of Death Metal (2009)
Eagles of Death Metal (2009)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Stoner Rock, Garage Rock
Gründung 1998
Website www.eaglesofdeathmetal.com
Gründungsmitglieder
Loo Balls
Jesse „The Devil“ Hughes
Craig Armstrong
Josh Homme
T. Fresh
Aktuelle Besetzung
Gitarre, Gesang
Jesse „The Devil“ Hughes
Gitarre, Hintergrundgesang
Dave Catching
E-Bass, Hintergrundgesang
Brian O’Connor
Schlagzeug
Claude Coleman
Gäste auf Album oder Live
Gesang
Brody Dalle
Gesang
Mark Lanegan
Gesang
Wendy Ray Fowler
Gitarre
Jack Black
Gitarre
Dave Grohl
Gitarre
Tim Vanhamel
Gitarre
Troy Van Leeuwen
Gitarre
Alain Johannes
Bass
Nick Oliveri
Bass
Dean Fertita
Schlagzeug
Gene Trautmann
Schlagzeug
Samantha Maloney
Schlagzeug
Joey Castillo
Matt McGrath
Claude Coleman
Taylor Hawkins
Jeff Boyles
Liam Lynch
Stefan Olsdal
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Peace Love Death Metal
  DE 89 24.05.2004 (1 Wo.)
Death by Sexy
  DE 60 04.08.2006 (2 Wo.)
  US 113 29.04.2006 (2 Wo.)
Heart On
  CH 97 06.11.2009 (1 Wo.)
  UK 91 07.02.2009 (1 Wo.)
  US 57 15.11.2008 (2 Wo.)
Zipper Down
  DE 39 09.10.2015 (2 Wo.)
  AT 35 16.10.2015 (1 Wo.)
  CH 22 11.10.2015 (… Wo.)
  UK 32 15.10.2015 (… Wo.)
  US 59 24.10.2015 (… Wo.)
Singles[1]
I Want You so Hard (Boy’s Bad News)
  UK 73 09.09.2006 (1 Wo.)
Save a Prayer
  DE 48 20.11.2015 (1 Wo.)
  CH 72 22.11.2015 (1 Wo.)
  UK 53 26.11.2015 (… Wo.)

Eagles of Death Metal (häufig mit EoDM abgekürzt) ist eine US-amerikanische Stoner-Rock-/Garage-Rock-Band um den Sänger und Gitarristen Jesse „The Devil“ Hughes.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 anfänglich mit dem Queens-of-the-Stone-Age-Frontmann Josh Homme am Schlagzeug im Zuge einer Aufnahme für die Desert Sessions gegründet, wechselte die Besetzung ab 2004 ständig. So wirkten unter anderem Tim Vanhamel von der Band Millionaire (Gitarre), Dave Catching (Gitarre, earthlings?), Joey Castillo (Schlagzeug, Queens of the Stone Age) und Samantha Maloney (Schlagzeug, Ex-Mötley Crüe, Hole) vor allem bei Liveauftritten mit.

Ihre erste Veröffentlichung ist das im November 2003 erschienene Livealbum Live at Slims, welches es kostenlos auf der Website zum Download gab. Hughes und Homme kreierten eine durchaus selbstironische Mischung aus Blues, Boogie und klassischem Stonerrock mit simplen Gitarrenriffs und präzisem, minimalistischen Schlagzeugspiel. Besonders sind es aber Hughes' Songtexte, die die Band zu einer humoristischen Persiflage auf den klassischen Rock’n’Roll-Ethos werden lässt. Ihr erstes reguläres Studioalbum ist das 2004 erschienene Peace, Love, Death Metal.

Auf dem zweiten Studioalbum, das 2006 unter dem Titel Death by Sexy erschien, setzen sie diesen Stil konsequent mit breitem Garage-Rock-Sound fort. Im ersten Musikvideo I Want You So Hard zeigen sich u. a. Jack Black und Dave Grohl als Gäste.

Im Film Fantastic Movie (Epic Movie) haben sie einen Gastauftritt als Elbenband.

Am 16. Januar 2009 kam das dritte Studioalbum Heart On in Deutschland in den Handel. Am 2. Oktober 2015 erschien das Studioalbum Zipper Down.[2] Die erste Singleauskopplung Complexity war das Remaster eines Liedes vom vier Jahre alten Boots-Electric-Album Honkey Kong.[3]

Terroranschläge in Paris 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris war die Konzerthalle Bataclan ein von den Terroristen ausgewähltes Ziel. Zum Zeitpunkt der Attacken spielten die Eagles of Death Metal ein Konzert. 89 Besucher starben, weitere hunderte Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Die Bandmitglieder retteten sich durch den Bühnenausgang und blieben unverletzt.[4] Bei dem Anschlag starb Nick Alexander, ein britischer Merchandise-Helfer der Band.[5] Die Gruppe sagte die verbleibenden Auftritte der ursprünglich bis zum 10. Dezember 2015 geplanten Tournee am folgenden Tag ab.[6]

Ihr erstes Interview nach den Anschlägen von Paris gaben die Bandmitglieder dem Gründer des VICE-Magazins, Shane Smith. Sänger Jesse Hughes schilderte den Terroranschlag in dem Pariser Club.[7][8]

Durch eine Onlinekampagne, mit der die Band und alle Betroffenen unterstützt werden sollten, gelangten die Eagles of Death Metal mit einer Coverversion von Save a Prayer (Duran Duran) auf Platz 1 der iTunes (UK) Rock-Charts und Platz 1 in den Amazon Rock-Charts.[9][10] Duran Duran-Sänger, Simon Le Bon, der 1982 die Originalversion der Single aufgenommen hatte, erklärte, dass er die Lizenzeinnahmen spenden werde.[11]

Ein unmittelbar nach den Anschlägen aufgetauchtes Bekennerschreiben sprach von „einem Konzert von Prostitution und Sünde“.[12] Verschiedene Zeitungen mutmaßten, dass sowohl der Club Bataclan als auch die Band aus antisemitischen Gründen als Ziel der Pariser Terrorserie ausgewählt wurden.[13][14][15][16][17] Konzertveranstalter Lieberberg hatte nach dem Anschlag gemutmaßt, die Band sei womöglich wegen ihrer Solidarität mit Israel ins Visier der Terroristen geraten.[18]

Die pro-israelische Haltung der Bandmitglieder hatte ihnen bereits im Juli 2015 Boykottaufrufe eingebracht. Ein prominenter Unterstützer der antiisraelischen Initiative BDS-Bewegung, der Pink Floyd-Mitbegründer Roger Waters, hatte die Eagles of Death Metal vor einem Konzert in Tel Aviv (2015) aufgefordert, nicht in Israel aufzutreten. Eagles Of Death Metal-Frontmann Jesse Hughes hatte daraufhin seine Solidarität mit Israel kundgetan: „Einen Ort wie diesen würde ich nie boykottieren!“, er fügte hinzu: „Ich habe mich nie zuvor so zuhause gefühlt wie hier!“[19][20][21]

Am 7. Dezember 2015 kehrten die Eagles of Death Metal als Special Guests von U2 in der AccorHotels Arena auf die Bühne und nach Paris zurück.[22] Ihr aufgrund der Terroranschläge vorzeitig abgebrochenes Konzert im Bataclan beendeten sie am 16. Februar 2016 im Olympia in Paris. Dabei lud die Band Hinterbliebene und Überlebende des Anschlages ein und verteilte dafür Freikarten.[23]

Aufgrund eines Interviews mit Hughes, in dem dieser der Security des Bataclans Komplizenschaft mit den Tätern unterstellte und weiterer Äußerungen Hughes', daß Moslems auf den Straßen das Attentat gefeiert haben sowie die türkischen Fans eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags während des Spiels Griechenland-Türkei ausgebuht hatten, wurde die Band von mehreren französischen Festivals gestrichen.[24][25][26]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Peace, Love, Death Metal
  • 2006: Death by Sexy
  • 2008: Heart On
  • 2015: Zipper Down

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: I Only Want You
  • 2004: Speaking in Tongues
  • 2005: I Want You so Hard (Boy’s Bad News)
  • 2005: Shasta Beast
  • 2006: I Gotta Feelin (Just Nineteen)
  • 2006: Cherry Cola
  • 2008: Wannabe in L. A. (Teil des Soundtracks zu Midnight Club: Los Angeles[27] sowie des Musikspiels Guitar Hero 5)[28]
  • 2008: Anything ’Cept the Truth
  • 2009: As Nice as I Can Be
  • 2009: Now I’m a Fool
  • 2015: Complexity
  • 2015: Save a Prayer

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DVDs und Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE CH UK US1 US2
  2. Hosted by gotv Kult: Eagles of Death Metal
  3. Eagles of Death Metal reboots Complexity. In: antiquiet.com. 16. Juni 2015, abgerufen am 15. November 2015.
  4. Paris attacks: At least 128 killed in gunfire and blasts, French official says (Englisch), CNN. 14. November 2015. 
  5. n-tv Live-Ticker online: 20:28 Crew-Mitglied der Eagles of Death Metal unter den Toten, 14. November 2015.
  6. Nach Tragödie im Pariser Musikclub „Bataclan“ – US-Rockband „Eagles of Death Metal“ sagt Tour ab. In: Kölner Stadtanzeiger. 14. November 2015. Abgerufen am 15. November 2015.
  7. Die Eagles of Death Metal sprechen über die Terroranschläge von Paris. In: VICE. 25. November 2015, abgerufen am 26. November 2015.
  8. Mahita Gajanan, Ellen Brait: 'I want to go back there and live': Eagles of Death Metal vow Bataclan return. In: the Guardian. 26. November 2015, abgerufen am 26. November 2015.
  9. The Eagles Of Death Metal Top iTunes Rock Chart As Fans Fight The Paris Terror Attacks with Online Campaign. In: The Inquisitr News. 16. November 2015, abgerufen am 26. November 2015.
  10. Campaign launched to get Eagles of Death Metal to top of UK singles chart. In: the Guardian. 16. November 2015, abgerufen am 26. November 2015.
  11. Guardian music: Duran Duran to donate royalties of Eagles of Death Metal's cover to charity. In: the Guardian. 17. November 2015, abgerufen am 26. November 2015.
  12. "Dies ist nur der Anfang" - das IS-Bekennerschreiben im Wortlaut. Stern, 14. November 2015, abgerufen am 8. Dezember 2015.
  13. Anschläge in Paris: Die antisemitische Spur. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. November 2015, abgerufen am 22. November 2015.
  14. Bataclan: Ein antisemitischer Anschlag. In: www.fischundfleisch.com. 15. November 2015, abgerufen am 22. November 2015.
  15. Jens Uthoff: Anschlag auf das Bataclan in Paris: Kaum ein zufälliges Ziel. In: die tageszeitung. 14. November 2015 (taz.de [abgerufen am 22. November 2015]).
  16. Bataclan: Schon länger im Visier | Jüdische Allgemeine. In: www.juedische-allgemeine.de. 19. November 2015, abgerufen am 22. November 2015.
  17. Bataclan: Motiv könnte Antisemitismus sein. In: derStandard.at. 16. November 2015, abgerufen am 22. November 2015.
  18. Nahmen die Terroristen die Rockband Eagles of Death Metal gezielt ins Visier? – Musik. In: FOCUS Online. 17. November 2015, abgerufen am 22. November 2015.
  19. Concert review: The Eagles of Death Metal. In: The Jerusalem Post | JPost.com. 13. Juli 2015, abgerufen am 22. November 2015.
  20. Véronique Mortaigne et Nathalie Guibert: Le Bataclan, un haut lieu de la culture ciblé de longue date par les islamistes. In: Le Monde.fr. 16. November 2015, ISSN 1950-6244 (lemonde.fr [abgerufen am 22. November 2015]).
  21. Bataclan: Ein antisemitischer Anschlag. In: Lizas Welt. 15. November 2015, abgerufen am 22. November 2015.
  22. Nach Terroranschlag: Paris feiert U2 und Eagles Of Death Metal. In: laut.de. 8. Dezember 2015, abgerufen am 8. Dezember 2015.
  23. Eagles of Death Metal Return to Paris During 2016 World Tour Dates. In: Loudwire. 16. Dezember 2015, abgerufen am 16. Dezember 2015.
  24. Eagles of Death Metal dropped by two French festivals over Bataclan comments. In: BBC News. bbc.com, 20. Mai 2016, abgerufen am 21. Mai 2016 (englisch).
  25. Eagles of Death Metal Dropped From French Music Festivals After Anti-Muslim Comments. In: time.com. 20. Mai 2016, abgerufen am 21. Mai 2016 (englisch).
  26. Eagles of Death Metal dropped from French festivals after ‘anti-Muslim’ Paris attack comments. In: rt.com. 21. Mai 2016, abgerufen am 21. Mai 2016 (englisch).
  27. LIVE LAUNCH EVENT FEATURING EAGLES OF DEATH METAL AT THE VIRGIN MEGASTORE IN LOS ANGELES. Abgerufen am 18. November 2010.
  28. offizielle Guitar-Hero-5-Website. Archiviert vom Original am 3. September 2010. Abgerufen am 18. November 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eagles of Death Metal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien