Edelgard Huber von Gersdorff

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Edelgard Huber von Gersdorff bei der Ernennung zur Ehrenschirmherrin der Aktion „Ein Europa – eine Nummer“

Edelgard Ida Valeska Huber (* 7. Dezember 1905 in Gera, als Edelgard Ida Valeska von Gersdorff; † 9. April 2018 in Karlsruhe[1]) war eine Supercentenarian und zeitweise die älteste lebende deutsche Frau. Sie war am Tag ihres Todes 112 Jahre und 123 Tage alt und gehörte wohl zu den 15 ältesten Menschen aus dem deutschsprachigen Raum. Ihre Lebensdaten sind jedoch noch nicht durch eine einschlägige Institution wissenschaftlich verifiziert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edelgard von Gersdorff entstammte dem uradligen Adelsgeschlecht Gersdorff. Als sie neun Jahre alt war, wurde ihr Vater Franz Erdmann von Gersdorff (1866–1927) als Offizier in den Ersten Weltkrieg eingezogen. Ihre Mutter Elsa (1882–1945) zog mit den beiden Kindern Edelgard und Helga nach Karlsruhe, von wo ihre Familie Stiefbold herstammte; sie kam im Alter von 63 Jahren bei einem Luftangriff auf die Stadt Naumburg (Saale) im April 1945 ums Leben. Elsa war die Tochter des Königlich-preußischen Generalmajors Rudolf Stiefbold und seiner Frau Elise Meier, die über ihren Vater, den Karlsruher Arzt Geh. Hofrat Eduard Meier Urenkelin des wirklichen geheimen Rates am badischen Hof Emanuel Meier, über ihre Mutter Emma Speyerer Enkelin des Heidelberger Unternehmers, Bürgermeisters und badischen Landtagsabgeordneten Jacob Wilhelm Speyerer war.[2]

Im Alter von 22 Jahren erkrankte Edelgard von Gersdorff an Kinderlähmung. Im selben Jahr starb ihr Vater. Sie verbrachte einige Jahre im Bett und lernte mühsam wieder laufen. Sie trieb weiter Sport, fuhr Fahrrad und studierte zuerst Chemie an der Technischen Hochschule Fridericiana in Karlsruhe und dann Jura in Heidelberg.[3] Bis zur Rente arbeitete sie als Justiziarin bei der Deutschen Bau- und Bodenbank.

Edelgard von Gersdorff war seit dem Silvestertag 1938 mit Walther Huber (1902–1987) verheiratet, Architekturprofessor und Rektor der Staatlichen Ingenieurschule Karlsruhe von 1953 bis 1968. Die Ehe blieb kinderlos.[4]

Am 7. Dezember 2017 feierte sie in Karlsruhe ihren 112. Geburtstag.[5]

Zum Tag des europaweiten Notrufs 112 am 11. Februar 2018 wurde Edelgard Huber von Gersdorff Ehrenschirmherrin der Aktion „Ein Europa – eine Nummer“, mit der die europaweite Gültigkeit des Euronotrufs beworben wird. Als zu diesem Zeitpunkt älteste lebende Frau Deutschlands hatte sie die Entwicklung Europas seit dem Deutschen Kaiserreich und während zweier Weltkriege sowie die europäische Einigung miterlebt und fühlte sich selbst als Europäerin.[6] „Die 112 ist das Zeichen für Hilfe und ein wichtiges Symbol für die europäische Einigung“, so Huber von Gersdorff.[7]

Am 9. April 2018, dem 73. Todestag ihrer Mutter, starb Edelgard Huber von Gersdorff zu Hause in Karlsruhe. In den Monaten vor ihrem Tod war sie die älteste lebende deutsche Frau sowie hinter Gustav Gerneth die zweitälteste lebende Person in Deutschland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Älteste Frau Deutschlands gestorben. In: evangelisch.de, 10. April 2018, abgerufen am 10. April 2018.
  2. Genealogisches Handbuch des Adels, 1979, S. 190 sowie Stammbaum der Sippe Meier (unpubliziert im Familienbesitz).
  3. Glückwünsche: „Ich bin noch immer lernfähig“. In: StadtZeitung, Amtsblatt der Stadt Karlsruhe, 15. Dezember 2017, abgerufen 10. April 2018.
  4. Volker Knopf: Karlsruherin feiert 112. Geburtstag: „Die älteste Deutsche ist eine Karlsruherin“. In: Schwäbisches Tagblatt, 7. Dezember 2017, abgerufen am 10. April 2018.
    Huber. Eintrag im Stadtwiki Karlsruhe, abgerufen am 10. April 2018.
    Anette Rößler: „Über 100 Jahre Leichtigkeit“. In: Nordstadtzeitung des Bürgervereins Nordstadt, Ausgabe 79, März 2017, S. 12–13, abgerufen am 10. April 2018 (pdf; 18 MB).
  5. Karlsruherin feiert 112. Geburtstag: „Älterwerden ist Glückssache“. swr.de, 7. Dezember 2017, abgerufen am 10. April 2018.
  6. Jürgen Bock: Älteste Deutsche mit 112 Jahren: „Ich bin dafür, die Welt zu vereinen“. In: Stuttgarter Nachrichten, 23. Februar 2018, abgerufen am 10. April 2018.
  7. Notruf 112: Ein Europa – eine Nummer. Pressemitteilung der Bundesregierung, 20. Februar 2018, abgerufen am 10. April 2018.
    112 – Ein Europa, eine Nummer. In: Euractiv, 9. Februar 2018, abgerufen am 10. April 2018.