Edinburgh of the Seven Seas

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Edinburgh of the Seven Seas
Edinburgh of the Seven Seas (Atlantischer Ozean)
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Koordinaten 37° 4′ S, 12° 19′ WKoordinaten: 37° 4′ S, 12° 19′ W
Basisdaten
Staat St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

Insel

Tristan da Cunha
Höhe 40 m
Einwohner 266 (2016)
Gründung 1816
Ansicht von Edinburgh of the Seven Seas
Ansicht von Edinburgh of the Seven Seas
Stadtplan von Edinburgh

Edinburgh of the Seven Seas, örtlich auch The Settlement genannt, ist der Hauptort der Inselgruppe Tristan da Cunha und gehört verwaltungsmäßig zum britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha. Abgesehen von der südafrikanischen Wetterstation auf Gough Island mit einer ständigen Besatzung von sechs Mitarbeitern ist Edinburgh aktuell die einzige Siedlung der Inselgruppe.

Am 29. Mai 2016 zählte der Ort 266 Einwohner.

Der Name Edinburgh of the Seven Seas leitet sich von einem Besuch von Prince Alfred, Duke of Edinburgh, am 5. August 1867 ab. Er besuchte die Insel während einer Weltreise als Kommandant der britischen Fregatte HMS Galatea.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Insel Tristan da Cunha

Edinburgh of the Seven Seas liegt an der Nordwestküste der Insel Tristan da Cunha im Südatlantik. Es ist etwa 2800 Kilometer vom afrikanischen Festland (Kapstadt) und 3300 Kilometer vom südamerikanischen Festland (Cabo Frio) entfernt.[2] Da der nächstgelegene Ort 2429 km von Edinburgh entfernt auf St. Helena liegt, wird Edinburgh of the Seven Seas als isolierteste menschliche Ansiedlung der Welt betrachtet.[3][4]

Das Ortsgebiet hat eine Ausdehnung von etwa 600 Metern. Der südlichste Punkt des Ortes liegt auf einer Höhe von etwa 65 Metern über dem Meer, wobei das Gelände nach Norden zur Küste hin immer weiter abfällt. Nur wenige hundert Meter südlich der Siedlung beginnen die Felswände des Vulkans, dessen höchster Punkt Queen Mary’s Peak (2062 Meter) in der Mitte der Insel liegt.

Westlich von Edinburgh liegt das Delta des Hottentot Gulch, durch das bei einem Vulkanausbruch die Lava ins Meer abfließen kann. Auf der Insel gibt es zahlreiche solcher Abflüsse.[5]

Bevölkerung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edinburgh of the Seven Seas hat eine dauerhafte Bevölkerung von 264 Einwohnern (Stand 2008). Derzeit gibt es im Ort etwa 80 Familien, aber nur neun Familiennamen.[6] Die Familien Glass, Swain, Rogers, Green, Hagan, Repetto und Lavarello sind historischen Ursprungs und wurden bis 1893 durch verschiedene Siedler auf die Insel gebracht.[4] Die Namen Collins und Squibb kamen später hinzu.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Edinburgh leben derzeit etwa 30 Schulkinder im Alter von drei bis 16 Jahren, die alle die St. Mary’s School, die einzige Schule im Ort, besuchen. Das aktuelle Schulgebäude wurde 1975 eröffnet und besitzt fünf Klassenzimmer, zwei Fachräume sowie eine Schulküche und eine Aula. An der Schule gibt es vier Klassen, die nach Alter eingeteilt sind.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calshot Harbour
Einziger Supermarkt der Insel

Edinburgh verfügt mit dem Calshot Harbour über einen kleinen Hafen, der die einzige Verbindung zur Außenwelt darstellt. Mit dem Camogli-Krankenhaus verfügt die Insel über eine eigene medizinische Einrichtung. Das Krankenhaus soll noch 2016 durch einen kompletten Neubau, dass Camogli Healthcare Centre ersetzt werden.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuser von Edinburgh of the Seven Seas, links im Bild die katholische Kirche St. Joseph’s Church

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St Joseph’s (2012)

In Edinburgh existieren eine anglikanische und eine katholische Kirche. Die anglikanische Kirche St. Mary’s Church wurde im Juli 1923 eröffnet. Zuvor wurden die Gottesdienste in den Häusern einzelner Inselbewohner abgehalten. Die Glocke der Kirche und die Holzverkleidung im Inneren wurden einem Schiffswrack entnommen. Außerdem ist die Kirche mit einer Orgel ausgestattet und teilweise von einer niedrigen Mauer aus Vulkangestein umgeben. 1990/91 wurde die Kirche erweitert und modernisiert, die Erweiterung der Sakristei wurde 2002 abgeschlossen.[9]

Die katholische Kirche St Joseph’s Church wurde 1995/96 erbaut und ersetzte eine 1983 am selben Platz erbaute kleinere Kirche. Der katholische Glaube wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von zwei irischen Schwestern nach Tristan da Cunha gebracht.[9]

Edinburgh besitzt einen in zwei Teile geteilten Friedhof, der im Nordosten des Ortes, nahe der St. Mary’s School, liegt.

Postamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edinburgh besitzt ein Postamt, das sich in einem der ehemaligen Station Houses, die früher für britische Einwandererfamilien vorgesehen waren, befindet. Solche Häuser wurden in Großbritannien gebaut und in einzelnen Teilen nach Tristan da Cunha geschifft, um sie dort auf einem Betonfundament aufzubauen. Im Postamt werden mehrere Tausend Briefe pro Jahr bearbeitet.[10] Post wird ausschließlich durch ein Schiff auf die Insel gebracht, nach dessen Ankunft sie im Postamt sortiert und anschließend in der Prince Philip Hall den Empfängern übergeben wird. Bei Touristen ist das Postamt hauptsächlich für die Briefmarken Tristan da Cunhas, die hier erworben werden können, bekannt.[10] Sie sind unter Philatelisten aufgrund ihrer Seltenheit begehrt und gehören auf der Insel zu den wichtigsten Einnahmequellen im Tourismussektor.[11][12] Angestellte des Postamts bieten die Briefmarken auf Schiffen an, wenn diese vor Edinburgh Halt machen und die Passagiere nicht an Land gehen können.[10]

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum Tristan’s Museum wurde 1987 eröffnet und zeigt viele Ausstellungsstücke, die die Geschichte der Insel dokumentieren. In diesem Haus war früher der Landwirtschafts-Direktor der Insel untergebracht. Neben dem Museum gibt es im Haus einen Handwerksladen, der verschiedene von den Inselbewohnern hergestellte Gegenstände sowie Souvenirs verkauft.[10]

Die in der Ortsmitte gelegene Mehrzweckhalle Prince Philip Hall ist einer der wichtigsten Treffpunkte des Ortes und wird auch bei Festen für Tanzveranstaltungen genutzt. Im östlichen Teil der Halle befindet sich die Albatross Bar, der einzige Pub des Ortes. Die Halle musste 2005, nachdem sie bei einem Orkan im Jahr 2001 erheblich beschädigt wurde, saniert werden. Dabei wurden das Dach erneuert und die Fassade weiß gestrichen. Sie wurde am 18. September 2005 mit einer Tanzveranstaltung wiedereröffnet.[13] Gegenüber der Prince Philip Hall befindet sich das Freibad des Ortes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Edinburgh of the Seven Seas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Settlement. Government of Tristan da Cunha, 2014. Abgerufen am 23. Januar 2016.
  2. Welt online: Die abgelegensten Punkte der Welt, 7. September 2010
  3. tristandc.com: Tristan da Cunha Visits Home Page
  4. a b tristandc.com: The Tristan da Cunha Settlement of Edinburgh
  5. tristandc.com: Map of Tristan da Cunha Island
  6. tristandc.com: Family News, (englisch), abgerufen am 6. Juni 2016.
  7. tristandc.com: St Mary’s School
  8. Camogli Healthcare Centre. Tristan da Cunha Government. Abgerufen am 7. Juni 2016.
  9. a b tristandc.com: The Churches of Tristan da Cunha
  10. a b c d tristandc.com: Tristan da Cunha Shops
  11. St. Helena, Ascension, and Tristan da Cunha Philatelic Society: Background Information on the Islands
  12. BBC News: Country Profiles: St Helena, Ascension, Tristan da Cunha
  13. tristandc.com: The Prince Philip Hall